{
  "_anleitung": {
    "zweck": "Datenbasis des Sammelkalenders. Diese Datei ist die EINZIGE Stelle, an der Pflanzen gepflegt werden. Nach dem Bearbeiten: ./deploy.sh ausführen.",
    "pflichtfelder": [
      "id",
      "name",
      "botanisch",
      "familie",
      "teile",
      "standort",
      "verwendung",
      "sammeltipp",
      "schutzstatus",
      "giftig",
      "schwierigkeit"
    ],
    "id": "Kleinbuchstaben, Bindestriche, keine Umlaute. Muss eindeutig sein und wird als Anker in der URL benutzt (#pflanze=holunder-schwarz). Nachtraeglich nicht mehr aendern, sonst brechen gespeicherte Merklisten.",
    "teile": "Objekt. Erlaubte Schlüssel: knospe, blatt, blüte, frucht, wurzel, rinde, trieb. Wert ist ein Array von Monatszahlen 1-12, in denen dieser Teil erntereif ist. Leere oder fehlende Schlüssel einfach weglassen. Ein Teil, der ganzjährig verfügbar ist (z.B. Kiefernnadeln), bekommt [1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12].",
    "schutzstatus": "Genau einer von: 'frei' | 'Handstraußregel beachten' | 'geschützt - nicht sammeln'. WICHTIG: 'frei' heißt NICHT rechtsfrei. Nach Paragraph 39 BNatSchG dürfen alle wildwachsenden Pflanzen nur in geringen Mengen für den eigenen Bedarf und pfleglich entnommen werden. 'frei' bedeutet hier: keine darüber hinausgehende Einschränkung. 'Handstraußregel beachten' markiert Arten, die regional zurückgehen oder deren Bestand durch Wurzelernte zerstört wird.",
    "giftig": "true, sobald irgendein Teil der Pflanze giftig oder nur nach Verarbeitung genießbar ist. Dann ist giftHinweis Pflicht und wird in der Detailansicht rot hervorgehoben.",
    "schwierigkeit": "Genau einer von: 'Anfänger' | 'Fortgeschritten' | 'Nur mit sicherer Bestimmung'. Letzteres bei jeder Art mit tödlich giftigem Doppelgänger.",
    "verwechslung": "Freitext. Leer lassen, wenn es keinen ernstzunehmenden Doppelgänger gibt - dann zeigt die Detailansicht den Block gar nicht erst an.",
    "regionsbezug": "Monatsangaben sind auf die Leipziger Tieflandsbucht kalibriert (Klimazone 7b, ca. 100-150 m ü. NN, mildes Tieflandklima). Im Bergland (Erzgebirge, Vogtland) alles etwa 2-3 Wochen später ansetzen.",
    "unsicherheit": "Wenn eine Angabe nicht belastbar ist, wird das Feld weggelassen statt geraten. Lieber eine Lücke als eine falsche Sicherheit."
  },
  "meta": {
    "titel": "Heilpflanzen-Sammelkalender",
    "referenzregion": "Leipziger Tieflandsbucht / Sachsen, Klimazone 7b",
    "stand": "2026-08-16",
    "teileReihenfolge": [
      "knospe",
      "trieb",
      "blatt",
      "blüte",
      "frucht",
      "wurzel",
      "rinde"
    ],
    "teileLabels": {
      "knospe": "Knospe",
      "trieb": "Trieb/Spross",
      "blatt": "Blatt/Kraut",
      "bluete": "Blüte",
      "frucht": "Frucht/Samen",
      "wurzel": "Wurzel",
      "rinde": "Rinde"
    },
    "standorte": [
      "Waldrand & Hecke",
      "Laubwald",
      "Nadelwald",
      "Wiese & Weide",
      "Auwald & Ufer",
      "Ruderalfläche & Wegrand",
      "Acker & Garten",
      "Magerrasen & Trockenhang",
      "Moor & Heide"
    ]
  },
  "pflanzen": [
    {
      "id": "holunder-schwarz",
      "name": "Schwarzer Holunder",
      "botanisch": "Sambucus nigra",
      "familie": "Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)",
      "volksnamen": [
        "Holler",
        "Holunner",
        "Fliederbeere",
        "Hollerbusch",
        "Elhorn"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          5,
          6
        ],
        "frucht": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: Blütendolden als Sirup, Hollerküchle, Sekt; Beeren nur erhitzt als Saft, Gelee, Suppe. Heilkunde: Blütentee ist ein klassisches schweißtreibendes Mittel bei fieberhaften Erkältungen, traditionell zusammen mit Lindenblüte.",
      "sammeltipp": "Blütendolden am späten Vormittag eines trockenen, sonnigen Tages schneiden, wenn der Duft am stärksten ist und die einzelnen Blütchen voll geöffnet, aber noch keine braun sind. Nicht waschen, das spült den Pollen und damit das Aroma weg - stattdessen ausschütteln und kurz liegen lassen, damit Insekten abwandern. Beeren erst ernten, wenn die Dolde sich abwärts neigt und die Beeren tiefschwarz glänzen; ganze Dolden abschneiden und die Beeren zu Hause mit einer Gabel abstreifen. Nie den ganzen Strauch abernten, die Beeren sind wichtige Vogelnahrung.",
      "verwechslung": "Zwergholunder / Attich (Sambucus ebulus) ist deutlich giftig. Unterscheidung: Attich ist eine krautige Staude ohne Holz, wird nur 1-2 m hoch, stirbt im Winter oberirdisch ab, riecht beim Zerreiben unangenehm, und seine Beerendolden stehen AUFRECHT. Beim Schwarzen Holunder hängen die reifen Fruchtdolden nach unten und er ist ein echter Strauch mit verholzten Stammen und markhaltigen Zweigen. Der Trauben-Holunder (Sambucus racemosa) hat eierförmige, rote Fruchtstände und blüht schon im April.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Rohe Beeren, Blätter, Rinde und unreife Früchte enthalten das cyanogene Glykosid Sambunigrin und führen roh zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Beeren mindestens 20 Minuten über 80 Grad erhitzen. Auch beim Entsaften nicht abkürzen. Kerne nicht mitverarbeiten.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "weissdorn",
      "name": "Weißdorn",
      "botanisch": "Crataegus monogyna / Crataegus laevigata",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hagedorn",
        "Mehlbeerbaum",
        "Mehlfässchen",
        "Heckendorn"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          4,
          5
        ],
        "bluete": [
          5,
          6
        ],
        "frucht": [
          9,
          10,
          11,
          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: Früchte mehlig-fad, gut als Mus, Gelee-Zusatz oder getrocknet und gemahlen als Mehlstreckung. Heilkunde: Blatt-mit-Blüte ist eine der am besten untersuchten Pflanzendrogen für das alternde Herz; traditionell als Kurtee über Wochen bei nachlassender Leistungsfähigkeit. Wirkt langsam und braucht Geduld.",
      "sammeltipp": "Die pharmazeutisch verwendete Droge ist 'Folium cum flore' - Blatt und Blüte zusammen, geerntet zu Beginn der Blüte, wenn erst ein Teil der Blütchen offen ist. Blühende Zweigspitzen abschneiden, nicht einzelne Blüten zupfen. Trocknen muss zügig und im Schatten geschehen, sonst bräunt die Droge. Früchte nach dem ersten Frost, dann sind sie weicher.",
      "verwechslung": "Die beiden Weißdorn-Arten sind untereinander unbedenklich und werden auch pharmazeutisch gleich verwendet - Bestimmung bis zur Art ist also nicht nötig. Abzugrenzen ist die Schlehe: sie blüht vor dem Blattaustrieb, der Weißdorn erst mit Blättern. Vor der Blüte beide an den Blättern trennen: Weißdorn hat gelappte Blätter, Schlehe ungelappte, länglich-ovale.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "schlehe",
      "name": "Schlehe",
      "botanisch": "Prunus spinosa",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Schwarzdorn",
        "Heckendorn",
        "Deichelbeere",
        "Schlehdorn"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          3,
          4
        ],
        "frucht": [
          11,
          12,
          1
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: Früchte für Gelee, Likör, Fruchtwein, Chutney - roh und ungefrostet zusammenziehend bis ungenießbar. Heilkunde: Blütentee gilt traditionell als mildes, gut verträgliches Abführ- und Frühjahrskurmittel, auch für Kinder; die Früchte als adstringierendes Gurgelmittel.",
      "sammeltipp": "Der klassische Rat 'erst nach dem ersten Frost' stimmt in der Sache: Frost bricht die Zellwände und baut Gerbstoffe ab. Wer nicht warten will, legt die Früchte 48 Stunden ins Gefrierfach - das Ergebnis ist dasselbe. Blüten am sonnigen Vormittag pflücken, solange sie noch weiß und nicht braunrandig sind. Ernte ist mühsam: der Strauch heißt nicht umsonst Schwarzdorn, feste Handschuhe mitnehmen.",
      "verwechslung": "Mit der Kirschpflaume (Prunus cerasifera) verwechselbar, die aber früher und mit Blättern blüht, größere gelbrote Früchte trägt und deutlich weniger dornig ist. Beide sind unbedenklich. Blütezeit: Schlehe blüht auf kahlem Holz - Blüten ohne Blätter am dornigen Strauch sind ein sicheres Zeichen.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Die Samen im Steinkern enthalten wie bei allen Prunus-Arten cyanogene Glykoside. Kerne nicht knacken und nicht mitmahlen. Das Fruchtfleisch selbst ist unbedenklich.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "hundsrose",
      "name": "Hunds-Rose (Hagebutte)",
      "botanisch": "Rosa canina",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hagebutte",
        "Hiefe",
        "Hetschepetsch",
        "Juckpulver",
        "Wildrose"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          6
        ],
        "frucht": [
          9,
          10,
          11,
          12,
          1
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: Hagebuttenmark für Mus und Konfitüre, getrocknete Schalen als Tee, Blütenblätter für Sirup und Zucker. Heilkunde: sehr vitamin-C-reich, klassischer Winter-Erkältungstee; das Fruchtpulver wird traditionell bei Gelenkbeschwerden über längere Zeit eingenommen.",
      "sammeltipp": "Zwei Erntezeitpunkte mit verschiedenem Ziel. Für Tee und Pulver im Oktober ernten, solange die Frucht noch fest ist - dann lässt sie sich halbieren, aushöhlen und trocknen. Für Mus nach dem Frost, wenn die Frucht teigig weich ist; dann durch die Flotte Lotte, kein Aushöhlen nötig. Vitamin C ist hitzeempfindlich, Tee daher nur mit 80-Grad-Wasser aufgießen.",
      "verwechslung": "Alle heimischen Wildrosen liefern essbare Hagebutten, eine Bestimmung bis zur Art ist nicht nötig. Verwechslungsgefahr besteht kaum - im Zweifel hilft, dass Hagebutten immer den vertrockneten Kelch am unteren Ende der Frucht tragen.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "sanddorn",
      "name": "Sanddorn",
      "botanisch": "Hippophae rhamnoides",
      "familie": "Ölweidengewächse (Elaeagnaceae)",
      "volksnamen": [
        "Fasanenbeere",
        "Weidendorn",
        "Zitrone des Nordens",
        "Haffdorn"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          9,
          10,
          11,
          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: sehr saurer Saft, Gelee, Likör, Sanddorn-Buttermilch. Heilkunde: extrem hoher Vitamin-C-Gehalt, traditionell als Stärkungsmittel im Winter; das Fruchtfleischöl äußerlich bei Hautproblemen.",
      "sammeltipp": "Rein pflücken ist aussichtslos, die Beeren platzen zwischen den Fingern. Bewährte Methode: ganze Fruchttriebe abschneiden, einfrieren und die harten Beeren danach abklopfen. Das kostet den Strauch allerdings den nächstjährigen Trieb - sparsam und verteilt schneiden. Handschuhe wegen der Dornen. In Sachsen fast immer angepflanzt (Rekultivierungsflächen, Straßenbegleitgrün); auf Bergbaufolgeflächen der Leipziger Region häufig - dort auf Altlasten achten.",
      "verwechslung": "Durch die schmalen, silbrig-schuppigen Blätter und die dicht am Zweig sitzenden orangen Beeren nahezu unverwechselbar.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "eberesche",
      "name": "Eberesche",
      "botanisch": "Sorbus aucuparia",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Vogelbeere",
        "Quitsche",
        "Drosselbeere",
        "Krametsbeere"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          8,
          9,
          10
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Nadelwald",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: nur gekocht, als herbes Gelee zu Wild, als Likör oder getrocknet im Früchtetee. Heilkunde: traditionell bei Verdauungsträgheit, heute eher randständig.",
      "sammeltipp": "Ganze Dolden nach der ersten Frostnacht schneiden, das mildert die Parasorbinsäure. Wer früher erntet, friert die Beeren zwei Tage ein und kocht sie anschließend gründlich. Die süße Mährische Eberesche (var. edulis) ist die kultivierte, deutlich bekömmlichere Form und in Parks häufig - erkennbar an größeren, milderen Früchten.",
      "verwechslung": "Die gefiederten Blätter machen den Baum unverwechselbar. Nicht verwechseln mit der Mehlbeere (Sorbus aria), die einfache, unterseits weißfilzige Blätter hat - deren Früchte sind aber ebenfalls gekocht verwendbar.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Roh enthalten die Beeren Parasorbinsäure, die Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslöst. Durch Kochen oder Frost wird sie zur unbedenklichen Sorbinsäure abgebaut. Nie roh in Mengen essen. Die Samen enthalten zudem cyanogene Glykoside.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "kornelkirsche",
      "name": "Kornelkirsche",
      "botanisch": "Cornus mas",
      "familie": "Hartriegelgewächse (Cornaceae)",
      "volksnamen": [
        "Dirndl",
        "Herlitze",
        "Gelber Hartriegel",
        "Hirlnuss"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          3
        ],
        "frucht": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: Früchte für Marmelade, Likör, Sirup, in Salzlake wie Oliven eingelegt. Heilkunde: adstringierend, traditionell bei Durchfall.",
      "sammeltipp": "Eine der ersten Blütenquellen im Jahr - die gelben Doldenbüschel erscheinen im März lange vor dem Laub. Früchte erst ernten, wenn sie dunkelrot sind und von selbst fallen; ein Tuch unter den Strauch legen und schütteln ist effizienter als pflücken. Unreif sind sie stark zusammenziehend. Der Strauch fruchtet ungleichmäßig, über zwei bis drei Wochen mehrfach nachernten.",
      "verwechslung": "Der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea) hat schwarze, ungenießbare Früchte, blüht erst im Mai/Juni mit weißen Doldenrispen und hat rote Zweige. Die Kornelkirsche blüht gelb im März und trägt länglich-rote Steinfrüchte.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "haselnuss",
      "name": "Hasel",
      "botanisch": "Corylus avellana",
      "familie": "Birkengewächse (Betulaceae)",
      "volksnamen": [
        "Haselnuss",
        "Haselstaude",
        "Zellernuss"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          1,
          2,
          3
        ],
        "frucht": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Laubwald",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: Nüsse frisch oder getrocknet; die männlichen Kätzchen liefern im Februar essbaren Pollen als Zusatz in Smoothies und Müsli. Heilkunde: Blätter traditionell bei Venenbeschwerden, heute wenig gebräuchlich.",
      "sammeltipp": "Kätzchen an einem trockenen, windstillen Vormittag ernten, wenn sie sich gestreckt haben und beim Antippen Pollen stauben. Nüsse sind reif, wenn sie sich leicht aus der Fruchthülle lösen und die Schale braun ist - meist ist man zu spät, Eichhörnchen und Haselmaus sind schneller. Früher geerntete, noch weißliche Nüsse nachreifen zu lassen funktioniert nur bedingt. Nicht den ganzen Bestand nehmen.",
      "verwechslung": "Praktisch unverwechselbar. Wer im Winter bestimmen will: Hasel hat rundliche, stumpfe Knospen und die Kätzchen hängen schon ab Herbst fertig ausgebildet am Strauch.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "walnuss",
      "name": "Walnuss",
      "botanisch": "Juglans regia",
      "familie": "Walnussgewächse (Juglandaceae)",
      "volksnamen": [
        "Welschnuss",
        "Baumnuss",
        "Christnuss"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          6,
          7
        ],
        "frucht": [
          6,
          9,
          10
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: reife Nüsse; grüne, noch weiche Nüsse um den Johannistag für schwarze Nüsse und Nusslikör. Heilkunde: Blätterabkochung traditionell äußerlich bei nässenden Hautausschlägen und als Sitzbad.",
      "sammeltipp": "Grüne Nüsse Mitte bis Ende Juni ernten - Probe: eine Nadel muss sich mühelos durch die ganze Nuss stechen lassen, dann ist die Schale noch nicht verholzt. Handschuhe tragen, das Juglon färbt Hände wochenlang braun. Reife Nüsse vom Boden auflesen, sofort von der schwarzen Fruchthülle befreien und luftig trocknen, sonst schimmeln sie. Blätter im Juni/Juli bei trockenem Wetter ernten.",
      "verwechslung": "Keine relevante Verwechslung. Die gefiederten, aromatisch riechenden Blätter und die typische Fruchtform sind eindeutig.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "buche",
      "name": "Rotbuche",
      "botanisch": "Fagus sylvatica",
      "familie": "Buchengewächse (Fagaceae)",
      "volksnamen": [
        "Buche",
        "Bucheckerbaum"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          4,
          5
        ],
        "frucht": [
          9,
          10
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge, hellgrüne Blätter im Salat - mild und leicht säuerlich, eine der besten Frühlingsblattpflanzen. Bucheckern geröstet als Knabberei oder Öl. Heilkunde: kaum medizinisch gebräuchlich.",
      "sammeltipp": "Blätter nur im Fenster von etwa zwei Wochen nach dem Austrieb ernten, solange sie noch seidig behaart, hellgrün und weich sind. Sobald sie fest und dunkel werden, sind sie durch Gerbstoffe ungenießbar. Bucheckern im Herbst vom Boden sammeln, Schale entfernen und rösten - das Rösten ist nicht optional, siehe Giftigkeit.",
      "verwechslung": "Der Blattaustrieb ist charakteristisch: länglich zugespitzte, hellgrüne Blätter mit seidigem Haarrand an glatter, silbergrauer Rinde. Die Hainbuche (Carpinus betulus) hat scharf doppelt gesägte Blattränder und geriefte Rinde - ihre Blätter sind essbar, aber unangenehm rau.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Bucheckern enthalten roh Fagin und Oxalsäure; größere Mengen roh führen zu Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Immer rösten und auch dann nur in Maßen essen. Für Hunde und Pferde sind sie deutlich giftiger als für Menschen.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "stieleiche",
      "name": "Stiel-Eiche",
      "botanisch": "Quercus robur",
      "familie": "Buchengewächse (Fagaceae)",
      "volksnamen": [
        "Sommereiche",
        "Deutsche Eiche"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          9,
          10,
          11
        ],
        "rinde": [
          3,
          4
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Auwald & Ufer",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: Eicheln nach mehrfachem Wässern als Mehl oder Kaffee-Ersatz - aufwendig, aber ein klassisches Notnahrungsmittel. Heilkunde: Eichenrinde ist die stark adstringierende Gerbstoffdroge schlechthin, äußerlich als Sitzbad, Umschlag und Gurgelmittel.",
      "sammeltipp": "Rinde ausschließlich im Frühjahr vor dem Blattaustrieb, wenn der Saft steigt und sich die Rinde löst - und ausschließlich von jungen Ästen und Zweigen bis Daumendicke, niemals vom Stamm. Ein ringförmiger Rindenschnitt am Stamm tötet den Baum. Am besten von frisch gefällten Bäumen oder Sturmbruch. Eicheln vom Boden sammeln, wurmfreie aussuchen (die schwimmen nicht), zum Entbittern geschält mehrfach in Wasser auskochen oder tagelang in fließendem Wasser wässern.",
      "verwechslung": "Stiel- und Traubeneiche (Q. petraea) sind gleichwertig verwendbar. Die Roteiche (Q. rubra) hat spitz gezähnte Blattlappen und deutlich bitterere Eicheln.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Rohe Eicheln enthalten so viel Tannin, dass sie in Menge Magen-Darm- und Nierenprobleme verursachen. Erst nach gründlichem Entbittern verwenden. Eichenrinde innerlich nur kurzzeitig und nicht bei großflächigen Hautschäden anwenden.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "birke",
      "name": "Hänge-Birke",
      "botanisch": "Betula pendula",
      "familie": "Birkengewächse (Betulaceae)",
      "volksnamen": [
        "Weißbirke",
        "Sandbirke",
        "Maibaum",
        "Besenbaum"
      ],
      "teile": {
        "knospe": [
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        ],
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        ],
        "trieb": [
          3,
          4
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Moor & Heide"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter im Salat, Birkensaft frisch oder vergoren. Heilkunde: Birkenblättertee ist das klassische Durchspülungsmittel bei Harnwegsinfekten und in der Frühjahrskur; wirkt aquaretisch, also nur wenn man dazu viel trinkt.",
      "sammeltipp": "Blätter jung ernten, solange sie klebrig-harzig und hellgrün sind - dann sind sie am wirkstoffreichsten und schmecken nicht bitter. Birkensaft nur an starken Bäumen (ab ca. 20 cm Stammdurchmesser), im März vor dem Blattaustrieb, mit einer dünnen Bohrung schräg nach oben; höchstens ein bis zwei Liter je Baum, dann das Loch mit einem Holzdübel schließen. Ein Baum pro Jahr, nicht derselbe zweimal.",
      "verwechslung": "Keine gefährliche Verwechslung. Moor-Birke (B. pubescens) ist gleichwertig verwendbar.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "linde",
      "name": "Winter-Linde",
      "botanisch": "Tilia cordata",
      "familie": "Malvengewächse (Malvaceae)",
      "volksnamen": [
        "Steinlinde",
        "Lindenblütenbaum",
        "Dorflinde"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          5
        ],
        "bluete": [
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        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter sind mild und schleimig, hervorragende Salatbasis in Mengen, in denen sonst nichts zu holen ist. Heilkunde: Lindenblütentee ist neben Holunderblüte das schweißtreibende Erkältungsmittel der Volksmedizin, mild genug für Kinder.",
      "sammeltipp": "Blüten an einem trockenen, sonnigen Vormittag ernten, wenn der Baum duftet und ein Teil der Blüten noch knospig ist - voll aufgeblühte Stände verlieren beim Trocknen schnell an Aroma. Das hängende Hochblatt (Flugblatt) wird mitgeerntet, es gehört zur Droge. Zügig und schattig trocknen, die Blüte bräunt sonst. Winterlinde blüht etwa zwei Wochen später als die Sommerlinde - so hat man zwei Erntefenster.",
      "verwechslung": "Winter- und Sommerlinde (T. platyphyllos) sind beide verwendbar. Die häufig gepflanzte Silberlinde (T. tomentosa) blüht später und wird traditionell gemieden; ihr Nektar ist für Hummeln problematisch. Blätter unterseits weißfilzig - dann stehen lassen.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "fichte",
      "name": "Gemeine Fichte",
      "botanisch": "Picea abies",
      "familie": "Kieferngewächse (Pinaceae)",
      "volksnamen": [
        "Rottanne",
        "Peche",
        "Gramme"
      ],
      "teile": {
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          5
        ],
        "blatt": [
          1,
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          4,
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          10,
          11,
          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Nadelwald",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: die hellgrünen Maiwipfel roh als Snack, als Sirup, Honig, Pesto oder in Salz eingelegt - zitronig-harzig. Heilkunde: Fichtenspitzensirup ist der klassische Hausmittel-Hustensirup; Nadeltee als Vitamin-C-Quelle im Winter, Harz äußerlich als Zugsalbe.",
      "sammeltipp": "Maiwipfel nur ernten, solange die Braunkappe noch anhängt oder eben abgefallen ist und der Trieb weich und hellgrün ist - meist ein Fenster von zwei bis drei Wochen. Nie den Gipfeltrieb nehmen, das verkrüpplt den Baum; nur einzelne Seitentriebe, nie alle von einem Zweig. WICHTIG: Nadelwald ist fast immer bewirtschaftetes Eigentum, das Abschneiden von Trieben ist keine Handstraußregel-Frage, sondern braucht die Erlaubnis des Waldbesitzers.",
      "verwechslung": "Kritisch ist die Abgrenzung zur Eibe (Taxus baccata), die stark giftig ist. Fichtennadeln sitzen ringsum am Zweig, sind vierkantig, stechen und lassen beim Abziehen ein kleines braunes Stielchen am Zweig zurück. Eibennadeln sind flach, weich, biegsam, nicht stechend, unterseits mattgrün und zweizeilig gescheitelt. Im Zweifel: Eiben stehen fast nie im Wirtschaftswald, sondern in Parks und auf Friedhöfen. Wer unsicher ist, lässt es.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "waldkiefer",
      "name": "Wald-Kiefer",
      "botanisch": "Pinus sylvestris",
      "familie": "Kieferngewächse (Pinaceae)",
      "volksnamen": [
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          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Nadelwald",
        "Moor & Heide",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Triebe wie bei der Fichte, Nadeln als Tee. Heilkunde: Kiefernsprossen sind eine anerkannte Erkältungsdroge für Inhalation und Bad; Kiefernnadelöl löst zähen Schleim.",
      "sammeltipp": "Die geschlossenen, harzigen Knospen im März sind die eigentliche Arzneidroge (Pini turiones) und intensiver als die Maitriebe. Nadeln lassen sich das ganze Jahr ernten und sind eine der wenigen zuverlässigen Vitamin-C-Quellen im Januar - klein schneiden und mit 80 Grad heißem, nicht kochendem Wasser aufgießen. Auch hier: Wald hat einen Besitzer, vorher fragen.",
      "verwechslung": "Die langen, paarweise sitzenden Nadeln (2 pro Kurztrieb, 4-7 cm) und die orangerote obere Stammrinde machen die Waldkiefer eindeutig. Abgrenzung zur Eibe wie bei der Fichte beschrieben - Eibennadeln sind flach und weich, Kiefernnadeln lang, steif und paarweise.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "wacholder",
      "name": "Gemeiner Wacholder",
      "botanisch": "Juniperus communis",
      "familie": "Zypressengewächse (Cupressaceae)",
      "volksnamen": [
        "Kranewitt",
        "Machandel",
        "Reckholder",
        "Feuerbaum"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
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          11
        ]
      },
      "standort": [
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Moor & Heide",
        "Nadelwald"
      ],
      "verwendung": "Küche: Beerenzapfen als Gewürz zu Wild, Sauerkraut, Beize; Grundlage von Gin. Heilkunde: traditionell verdauungsfördernd und harntreibend, in der Volksmedizin als Kur.",
      "sammeltipp": "Nur die blauschwarzen, reifen Beerenzapfen des zweiten oder dritten Jahres ernten, grüne stehen lassen - an einem Strauch hängen immer beide Reifegrade gleichzeitig. Ein Tuch unterlegen und leicht klopfen. WICHTIG: Der Gemeine Wacholder ist in Sachsen selten geworden und seine Heiden sind vielerorts Schutzgebiete. In freier Natur nur sehr wenige Beeren nehmen, in Naturschutzgebieten gar nicht. Gartenexemplare sind die bessere Quelle.",
      "verwechslung": "Der als Zierpflanze verbreitete Sadebaum / Stink-Wacholder (Juniperus sabina) ist stark giftig und abortiv. Unterschied: Sade-Wacholder hat schuppenförmig anliegende Blätter (wie ein Lebensbaum) und riecht beim Zerreiben unangenehm scharf. Der Gemeine Wacholder hat abstehende, stechende Nadeln in Dreiergruppen mit einem weißen Längsstreifen oben. Nadeln statt Schuppen ist das entscheidende Merkmal.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "salweide",
      "name": "Sal-Weide",
      "botanisch": "Salix caprea",
      "familie": "Weidengewächse (Salicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Palmkätzchen",
        "Kätzchenweide",
        "Palmweide"
      ],
      "teile": {
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        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Auwald & Ufer",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Heilkunde: Weidenrinde enthält Salicin, den pflanzlichen Vorläufer der Acetylsalicylsäure - traditionell als Tee bei Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. Wirkt sanfter und langsamer als die Tablette. Küche: keine.",
      "sammeltipp": "Rinde im zeitigen Frühjahr, wenn der Saft steigt und sie sich in Streifen lösen lässt, ausschließlich von zwei- bis dreijährigen Zweigen. Niemals den Stamm ringeln. Weiden treiben nach Rückschnitt willig wieder aus - wer ohnehin schneidet oder Schnittgut findet, hat die beste Quelle. Blühende Kätzchen bitte stehen lassen: sie sind im März die wichtigste Nahrung für Wildbienen und Hummelköniginnen, und das Abschneiden blühender Weidenzweige ist vielerorts ausdrücklich untersagt.",
      "verwechslung": "Die Weidenarten sind untereinander gleichwertig; Silberweide (S. alba) und Purpurweide (S. purpurea) haben sogar höhere Salicingehalte. Wichtig ist nur, kein anderes Gehölz zu erwischen - Weiden erkennt man an den einknospigen, kappenförmig abfallenden Knospenschuppen.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "schwarzpappel",
      "name": "Pappel (Knospen)",
      "botanisch": "Populus nigra / Populus x canadensis",
      "familie": "Weidengewächse (Salicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Schwarzpappel",
        "Balsampappel",
        "Pappelknospe"
      ],
      "teile": {
        "knospe": [
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          2,
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      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Heilkunde: die harzigen Knospen sind der Grundstoff der Pappelsalbe (Unguentum populi), traditionell äußerlich bei Hämorrhoiden, Wunden und rheumatischen Beschwerden. Enthalten wie die Weide Salicylverbindungen. Küche: keine.",
      "sammeltipp": "Knospen an einem milden Tag im Spätwinter ernten, wenn sie klebrig-harzig sind und intensiv balsamisch duften. Am einfachsten nach Sturm oder Schnittarbeiten von abgebrochenen Zweigen am Boden - Pappeln sind hoch und werfen zuverlässig Äste ab. Direkt in Öl ansetzen, das Harz lässt sich sonst kaum von den Fingern lösen. Der Auwald der Leipziger Elster-Pleiße-Aue ist Pappelland, ein großer Teil davon ist allerdings Schutzgebiet.",
      "verwechslung": "Nicht mit den nicht-harzigen Knospen anderer Gehölze verwechseln - das entscheidende Merkmal ist der intensive, balsamische Duft beim Zerdrücken.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "faulbaum",
      "name": "Faulbaum",
      "botanisch": "Frangula alnus",
      "familie": "Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)",
      "volksnamen": [
        "Pulverholz",
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        "Grünholz"
      ],
      "teile": {
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        ]
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      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Moor & Heide",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Heilkunde: Faulbaumrinde ist ein anerkanntes pflanzliches Abführmittel und wirkt am Dickdarm. Nur kurzfristig anwenden. Küche: keine, die Beeren sind giftig.",
      "sammeltipp": "Rinde von jungen Zweigen im Frühjahr schälen. Entscheidend: die Rinde muss mindestens ein Jahr trocken lagern oder eine Stunde bei 100 Grad erhitzt werden, bevor sie verwendet wird - frisch ausgelöst sie heftiges Erbrechen und Koliken aus. Das ist kein Vorsichtshinweis, sondern der Grund, warum die Droge in der Apotheke als 'gelagert' deklariert wird.",
      "verwechslung": "Der Echte Kreuzdorn (Rhamnus cathartica) hat Dornen und gegenständige Blätter, der Faulbaum ist dornenlos mit wechselständigen Blättern und 7-9 parallelen Seitennervenpaaren. Beide Rinden wirken abführend, der Kreuzdorn deutlich drastischer. Wer die beiden nicht sicher trennt, sollte keine von beiden ernten.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Frische Rinde ist ein starkes Brechmittel. Die Beeren sind giftig und führen zu heftigem Erbrechen und Durchfall - nie essen. Auch die gelagerte Rinde nicht in der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Kindern unter 12 Jahren, und nicht länger als ein bis zwei Wochen.",
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "himbeere",
      "name": "Wald-Himbeere",
      "botanisch": "Rubus idaeus",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hindbeere",
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        "Mollbeere"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          7,
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          9
        ],
        "frucht": [
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Laubwald",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: Früchte frisch, als Konfitüre, Essig, Sirup. Heilkunde: Himbeerblättertee ist der klassische Frauentee der letzten Schwangerschaftswochen (traditionell erst ab der 37. Woche) und wird außerdem als adstringierendes Gurgelmittel verwendet.",
      "sammeltipp": "Blätter jung, vor der Blüte, an einem trockenen Vormittag ernten. Rohe getrocknete Himbeerblätter schmecken nach Heu - die traditionelle Methode ist Fermentation: Blätter anwelken, mit dem Nudelholz quetschen bis Saft austritt, in einem geschlossenen Gefäß 1-2 Tage bei Zimmertemperatur ziehen lassen bis sie fruchtig duften, dann trocknen. Ergibt einen schwarzteeähnlichen Aufguss. Früchte pflücken sich am besten am Vormittag, sie halten kaum einen Tag.",
      "verwechslung": "Von der Brombeere durch die unterseits weißfilzigen Blätter und die vom Zapfen ablösbare Frucht (hohle Beere) zu trennen. Beide sind unbedenklich.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "brombeere",
      "name": "Brombeere",
      "botanisch": "Rubus fruticosus agg.",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
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        ],
        "frucht": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Laubwald"
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      "verwendung": "Küche: Früchte frisch und eingekocht; die geschälten jungen Triebe roh wie Gemüse. Heilkunde: Blättertee ist gerbstoffreich und adstringierend, traditionell bei Durchfall und als Gurgelmittel; einer der wenigen Tees, die man im Januar frisch ernten kann.",
      "sammeltipp": "Die große Stärke der Brombeere ist, dass ihre Blätter wintergrün sind - im Januar findet man an geschützten Stellen noch brauchbare, dunkelgrüne Blätter. Blätter wie beim Himbeerblatt fermentieren, das hebt sie geschmacklich enorm. Junge Triebe im Frühjahr ernten, solange sie sich mit dem Daumennagel durchdrücken lassen, dann Stacheln und Außenhaut abziehen. Früchte erst nehmen, wenn sie matt-schwarz und weich sind und sich von selbst lösen; glänzend-schwarze sind noch sauer.",
      "verwechslung": "Keine gefährliche Verwechslung. Die Sammelart umfasst hunderte Kleinarten, die alle gleichwertig verwendbar sind - eine Bestimmung bis zur Art ist weder möglich noch nötig.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "heidelbeere",
      "name": "Heidelbeere",
      "botanisch": "Vaccinium myrtillus",
      "familie": "Heidekrautgewächse (Ericaceae)",
      "volksnamen": [
        "Blaubeere",
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      },
      "standort": [
        "Nadelwald",
        "Moor & Heide",
        "Laubwald"
      ],
      "verwendung": "Küche: Früchte frisch, als Kompott, getrocknet. Heilkunde: getrocknete Heidelbeeren sind ein bewährtes Mittel bei Durchfall (gerbstoffreich), frische wirken eher gegenteilig. Die Blätter werden traditionell verwendet, sind aber umstritten.",
      "sammeltipp": "Die Wildheidelbeere färbt Fruchtfleisch und Saft dunkel - daran erkennt man sie von der hellfleischigen Kulturheidelbeere. Von Hand pflücken, nicht mit dem Beerenkamm: der reißt Blätter und Triebe ab und schädigt den Bestand für Jahre. Fuchsbandwurm: das Risiko wird in der Praxis überschätzt, aber wer bodennahe Beeren roh isst, sollte das wissen - Erhitzen auf über 70 Grad tötet die Eier sicher ab, Einfrieren nicht.",
      "verwechslung": "Am gleichen Standort wächst die giftige Rauschbeere (Vaccinium uliginosum): sie hat blaubereifte Beeren mit HELLEM, wasserklarem Fruchtfleisch, ganzrandige, unterseits blaugrüne Blätter und rundliche, braune statt grüne, kantige Zweige. Wer das Fruchtfleisch anschaut, kann sich nicht irren: Heidelbeere färbt, Rauschbeere nicht.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "preiselbeere",
      "name": "Preiselbeere",
      "botanisch": "Vaccinium vitis-idaea",
      "familie": "Heidekrautgewächse (Ericaceae)",
      "volksnamen": [
        "Kronsbeere",
        "Riffelbeere",
        "Grastelbeere"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          8,
          9
        ],
        "blatt": [
          1,
          2,
          3,
          4,
          5,
          6,
          7,
          8,
          9,
          10,
          11,
          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Nadelwald",
        "Moor & Heide"
      ],
      "verwendung": "Küche: Früchte als herbes Kompott zu Wild und Käse. Heilkunde: die Blätter enthalten wie die Bärentraube Arbutin und werden traditionell zur Durchspülung der Harnwege verwendet - nur kurzzeitig.",
      "sammeltipp": "Immergrüner Zwergstrauch, die ledrigen Blätter sind das ganze Jahr über verfügbar und deshalb im Winter interessant. In Sachsen vor allem im Erzgebirge und in Kiefernwäldern der Heidegebiete, im Leipziger Tiefland selten. Der Bestand wächst langsam und ist vielerorts rückgängig - sehr sparsam ernten, nie flächig abriffeln.",
      "verwechslung": "Die Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) sieht sehr ähnlich aus und wird gleich verwendet, ist aber besonders geschützt und darf nicht gesammelt werden. Unterschied: Preiselbeerblätter sind unterseits dunkel punktiert und am Rand leicht umgerollt, Bärentraubenblätter unterseits netznervig ohne Punkte. Im Zweifel stehen lassen.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "hopfen",
      "name": "Hopfen",
      "botanisch": "Humulus lupulus",
      "familie": "Hanfgewächse (Cannabaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hopfenrebe",
        "Wilder Hopfen",
        "Hupfen"
      ],
      "teile": {
        "trieb": [
          4,
          5
        ],
        "frucht": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Waldrand & Hecke",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: die jungen Triebe im Frühjahr sind ein Delikatessgemüse, wie Spargel gegart ('Hopfenspargel'). Heilkunde: Hopfenzapfen sind eine anerkannte Beruhigungs- und Einschlafdroge, meist mit Baldrian kombiniert; auch als Hopfenkissen.",
      "sammeltipp": "Triebe im April ernten, solange sie noch zart sind und sich brechen statt biegen - die ersten 15-20 cm. Zapfen ernten, wenn sie papierartig rascheln, hellgrün bis strohfarben sind und beim Zerreiben klebriges, gelbes Lupulin abgeben; das ist der Wirkstoffträger. Sind sie braun, ist man zu spät. Wildhopfen ist im Leipziger Auwald häufig und rankt gern in Weiden und Erlen.",
      "verwechslung": "Die rauhen, gegenständigen, meist dreilappigen Blätter und die kletternde Wuchsform sind eindeutig. Achtung beim Trieb-Sammeln im Frühjahr: die Zaunrübe (Bryonia dioica) rankt an denselben Stellen, hat aber Ranken (der Hopfen windet ohne Ranken) und ist stark giftig.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "felsenbirne",
      "name": "Felsenbirne",
      "botanisch": "Amelanchier ovalis / Amelanchier lamarckii",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Korinthenbaum",
        "Rosinenbaum",
        "Edelweißstrauch"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          4
        ],
        "frucht": [
          6,
          7
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: die reifen Früchte schmecken nach Heidelbeere mit Marzipannote, roh, als Marmelade oder getrocknet wie Rosinen. Heilkunde: keine nennenswerte Tradition.",
      "sammeltipp": "Die Kupfer-Felsenbirne ist in Leipzig ein häufiger Straßen- und Parkstrauch und wird fast nie beerntet - eine der ergiebigsten Stadtfrüchte überhaupt. Ernten, wenn die Früchte dunkelviolett bis fast schwarz und weich sind, meist Ende Juni. Vorsicht: die Vögel sind schnell, das Fenster ist knapp eine Woche.",
      "verwechslung": "Nicht mit unreifen Früchten des Roten Hartriegels verwechseln (die sind schwarz und ungenießbar, aber am gegenständigen Blatt und den roten Zweigen zu erkennen). Felsenbirnenblätter sind wechselständig und fein gesägt, die Frucht trägt oben einen Kelchrest wie eine Miniatur-Birne.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Die Samen enthalten wie bei anderen Kernobstgewächsen cyanogene Glykoside. In den üblichen Mengen unproblematisch, aber große Mengen zerkauter Kerne meiden.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "mahonie",
      "name": "Mahonie",
      "botanisch": "Berberis aquifolium (Mahonia aquifolium)",
      "familie": "Berberitzengewächse (Berberidaceae)",
      "volksnamen": [
        "Stechdornblättrige Mahonie",
        "Oregongrape"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
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          7
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: die blaubereiften Beeren sind sehr sauer, ergeben aber ein gutes Gelee und einen leuchtenden Saft. Heilkunde: standardisierte Rindenextrakte werden bei Schuppenflechte verwendet - das ist Apothekensache, keine Selbstherstellung.",
      "sammeltipp": "Die häufigste ungenutzte Stadtfrucht: Mahonien stehen in fast jeder Grünanlage. Ernten, wenn die Beeren tiefblau bereift und weich sind. Handschuhe, die Blätter stechen wie Stechpalme. Beim Sammeln in Grünanlagen an Hundeurin denken - nur über Kniehöhe pflücken.",
      "verwechslung": "Die immergrünen, stachelig gezähnten, glänzenden Fiederblätter sind unverwechselbar.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Rinde und Wurzel enthalten Berberin und sind in Menge giftig. Nur die Früchte verwenden, und auch die nicht in großen Mengen roh.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "robinie",
      "name": "Robinie",
      "botanisch": "Robinia pseudoacacia",
      "familie": "Hülsenfrüchtler (Fabaceae)",
      "volksnamen": [
        "Falsche Akazie",
        "Scheinakazie",
        "Silberregen"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          5,
          6
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: die duftenden Blütentrauben ausgebacken als Küchle, als Sirup oder Gelee - eines der besten Wildblütenaromen überhaupt. Heilkunde: keine Selbstanwendung, die Pflanze ist zu problematisch.",
      "sammeltipp": "Nur die voll geöffneten, weißen Blütentrauben ernten, an einem trockenen Vormittag, und ausschließlich die Blüten - keine Stiele, keine Blätter, keine unreifen Hülsen. Sofort verarbeiten, das Aroma hält keinen Tag. Robinien säumen in Leipzig viele Bahndämme und Brachen und blühen dort massenhaft.",
      "verwechslung": "Der Goldregen (Laburnum anagyroides) blüht GELB in hängenden Trauben und ist stark giftig - die weiße Blüte der Robinie ist das entscheidende Merkmal. Nie gelbe Schmetterlingsblüten sammeln.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Rinde, Blätter und besonders die Samen enthalten die Toxalbumine Robin und Phasin und sind deutlich giftig - Vergiftungen bei Kindern nach dem Kauen von Rinde sind dokumentiert. Ausschließlich die Blüten verwenden, und diese nicht in großen Mengen roh.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "berberitze",
      "name": "Gewöhnliche Berberitze",
      "botanisch": "Berberis vulgaris",
      "familie": "Berberitzengewächse (Berberidaceae)",
      "volksnamen": [
        "Sauerdorn",
        "Essigbeere",
        "Weinnägelein",
        "Zitronenstrauch"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          9,
          10
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: die knallroten, sehr sauren Beeren getrocknet als Gewürz (Zereshk in der persischen Küche), als Gelee oder Saft. Heilkunde: die Wurzelrinde wurde traditionell bei Leber- und Gallenbeschwerden verwendet - wegen des Berberingehalts heute nicht zur Selbstanwendung empfohlen.",
      "sammeltipp": "Beeren nach dem ersten Frost ernten, dann sind sie milder. Ganze Fruchttrauben abschneiden ist praktischer als einzeln pflücken. Feste Handschuhe: die dreiteiligen Dornen sind unangenehm. Der Strauch wurde lange bekämpft, weil er Zwischenwirt des Getreide-Schwarzrostes ist - in Ackernähe steht er selten.",
      "verwechslung": "Vom Sanddorn durch rote statt orange Beeren und die charakteristischen dreiteiligen Dornen zu trennen. Beide unbedenklich in den Früchten.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Alle Pflanzenteile außer den reifen Früchten enthalten Berberin und sind giftig, die Wurzelrinde am stärksten. Nur die Beeren verwenden.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "mispel",
      "name": "Echte Mispel",
      "botanisch": "Mespilus germanica",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hundsärsch",
        "Asperl",
        "Nespel"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          10,
          11
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: nur teigig-überreif essbar, dann süß und apfelig; als Mus, Gelee, Likör. Heilkunde: traditionell adstringierend bei Durchfall (im unreifen Zustand).",
      "sammeltipp": "Die Mispel ist die klassische Frucht, die man erst nach dem Frost ernten kann - sie muss 'teigen', also durch Frost und Lagerung braun und matschig werden. Vorher ist sie steinhart und zusammenziehend. Im Oktober pflücken und kühl auf Stroh lagern, oder nach dem ersten Frost direkt vom Baum. Bei uns fast nur verwildert aus alten Gärten und Streuobstwiesen.",
      "verwechslung": "Die großen, länglichen Blätter und die eigentümliche Frucht mit dem weit offenen Kelchkranz sind unverwechselbar.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "rosskastanie",
      "name": "Rosskastanie",
      "botanisch": "Aesculus hippocastanum",
      "familie": "Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)",
      "volksnamen": [
        "Kastanie",
        "Wilde Kastanie",
        "Pferdekastanie"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          9,
          10
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Laubwald"
      ],
      "verwendung": "Küche: NICHT essbar. Praktisch: zerkleinert und in Wasser geschüttelt ergeben die Samen durch ihren Saponingehalt eine brauchbare Waschlauge für Textilien. Heilkunde: standardisierte Extrakte (Aescin) sind ein anerkanntes Venenmittel bei Krampfadern - als Fertigarznei, nicht als Hausmittel.",
      "sammeltipp": "Im September und Oktober vom Boden auflesen, glänzende und feste aussuchen. Für Waschmittel: frisch klein schneiden (getrocknet sind sie steinhart), trocknen und portionsweise mit heißem Wasser übergießen. Aus etwa 5-6 Kastanien wird eine Waschladung. Achtung: die Lauge ist leicht trübend, für weiße Wäsche nur die geschälten weißen Stücke verwenden.",
      "verwechslung": "Die Esskastanie (Castanea sativa) hat eine stachelige, igelartige Fruchthülle mit mehreren abgeflachten, zugespitzten Nüssen und längliche, gesägte Blätter. Die Rosskastanie hat eine wenig-stachelige Kapsel mit meist einem runden Samen und handförmig gefingerte Blätter. Wer eine Spitze und ein Zipfelchen an der Nuss sieht, hat die essbare Esskastanie.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Roh giftig durch Aescin und Saponine: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall. Nicht essen, auch nicht geröstet. Die Verwendung beschränkt sich auf Waschmittel und pharmazeutische Extrakte.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "esskastanie",
      "name": "Ess-Kastanie",
      "botanisch": "Castanea sativa",
      "familie": "Buchengewächse (Fagaceae)",
      "volksnamen": [
        "Marone",
        "Edelkastanie",
        "Keschde"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          10,
          11
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: geröstet, gekocht, als Mehl, Suppe, Füllung. Heilkunde: Blätterabkochung traditionell bei Reizhusten und Keuchhusten.",
      "sammeltipp": "Vom Boden auflesen, sobald die stacheligen Fruchtbecher aufplatzen. Schwimmprobe: Kastanien, die in Wasser oben schwimmen, sind wurmig oder trocken - aussortieren. Vor dem Rösten kreuzweise einritzen, sonst platzen sie. In Sachsen nur zerstreut, meist angepflanzt in Parks und wärmebegünstigten Lagen; in Leipzig in einigen Parkanlagen zu finden.",
      "verwechslung": "Siehe Rosskastanie - das ist die wichtige Unterscheidung. Merksatz: gefiederte, längliche Einzelblätter und Nüsse mit Zipfel = essbar; handförmige Blätter und runde, glatte Kugeln = Rosskastanie, nicht essbar.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "efeu",
      "name": "Efeu",
      "botanisch": "Hedera helix",
      "familie": "Araliengewächse (Araliaceae)",
      "volksnamen": [
        "Eppich",
        "Wintergrün",
        "Mauerpfau"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          1,
          2,
          3,
          4,
          5,
          6,
          7,
          8,
          9,
          10,
          11,
          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: NICHT essbar. Praktisch: eine Handvoll Blätter in einem Beutel mitgewaschen ersetzt durch den Saponingehalt Waschmittel für Buntwäsche. Heilkunde: Efeublätterextrakt ist ein anerkanntes, gut belegtes Hustenmittel - aber ausschließlich als standardisiertes Fertigpräparat, nie als selbst gemachter Tee.",
      "sammeltipp": "Ganzjährig verfügbar, deshalb im Winter praktisch. Für Waschmittel etwa 10 handgroße Blätter zerreißen, in ein Wäschesäckchen geben und normal mitwaschen. Efeu ist eine der wichtigsten späten Nektarquellen im Oktober - blühende Triebe stehen lassen.",
      "verwechslung": "Keine relevante Verwechslung mit Nutzpflanzen. Die dunkelgrünen, ledrigen, oft drei- bis fünflappigen Blätter an kletternden Haftwurzeltrieben sind eindeutig.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Alle Teile sind giftig, die schwarzen Beeren besonders. Selbst gemachter Efeutee ist gefährlich: die Dosierung der Saponine ist nicht kontrollierbar und kann zu Erbrechen, Durchfall und Kreislaufproblemen führen. Der Pflanzensaft kann Kontaktdermatitis auslösen - beim Schneiden Handschuhe tragen.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "japanknoeterich",
      "name": "Japanischer Staudenknöterich",
      "botanisch": "Reynoutria japonica",
      "familie": "Knöterichgewächse (Polygonaceae)",
      "volksnamen": [
        "Japanknöterich",
        "Kamtschatka-Knöterich"
      ],
      "teile": {
        "trieb": [
          4,
          5
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: die jungen Triebe schmecken wie Rhabarber - als Kompott, Kuchen, Chutney, Sirup. Heilkunde: in der ostasiatischen Tradition als Resveratrol-Quelle genutzt, hierzulande ohne etablierte Anwendung.",
      "sammeltipp": "Die seltene Wildpflanze, bei der Ernten ausdrücklich erwünscht ist: ein invasiver Neophyt, der ganze Uferabschnitte überwächst. Triebe im April/Mai ernten, solange sie unter 30 cm hoch, hohl und mit dem Fingernagel leicht zu durchtrennen sind; Außenhaut abziehen. WICHTIG: keine Pflanzenteile transportieren, aus denen neue Pflanzen entstehen können - Reste im Restmüll entsorgen, nie auf dem Kompost. Der Knöterich reichert Schwermetalle an, deshalb nicht an Bahndämmen und Altlastenflächen ernten.",
      "verwechslung": "Die jungen Triebe könnten mit Bambusschossen verwechselt werden, was harmlos wäre. Ernsthafte Verwechslungen sind nicht bekannt; die rötlich gesprenkelten, hohlen Triebe mit den häutigen Tüten an den Knoten sind typisch.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "heidekraut",
      "name": "Besenheide",
      "botanisch": "Calluna vulgaris",
      "familie": "Heidekrautgewächse (Ericaceae)",
      "volksnamen": [
        "Heidekraut",
        "Erika",
        "Besenkraut",
        "Brandheide"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Moor & Heide",
        "Nadelwald",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: Blüten als Teezusatz und zum Aromatisieren; Heidehonig ist ein Begriff. Heilkunde: traditionell harntreibend und bei rheumatischen Beschwerden, heute randständig.",
      "sammeltipp": "Blühende Triebspitzen im Spätsommer schneiden. Heideflächen sind Lebensraum spezialisierter Arten und in Sachsen fast durchweg Schutzgebiete oder Pflegeflächen - dort nichts entnehmen. In Kiefernforsten und auf Truppenübungsplatz-Randbereichen ist Calluna dagegen häufig.",
      "verwechslung": "Die Glockenheide (Erica tetralix) hat größere, glockenförmige Blüten und nadelförmige Blätter in Quirlen; unbedenklich, aber deutlich seltener und schutzbedürftiger.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "baerlauch",
      "name": "Bärlauch",
      "botanisch": "Allium ursinum",
      "familie": "Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)",
      "volksnamen": [
        "Waldknoblauch",
        "Hexenzwiebel",
        "Ramsen",
        "Zigeunerlauch",
        "Rams"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          3,
          4
        ],
        "knospe": [
          4
        ],
        "bluete": [
          4,
          5
        ],
        "frucht": [
          5,
          6
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Laubwald"
      ],
      "verwendung": "Küche: Blätter als Pesto, Suppe, Butter, Salz; die Knospen wie Kapern in Essig; die grünen Samen als scharfes Gewürz. Heilkunde: traditionell als Frühjahrskur, blutreinigend und blutdrucksenkend; wie der Knoblauch, aber milder und mit höherem Anteil an schwefelhaltigen Verbindungen.",
      "sammeltipp": "Blätter unbedingt VOR der Blüte ernten, danach werden sie fasrig und verlieren Aroma. Jedes Blatt einzeln pflücken und dabei zerreiben und daran riechen - das ist die einzige zuverlässige Sicherung gegen die tödlichen Doppelgänger, und sie funktioniert nur bei Einzelblättern, nicht bei ganzen Händen voll. Nie ganze Büschel abschneiden. Die Zwiebel stehen lassen: sie kostet die Pflanze das Leben und die Ernte ist nach BNatSchG kritisch. Im Leipziger Auwald wächst Bärlauch teils flächendeckend, viele dieser Flächen sind aber NSG oder FFH-Gebiet - dort ist die Entnahme untersagt.",
      "verwechslung": "DIE gefährlichste Verwechslung der heimischen Wildkräuter, mit Todesfällen. Maiglöckchen (Convallaria majalis): Blätter zu zweit oder dritt aus einem gemeinsamen Stiel, derber, oberseits glänzend, ohne Knoblauchgeruch. Herbstzeitlose (Colchicum autumnale): Blätter ohne Stiel direkt aus dem Boden, dicker, fleischiger, in der Mitte gefaltet, ohne Geruch - die giftigste der drei, das Colchicin hat kein Gegengift. Aronstab (Arum maculatum): pfeilförmiges Blatt mit netzartiger Nervatur. Bärlauch dagegen: JEDES Blatt einzeln an einem eigenen, dreikantigen Stiel, matt auf der Unterseite, Nerven parallel, und riecht beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch. Achtung, der Geruch haftet an den Fingern und täuscht dann - nach jedem Blatt an einer sauberen Stelle riechen oder die Hände abwischen.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "giersch",
      "name": "Giersch",
      "botanisch": "Aegopodium podagraria",
      "familie": "Doldenblütler (Apiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Geißfuß",
        "Zipperleinskraut",
        "Dreiblatt",
        "Podagrakraut",
        "Baumtropf"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          3,
          4,
          5,
          6,
          7,
          8,
          9,
          10
        ],
        "bluete": [
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          7
        ],
        "frucht": [
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Acker & Garten",
        "Auwald & Ufer",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: das vielleicht beste Wildgemüse überhaupt - roh im Salat, als Spinat, Suppe, Pesto; Samen als Gewürz mit Petersilie-Karotten-Note. Heilkunde: der Name Zipperleinskraut verweist auf die traditionelle Anwendung bei Gicht und rheumatischen Beschwerden.",
      "sammeltipp": "Die glänzenden, hellgrünen jungen Blätter im Frühjahr sind die besten. Nach der Blüte werden sie derb - wer den Bestand im Juni abmäht, hat drei Wochen später wieder frischen Austrieb, das funktioniert bis in den Oktober. Der beste Gartenunkraut-Deal, den es gibt: man kann nicht zu viel ernten.",
      "verwechslung": "Der Merksatz zur sicheren Ansprache: 'Drei-Drei-Drei, Giersch ist dabei' - dreikantiger Stiel (im Querschnitt fühlbar), dreiteiliger Blattstiel, drei Blättchen je Teil (also 9). Dazu ein Blattstiel ohne Rinne und ein möhrenartiger Geruch. Damit ist er von den giftigen Doldenblütlern (Schierling, Hundspetersilie) sicher zu trennen, die alle einen runden, gerillten Stiel haben. Wer nur die Blattform vergleicht, kann sich vertun - der Stielquerschnitt ist das entscheidende Merkmal.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "brennnessel",
      "name": "Große Brennnessel",
      "botanisch": "Urtica dioica",
      "familie": "Brennnesselgewächse (Urticaceae)",
      "volksnamen": [
        "Nessel",
        "Donnernessel",
        "Haarnessel",
        "Scharfnessel"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          4,
          5,
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          10
        ],
        "frucht": [
          8,
          9,
          10
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        "wurzel": [
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          11,
          12,
          1,
          2,
          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Auwald & Ufer",
        "Acker & Garten",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: Blätter als Spinat, Suppe, Chips; die Samen sind ein hochwertiges, nussiges Kraftfutter über Müsli und Salat. Heilkunde: Blättertee zur Durchspülung bei Harnwegsinfekten und in der Frühjahrskur; die WURZEL ist eine ganz andere Droge und wird bei gutartiger Prostatavergrößerung eingesetzt.",
      "sammeltipp": "Die jungen Triebspitzen im Frühjahr sind die besten; nach der Blüte können sich in älteren Blättern Cystolithen bilden, die die Nieren reizen - dann nur noch die frischen Spitzen nehmen. Brennhaare verlieren ihre Wirkung durch Blanchieren, Trocknen, kräftiges Kneten oder Ausrollen mit dem Nudelholz. Samen ernten, wenn die Fruchtstände grün bis hellbraun hängen; ganze Rispen abstreifen und trocknen. Wurzel im Spätherbst oder Vorfrühjahr graben, wenn die Pflanze eingezogen ist.",
      "verwechslung": "Die Taubnesseln (Lamium) sehen ähnlich aus, brennen aber nicht und sind ebenfalls essbar - eine Verwechslung ist folgenlos. Vor der Blüte unterscheidet man sie am kantigen Stiel und den Lippenblüten der Taubnessel. Ernsthaft giftige Doppelgänger gibt es nicht.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "loewenzahn",
      "name": "Löwenzahn",
      "botanisch": "Taraxacum sect. Ruderalia",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Butterblume",
        "Pusteblume",
        "Kuhblume",
        "Bettseicher",
        "Röhrlkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          3,
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          5,
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        "bluete": [
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        "wurzel": [
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          12,
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          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter als Salat, Blüten als Sirup ('Löwenzahnhonig') und Geleé, Knospen wie Kapern, geröstete Wurzel als Kaffee-Ersatz. Heilkunde: Blatt harntreibend (der Volksname Bettseicher ist Programm), Wurzel bittertonisch für Leber und Galle - eine der klassischen Frühjahrskurpflanzen.",
      "sammeltipp": "Blätter sind am mildesten vor der Blüte und aus dem Schatten; nach der Blüte werden sie bitter, treiben im September aber nochmal zart nach. Blüten am sonnigen Mittag ernten, wenn sie voll offen sind, und möglichst nur die gelben Zungenblüten abzupfen - das grüne Kelchgewebe macht den Sirup bitter. Wurzel im Spätherbst graben, wenn der Inulingehalt am höchsten ist, oder im zeitigen Frühjahr; ein Stechheber oder eine schmale Grabgabel hilft, die Pfahlwurzel bricht sonst.",
      "verwechslung": "Mehrere ähnliche Korbblütler (Ferkelkraut, Habichtskraut, Wiesen-Pippau) sind alle ungiftig, aber teils bitterer. Löwenzahn erkennt man am unverzweigten, hohlen, blattlosen Blütenstiel, der beim Brechen weißen Milchsaft abgibt, und an der grundständigen Rosette. Wer einen beblätterten oder verzweigten Stiel sieht, hat etwas anderes - was aber nicht schlimm ist.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "gaensebluemchen",
      "name": "Gänseblümchen",
      "botanisch": "Bellis perennis",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Maßliebchen",
        "Tausendschön",
        "Marienblümchen",
        "Monatsröserl"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          10,
          11,
          12
        ],
        "bluete": [
          1,
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          3,
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          10,
          11,
          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: Blüten als essbare Dekoration, Knospen in Essig wie Kapern, Blätter im Salat - nussig mit leichter Schärfe. Heilkunde: traditionell als mildes Hustenmittel und äußerlich bei Prellungen; gilt als das 'kleine Arnika' der Volksmedizin.",
      "sammeltipp": "Das ganze Jahr über verfügbar außer bei Dauerfrost, und deshalb eine gute Einsteigerpflanze. Blüten am Vormittag ernten, wenn sie geöffnet sind - sie schließen sich bei Regen und abends. Auf Rasenflächen bedenken: Hundewiesen und gemähte Parks sind keine guten Sammelorte. Auf einer nicht gespritzten, nicht gehundeten Wiese ist es die harmloseste Pflanze im Kalender.",
      "verwechslung": "Keine gefährliche Verwechslung. Das Berg-Gänseblümchen und ähnliche Korbblütler sind ebenfalls unbedenklich.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "vogelmiere",
      "name": "Vogelmiere",
      "botanisch": "Stellaria media",
      "familie": "Nelkengewächse (Caryophyllaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hühnerdarm",
        "Sternmiere",
        "Meier",
        "Vogelkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          9,
          10,
          11,
          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: schmeckt nach jungem Mais oder Erbse, mild und saftig - als Salat, Pesto, Brotaufstrich, Suppe. Nahrhafter als die meisten Kulturgemüse. Heilkunde: traditionell äußerlich als Auflage bei Hautreizungen, innerlich mild als Frühjahrskur.",
      "sammeltipp": "Die wichtigste Winterpflanze im Kalender: Vogelmiere wächst bei jedem milden Winterwetter weiter und ist auch im Januar auf Gartenbeeten und Ackerrändern frisch zu finden. Ganze Triebspitzen mit der Schere abschneiden, die Pflanze treibt nach. Sammelbestände in Beeten und Komposthaufen sind oft riesig - hier gibt es kein Bestandsproblem.",
      "verwechslung": "Der wichtige Test: Vogelmiere hat eine EINZELNE Haarleiste, die als schmaler Streifen längs am Stiel läuft und an jedem Knoten die Seite wechselt, und der Stiel enthält einen elastischen Innenfaden, der beim vorsichtigen Auseinanderziehen sichtbar wird. Der giftige Acker-Gauchheil (Lysimachia arvensis) hat einen VIERKANTIGEN, kahlen Stiel, ziegelrote (oder blaue) Blüten und Blätter mit schwarzen Punkten auf der Unterseite. Ackerhellerkraut und Wolfsmilcharten (Milchsaft!) sind ebenfalls abzugrenzen: Vogelmiere hat keinen Milchsaft.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "gundermann",
      "name": "Gundermann",
      "botanisch": "Glechoma hederacea",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Gundelrebe",
        "Erdefeu",
        "Soldatenpetersilie",
        "Donnerrebe",
        "Hühnerdarm"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          1,
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          4,
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          6,
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          10,
          11,
          12
        ],
        "bluete": [
          4,
          5
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Wiese & Weide",
        "Acker & Garten",
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: sehr aromatisch, harzig-minzig - sparsam als Gewürz, in Kräuterkäse, Suppen, über Schokolade (eine überraschend gute Kombination). Heilkunde: traditionell wundheilend und schleimlösend, in der Volksmedizin ein altes 'Gundkraut' für schlecht heilende Wunden.",
      "sammeltipp": "Wächst kriechend in dichten Matten und ist fast ganzjährig grün, im Winter allerdings mickrig. Immer sparsam dosieren: der Geschmack ist intensiv und dominiert schnell ein ganzes Gericht. Triebspitzen abzwicken, die Pflanze breitet sich über Ausläufer aus und ist nicht gefährdet.",
      "verwechslung": "Vor der Blüte mit dem Efeu-Blatt verwechselbar, aber der Gundermann hat einen kantigen Stiel, gegenständige Blätter, kerbig gezähnte Blattränder und riecht aromatisch. Efeu ist ledrig, wechselständig und geruchlos. Die violetten Lippenblüten in den Blattachseln sind ab April eindeutig.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "In großen Mengen problematisch - für Pferde gilt Gundermann als giftig. Für Menschen ist der übliche Gewürzgebrauch unbedenklich, aber die Pflanze ist kein Blattgemüse und sollte nicht in Handvoll-Mengen gegessen werden.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "scharbockskraut",
      "name": "Scharbockskraut",
      "botanisch": "Ficaria verna",
      "familie": "Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)",
      "volksnamen": [
        "Feigwurz",
        "Löffelkraut",
        "Frühlingsscharbockskraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          2,
          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Laubwald",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: die jungen Blätter sind sehr vitamin-C-reich - der Name kommt von Scharbock, dem alten Wort für Skorbut. In kleinen Mengen als Salatbeigabe. Heilkunde: historisch gegen Skorbut, heute wegen der Giftigkeit nach der Blüte kaum noch verwendet.",
      "sammeltipp": "Das entscheidende Zeitfenster: nur die Blätter VOR der Blüte, also im Februar und März. Sobald die ersten gelben Blüten aufgehen, steigt der Protoanemonin-Gehalt und die Blätter werden scharf und unverträglich. Wer die Blüte sieht, hört auf. Sparsam verwenden, auch vor der Blüte - eine Handvoll Blätter im Salat, nicht als Gemüse.",
      "verwechslung": "Die glänzenden, herz- bis nierenförmigen Blätter in Bodennähe sind typisch. Verwechselbar mit dem hochgiftigen Aronstab (Arum maculatum), der am gleichen Standort wächst - dessen Blätter sind aber deutlich größer, pfeilförmig mit netzartiger Nervatur und oft dunkel gefleckt. Auch die Haselwurz (Asarum europaeum) wächst dort, sie ist giftig und hat derbe, ledrige, wintergrüne Blätter.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält wie alle Hahnenfußgewächse Protoanemonin, das Schleimhäute reizt und Übelkeit auslöst. Der Gehalt steigt mit der Blüte stark an. Nur die jungen Blätter vor der Blüte, nur in kleinen Mengen. Die Wurzelknöllchen nicht verwenden.",
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "knoblauchsrauke",
      "name": "Knoblauchsrauke",
      "botanisch": "Alliaria petiolata",
      "familie": "Kreuzblütler (Brassicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Lauchkraut",
        "Knoblauchhederich",
        "Waldknoblauch",
        "Ramschelwurz"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          10,
          11,
          12,
          1,
          2,
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          4,
          5
        ],
        "bluete": [
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          5
        ],
        "frucht": [
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        ],
        "wurzel": [
          10,
          11,
          2,
          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Laubwald",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: Blätter schmecken nach Knoblauch und Senf zugleich - im Salat, als Pesto, in Kräuterquark. Die Samen als scharfes Senfgewürz, die Wurzel wie milder Meerrettich. Heilkunde: traditionell als Wundkraut und bei Erkältungen; hoher Vitamin-C- und Senfölgehalt.",
      "sammeltipp": "Die Winterrosette ist das Beste an dieser Pflanze: von Oktober bis März stehen die nierenförmigen, dunkelgrünen Blätter frisch am Waldrand, wenn sonst kaum etwas zu holen ist. Nie erhitzen - die Senföle verflüchtigen sich, und der Knoblauchgeschmack verschwindet vollständig. Immer roh oder erst am Ende zugeben.",
      "verwechslung": "Der Knoblauchgeruch beim Zerreiben ist eindeutig - anders als beim Bärlauch gibt es hier aber keine tödlichen Doppelgänger, weil die Blattform (herz- bis nierenförmig, grob gekerbt, wechselständig, gestielt) und die kreuzförmigen weißen Blüten typisch sind. Verwechselbar mit Gundermann (kantiger Stiel, gegenständig, aromatisch statt knoblauchig).",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "wiesenschaumkraut",
      "name": "Wiesen-Schaumkraut",
      "botanisch": "Cardamine pratensis",
      "familie": "Kreuzblütler (Brassicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wiesenkresse",
        "Kuckucksblume",
        "Bachblümchen",
        "Milchblume"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          3,
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          5
        ],
        "bluete": [
          4,
          5
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: scharf wie Kresse - Blätter und Blüten roh im Salat, auf dem Butterbrot, in Kräuterquark. Heilkunde: traditionell als vitaminreiche Frühjahrskur und harntreibend.",
      "sammeltipp": "Blätter am besten vor der Blüte; die zartrosa Blüten sind ebenfalls essbar und eine hübsche Salatdekoration. Nie erhitzen, die Schärfe geht verloren. Feuchtwiesen mit Schaumkraut sind oft artenreich und schutzwürdig - nur einzelne Pflanzen entnehmen, nie einen Bestand ausdünnen. Der Bestand geht durch Wiesenentwässerung ohnehin zurück.",
      "verwechslung": "Die verwandten Schaumkraut-Arten sind alle essbar. Auf Feuchtwiesen wachsen aber auch Hahnenfußarten - die haben gelbe Blüten und keine kreuzförmigen vier Blütenblätter. Vier Blütenblätter im Kreuz = Kreuzblütler = essbar; das ist bei den heimischen Arten eine belastbare Faustregel.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "behaartes-schaumkraut",
      "name": "Behaartes Schaumkraut",
      "botanisch": "Cardamine hirsuta",
      "familie": "Kreuzblütler (Brassicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Vielstengeliges Schaumkraut",
        "Springkresse",
        "Bitterkresse"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          1,
          2,
          3,
          4,
          5,
          6,
          9,
          10,
          11,
          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: scharf-kressig, die beste Wintergewürzpflanze im Blumentopf und Gartenbeet - roh auf Brot und im Salat. Heilkunde: keine eigenständige Tradition, wird wie Kresse verwendet.",
      "sammeltipp": "Das Unkraut, das in jedem Blumentopf und auf jedem Gartenweg wuchert und praktisch nie erkannt wird. Fast ganzjährig grün, treibt schon im Januar. Ganze Rosetten abschneiden. Die reifen Schoten schleudern die Samen bei Berührung weg - daher der Name Springkresse. Auf gespritzten Flächen und in Baumscheiben an Straßen nicht sammeln.",
      "verwechslung": "Alle heimischen Schaumkräuter sind essbar. Die gefiederten Blätter der Rosette und die winzigen weißen Kreuzblüten mit den aufrecht abstehenden Schoten sind typisch. Ungefährlich, selbst wenn man eine andere Cardamine-Art erwischt.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "sauerampfer",
      "name": "Wiesen-Sauerampfer",
      "botanisch": "Rumex acetosa",
      "familie": "Knöterichgewächse (Polygonaceae)",
      "volksnamen": [
        "Sauerlump",
        "Hasenampfer",
        "Sürling",
        "Sauergras"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          4,
          5,
          6,
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          10
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: kräftig sauer durch Oxalsäure - klassisch in der Frankfurter Grünen Soße, in Suppen, als Spinat, im Salat. Heilkunde: traditionell als vitaminreiche Frühjahrskur und blutreinigend.",
      "sammeltipp": "Junge Blätter vor der Blüte ernten, danach werden sie zäh. Im September treibt die Pflanze nochmals zart nach. Beim Kochen verliert das Blatt sofort die Farbe und wird olivgrün - das ist normal. Nicht in Aluminiumtöpfen zubereiten, die Oxalsäure löst Aluminium.",
      "verwechslung": "Der wichtige Doppelgänger ist der giftige Aronstab (Arum maculatum), dessen Blätter jung ähnlich pfeilförmig aussehen. Unterschied: Sauerampferblätter haben nach HINTEN gerichtete, spitze Blattzipfel und eine parallele Nervatur entlang der Mittelrippe, schmecken deutlich sauer und tragen an den Blattstielen eine häutige Tüte (Ochrea). Aronstab hat netzartige Nervatur, oft dunkle Flecken und schmeckt sofort brennend - eine winzige Kostprobe genügt zur Unterscheidung, wird aber wegen der Schleimhautreizung nicht empfohlen. Besser an der Nervatur bestimmen.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Der hohe Oxalsäuregehalt macht die Pflanze bei regelmäßigem Verzehr in großen Mengen problematisch: nicht bei Neigung zu Nierensteinen, Gicht oder Rheuma, nicht für Kinder in Mengen. Als gelegentliche Salat- und Suppenzutat unbedenklich. Kalziumreiche Beilagen (Sahne, Quark) binden einen Teil der Oxalsäure.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "spitzwegerich",
      "name": "Spitzwegerich",
      "botanisch": "Plantago lanceolata",
      "familie": "Wegerichgewächse (Plantaginaceae)",
      "volksnamen": [
        "Schlangenzunge",
        "Spießkraut",
        "Wundwegerich",
        "Rippenkraut",
        "Lungenblattl"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          5,
          6,
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          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter mit Champignon-Note im Salat, die Blütenknospen kurz gebraten schmecken tatsächlich nach Pilz. Heilkunde: die klassische Hustenpflanze - Spitzwegerichsirup ist reizlindernd und antibakteriell; äußerlich das beste Sofortmittel bei Insektenstichen und Brennnesselkontakt.",
      "sammeltipp": "Der beste Erste-Hilfe-Trick im Freien: ein Blatt zwischen den Handflächen zerreiben, bis Saft austritt, und auf den Stich oder die Schürfwunde legen - das Jucken lässt binnen Minuten nach. Für Sirup die Blätter frisch verarbeiten; getrocknet verliert Spitzwegerich einen großen Teil seiner Wirkung, deshalb ist Frischpflanzensirup dem Tee deutlich überlegen. Blätter jung ernten, ältere sind fasrig.",
      "verwechslung": "Keine gefährliche Verwechslung. Die schmalen, lanzettlichen Blätter mit den 3-7 parallelen, stark hervortretenden Längsnerven und der blattlose, gefurchte Blütenstiel mit dem kurzen Ährchen sind eindeutig. Alle Wegericharten sind essbar und wirken ähnlich.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "breitwegerich",
      "name": "Breitwegerich",
      "botanisch": "Plantago major",
      "familie": "Wegerichgewächse (Plantaginaceae)",
      "volksnamen": [
        "Großer Wegerich",
        "Wegetritt",
        "Fußstapfen des weißen Mannes"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          5,
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        ],
        "frucht": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Wiese & Weide",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter im Salat, ältere gekocht; die Samenstände geröstet als nussiges Streugewürz. Heilkunde: wie Spitzwegerich reizlindernd; die Samen quellen stark und wirken wie Flohsamen als mildes Regulativ bei träger Verdauung.",
      "sammeltipp": "Wächst genau dort, wo man läuft: auf Trampelpfaden, Wegen, verdichteten Böden. Das macht ihn praktisch verfügbar und zugleich problematisch - Wegränder sind mit Hundeurin und Reifenabrieb belastet. Lieber vom Feldrain als vom Gehweg. Blätter jung ernten, alte sind zäh und faserig. Samenstände im Spätsommer abstreifen und rösten.",
      "verwechslung": "Keine gefährliche Verwechslung. Breite, ovale Blätter in flacher Rosette mit 5-9 parallelen Bogennerven und langen, dichten Samenähren. Alle Wegericharten sind unbedenklich.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "schafgarbe",
      "name": "Gemeine Schafgarbe",
      "botanisch": "Achillea millefolium",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Tausendblatt",
        "Blutstillkraut",
        "Bauchwehkraut",
        "Grillenkraut",
        "Frauendank"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          10
        ],
        "bluete": [
          6,
          7,
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter fein gehackt in Kräuterquark und Salat - kräftig-bitter, sparsam dosieren. Heilkunde: eine der wichtigsten Frauenheilpflanzen, traditionell bei Menstruationsbeschwerden und Krämpfen; außerdem bittertonisch für Magen und Galle und äußerlich blutstillend.",
      "sammeltipp": "Die Blüte am sonnigen Vormittag ernten, wenn die Doldenrispen voll aufgeblüt und trocken sind; das Blütenaroma und der Blauanteil im ätherischen Öl sind dann am höchsten. Blätter vor der Blüte. Wer die Pflanze für Tee trocknet, sollte den Stiel weglassen, er bringt nur Ballast. Handschuhe können sinnvoll sein: bei empfindlichen Menschen löst der Pflanzensaft in Verbindung mit Sonne eine Kontaktdermatitis aus ('Wiesengräserdermatitis').",
      "verwechslung": "Kritisch, weil Schafgarbe zur selben Familie wie giftige Doldenblütler-Ähnliche gehört, aber vor allem, weil die fein gefiederten Blätter jung an Schierling erinnern. Merkmal: Schafgarbenblätter sind mehrfach fein gefiedert ('tausendblättrig'), leicht behaart, riechen beim Zerreiben würzig-aromatisch, und der Stiel ist voll (nicht hohl) und längsgerillt. Gefleckter Schierling hat einen hohlen, rot gefleckten Stiel und riecht widerlich nach Mausurin. Außerdem: Schafgarbe ist Korbblütler mit Körbchen in Doldenrispen, kein echter Doldenblütler.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "beifuss",
      "name": "Gemeiner Beifuß",
      "botanisch": "Artemisia vulgaris",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Besenkraut",
        "Gänsekraut",
        "Jungfernkraut",
        "Sonnwendgurtel",
        "Fliegenkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          8,
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        ],
        "bluete": [
          7,
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        ],
        "wurzel": [
          10,
          11,
          2,
          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Auwald & Ufer",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: das klassische Gänsebratengewürz - die Bitterstoffe helfen bei fettem Fleisch. Blätter und noch geschlossene Blütenknospen. Heilkunde: bittertonisch, traditionell verdauungsfördernd und als Frauenkraut; in der Moxibustion wird der getrocknete Blattflaum verwendet.",
      "sammeltipp": "Die noch geschlossenen Blütenrispen kurz vor dem Aufblühen ernten, dann ist das Aroma am besten und die Bitterkeit noch erträglich. Nur die oberen 20-30 cm der Triebe. Beifuß ist ein starker Pollenallergen-Produzent - wer allergisch reagiert, sollte bei der Blüte Abstand halten. Wächst massenhaft an Bahndämmen und Brachen, dort aber schwermetallbelastet; lieber vom Feldrand.",
      "verwechslung": "Vom Wermut (Artemisia absinthium) durch die Blattunterseite zu trennen: Beifuß ist oberseits dunkelgrün und unterseits WEISSFILZIG, Wermut ist beidseitig silbrig-grau behaart und riecht deutlich intensiver. Beide sind verwendbar, Wermut aber viel bitterer und nur in kleinsten Mengen. Vom Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia), einem starken Allergen, durch die Blattunterseite zu trennen: Ambrosia ist beidseitig grün.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält Thujon. In Gewürzmengen unbedenklich, in größeren Mengen oder als Dauertee nicht geeignet. Nicht in der Schwangerschaft anwenden - Beifuß wirkt traditionell wehenfördernd.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "kamille-echt",
      "name": "Echte Kamille",
      "botanisch": "Matricaria chamomilla",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Feldkamille",
        "Mutterkraut",
        "Hermelin",
        "Kummerblume"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          5,
          6,
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: Tee, Sirup. Heilkunde: die vielleicht bestuntersuchte Heilpflanze Europas - entzündungshemmend, krampflösend und wundheilend; innerlich bei Magen-Darm-Beschwerden, äußerlich als Spülung, Bad und Dampfinhalation.",
      "sammeltipp": "Blüten am sonnigen Vormittag nach dem Abtrocknen des Taus ernten, wenn die weißen Zungenblüten waagerecht abstehen - hängen sie schon nach unten, ist die Blüte überreif und ätherisches Öl geht verloren. Nur die Köpfchen zupfen, kein Kraut. Schonend bei unter 40 Grad im Schatten trocknen, sonst verdunstet das blaue Chamazulen. Kamille steht auf Getreideäckern - dort ist Spritzmitteleinsatz wahrscheinlich, lieber Brachen und Wegränder.",
      "verwechslung": "Die entscheidende Probe: Die Echte Kamille hat einen HOHLEN, kegelförmig gewölbten Blütenboden - Köpfchen längs durchschneiden und hineinschauen. Alle Doppelgänger haben einen markig gefüllten Blütenboden. Hundskamille (Anthemis arvensis) riecht unangenehm oder gar nicht, Strahlenlose Kamille (Matricaria discoidea) hat keine weißen Zungenblüten (ist aber essbar und aromatisch), Geruchlose Kamille (Tripleurospermum) riecht nicht. Keiner der Doppelgänger ist gefährlich giftig - man verschwendet nur die Mühe. Dazu der typische Kamillengeruch beim Zerreiben.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "johanniskraut",
      "name": "Echtes Johanniskraut",
      "botanisch": "Hypericum perforatum",
      "familie": "Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)",
      "volksnamen": [
        "Tüpfel-Hartheu",
        "Herrgottsblut",
        "Blutkraut",
        "Sonnwendkraut",
        "Teufelsflucht"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          6,
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Wiese & Weide"
      ],
      "verwendung": "Küche: keine nennenswerte. Heilkunde: innerlich als standardisierter Extrakt ein anerkanntes Mittel bei leichten bis mittelschweren Depressionen; traditionell äußerlich als Rotöl bei Verbrennungen, Wunden und Nervenschmerzen.",
      "sammeltipp": "Die blühenden Triebspitzen um den Johannistag (24. Juni) an einem sonnigen Mittag ernten. Für Rotöl: frische Blüten und Knospen in ein Glas mit gutem Olivenöl geben, mit einem Tuch abdecken und vier bis sechs Wochen sonnig stellen, täglich schütteln - das Öl wird tiefrot. Kein Wasser ins Glas bekommen lassen, sonst schimmelt es. Die Blüten müssen für den Rotton frisch und die Sonne echt sein, im Schatten funktioniert es nicht.",
      "verwechslung": "Die zuverlässige Probe: Ein Blatt gegen das Licht halten - es ist von hellen, durchscheinenden Punkten übersät (den Öldrüsen, daher 'perforatum'). Und: eine Blütenknospe zwischen den Fingern zerreiben färbt blutrot. Beides zusammen ist eindeutig. Andere Hypericum-Arten haben keine oder wenige Punkte und einen kantigen oder geflügelten Stiel; sie sind nicht giftig, aber wirkungsschwächer.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Johanniskraut macht lichtempfindlich (Photosensibilisierung), besonders bei hellhäutigen Menschen - während der Anwendung intensive Sonne und Solarium meiden. Wichtiger noch: es ist ein starker Enzyminduktor und schwächt zahlreiche Medikamente ab, darunter die Anti-Baby-Pille, Gerinnungshemmer, Immunsuppressiva und HIV-Medikamente. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme vorher ärztlich abklären.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "maedesuess",
      "name": "Echtes Mädesüß",
      "botanisch": "Filipendula ulmaria",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wiesenkönigin",
        "Spierstaude",
        "Metkraut",
        "Geißbart",
        "Ziegenbart"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          6,
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Wiese & Weide"
      ],
      "verwendung": "Küche: die honig-mandelduftenden Blütenrispen für Sirup, Limonade, Panna Cotta, zum Aromatisieren von Met - ein herausragendes Aroma. Heilkunde: enthält Salicylverbindungen und war die Pflanze, nach der die Acetylsalicylsäure benannt wurde (Spiraea -> Aspirin); traditionell bei Erkältungsfieber und rheumatischen Schmerzen.",
      "sammeltipp": "Die Blütenrispen an einem trockenen, warmen Vormittag ernten, wenn sie voll aufgeblüt sind und intensiv duften. Nur die Rispen, keine Stiele - die schmecken herb. Der Duft ist bei Hitze am stärksten. Nicht kochen: das Aroma ist flüchtig, für Sirup lieber kalt in Zuckerwasser ansetzen und 24 Stunden ziehen lassen. Mädesüß braucht nasse Füße und steht in Gräben und Feuchtwiesen; in der Elster-Pleiße-Aue häufig.",
      "verwechslung": "Nicht mit dem Kleinen Wiesenknopf oder dem Echten Baldrian zu verwechseln, die ähnliche Standorte haben. Mädesüß erkennt man an den unterbrochen gefiederten Blättern mit unterseits weißfilziger Fläche, dem rötlichen Stiel und dem unverwechselbaren Honig-Mandel-Duft der cremeweißen Rispen.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Wegen der Salicylverbindungen nicht bei bekannter Salicylat- oder ASS-Unverträglichkeit anwenden, nicht bei Asthma mit Analgetika-Intoleranz und nicht für Kinder unter 12 Jahren mit fieberhaften Infekten (Reye-Syndrom-Vorsicht). Als gelegentlicher Sirup unbedenklich.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "wilde-malve",
      "name": "Wilde Malve",
      "botanisch": "Malva sylvestris",
      "familie": "Malvengewächse (Malvaceae)",
      "volksnamen": [
        "Rosspappel",
        "Käsepappel",
        "Hasenpappel",
        "Große Käsepappel"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          5,
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        ],
        "bluete": [
          6,
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          8,
          9
        ],
        "frucht": [
          7,
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: Blätter mild und schleimig als Salat und Suppenbinder, Blüten als essbare Dekoration (färben Tee blau bis violett), die runden unreifen Früchte als 'Käslein' zum Knabbern. Heilkunde: die Schleimstoffe legen sich als Film auf gereizte Schleimhäute - klassisch bei Reizhusten, Heiserkeit und Magenreizung.",
      "sammeltipp": "Malventee immer KALT ansetzen: die Schleimstoffe lösen sich in kaltem Wasser und werden durch Kochen zerstört. Blätter und Blüten über Nacht in kaltem Wasser ziehen lassen, abseihen und erst dann leicht erwärmen. Blüten am Vormittag ernten und zügig trocknen, sie verfärben sonst. Malven stehen gern an Mauern, Zäunen und Wegrändern in Dörfern - dort auf Hundekontakt achten.",
      "verwechslung": "Alle heimischen Malven sind essbar und wirken ähnlich; die Weg-Malve (Malva neglecta) mit kleineren, blassrosa Blüten ist ebenso brauchbar. Der Echte Eibisch (Althaea officinalis) ist noch schleimreicher. Keine giftigen Doppelgänger.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "koenigskerze",
      "name": "Großblütige Königskerze",
      "botanisch": "Verbascum densiflorum",
      "familie": "Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wollkraut",
        "Himmelbrand",
        "Fackelkraut",
        "Marienkerze",
        "Wetterkerze"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          7,
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          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: keine nennenswerte. Heilkunde: die Blüten sind schleim- und saponinreich - eine bewährte Hustendroge, meist in Mischungen mit Malve und Spitzwegerich; traditionell auch als Blütenöl bei Ohrenschmerzen.",
      "sammeltipp": "Die aufwendigste Ernte im Kalender: die Pflanze öffnet täglich nur wenige Blüten, die abends schon welken. Man muss also über Wochen jeden Vormittag vorbeigehen und die frisch geöffneten, leuchtend gelben Kronen abzupfen. Sofort und zügig trocknen - Königskerzenblüten verfärben sich beim langsamen Trocknen braun und sind dann wertlos; die Droge muss goldgelb bleiben. Absolut trocken lagern, sie ziehen Feuchtigkeit.",
      "verwechslung": "Alle Verbascum-Arten sind verwendbar. Die große, filzig behaarte Rosette im ersten Jahr und die bis zu zwei Meter hohe Blütenkerze im zweiten Jahr sind unverwechselbar. Beim Aufguss immer durch ein feines Tuch oder einen Kaffeefilter seihen: die Sternhaare reizen sonst den Rachen.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "frauenmantel",
      "name": "Frauenmantel",
      "botanisch": "Alchemilla vulgaris agg.",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Taumantel",
        "Marienmantel",
        "Sinau",
        "Herrgottsmäntelchen"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          5,
          6,
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter im Salat, mild und leicht herb. Heilkunde: die klassische Frauenheilpflanze der Klostermedizin - gerbstoffreich, traditionell bei Menstruationsbeschwerden und in der Schwangerschaftsvorbereitung; äußerlich als Sitzbad.",
      "sammeltipp": "Früh am Morgen ernten, wenn die berühmten Guttationstropfen noch wie Perlen in der Blattmitte stehen - das ist kein Tau, sondern von der Pflanze aktiv ausgeschiedenes Wasser, und der Grund für den Alchemistennamen. Blätter vor oder zu Beginn der Blüte ernten, dann sind sie am gerbstoffreichsten. Zügig trocknen, sie schimmeln leicht.",
      "verwechslung": "Die halbkreisförmigen, gefalteten, 7-11-lappigen Blätter mit dem gekerbten Rand sind unverwechselbar. Die Sammelart umfasst zahlreiche kaum unterscheidbare Kleinarten, die alle gleichwertig sind - Bestimmung bis zur Art ist nicht nötig. Der Gemeine Frauenmantel wird oft mit dem Silbermantel verwechselt, was folgenlos ist.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "veilchen",
      "name": "März-Veilchen",
      "botanisch": "Viola odorata",
      "familie": "Veilchengewächse (Violaceae)",
      "volksnamen": [
        "Duftveilchen",
        "Wohlriechendes Veilchen",
        "Osterveilchen",
        "Märzveigerl"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          3,
          4,
          5
        ],
        "bluete": [
          3,
          4
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Laubwald",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: die duftenden Blüten kandiert, als Sirup, in Zucker eingelegt, als Salatdekoration - ein besonderes, parfümiges Aroma. Blätter mild und schleimig im Salat. Heilkunde: traditionell als schleimlösendes Hustenmittel und bei Schlafproblemen.",
      "sammeltipp": "Nur das DUFTENDE März-Veilchen ist kulinarisch interessant; das häufigere Hain-Veilchen (Viola riviniana) ist geruchlos und geschmacklich belanglos. Am Duft testen, bevor man erntet. Blüten am sonnigen Vormittag pflücken, sofort verarbeiten - das Aroma hält nur Stunden. Kurios: Veilchenduft betäubt nach kurzer Zeit den eigenen Geruchssinn (Ionone), man riecht ihn dann minutenlang nicht mehr. Das ist normal.",
      "verwechslung": "Alle heimischen Viola-Arten sind unbedenklich. Ein ernsthafter giftiger Doppelgänger existiert nicht. Vorsicht nur bei kleinen Kindern und den ähnlich aussehenden Blättern anderer Waldbodenpflanzen - im Zweifel an der Blüte bestimmen.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "huflattich",
      "name": "Huflattich",
      "botanisch": "Tussilago farfara",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Brustlattich",
        "Rosshuf",
        "Fohlenfuß",
        "Ackerlatsche",
        "Sohlenkraut"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          2,
          3,
          4
        ],
        "blatt": [
          5,
          6,
          7
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Auwald & Ufer",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Blüten als Dekoration und Sirup, sehr sparsam. Heilkunde: eines der ältesten Hustenmittel überhaupt - der Gattungsname kommt von 'tussis', Husten. Heute nur noch eingeschränkt empfohlen, siehe Giftigkeit.",
      "sammeltipp": "Eine der ersten Blüten des Jahres, oft schon im Februar auf Rohboden, Baustellen und Bahnschotter - die Blüten erscheinen lange vor den Blättern, was zum alten Namen 'Filius ante patrem' (Sohn vor dem Vater) führte. Blüten am sonnigen Mittag ernten, wenn sie offen sind. Blätter jung im Mai. Wegen der Pyrrolizidinalkaloide gilt heute: höchstens vier bis sechs Wochen im Jahr und nicht in der Schwangerschaft.",
      "verwechslung": "Die Blüten sind mit Löwenzahn verwechselbar, erscheinen aber vor dem Laub an einem schuppig beblätterten, rötlichen Stiel ohne Milchsaft. Die späteren Blätter sind mit der Pestwurz (Petasites) verwechselbar, die deutlich größere Blätter hat und noch höhere PA-Gehalte - beide sollte man nicht in Mengen verwenden.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA), die in höherer Dosis und bei längerer Anwendung leberschädigend und potenziell krebserregend sind. Nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht für Kinder, nicht als Dauertee. Im Handel sind nur PA-arme Zuchtsorten - bei Wildsammlung ist der Gehalt unbekannt. Sparsam und zeitlich begrenzt anwenden, äußerlich unproblematischer.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "beinwell",
      "name": "Echter Beinwell",
      "botanisch": "Symphytum officinale",
      "familie": "Raublattgewächse (Boraginaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wallwurz",
        "Beinheil",
        "Schwarzwurz",
        "Komfrey",
        "Bienenkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          5,
          6,
          7,
          8
        ],
        "wurzel": [
          10,
          11,
          12,
          1,
          2,
          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: NICHT verwenden - frühere Rezepte für Beinwell-Küchle gelten heute als überholt. Heilkunde: äußerlich eine der besten Pflanzen überhaupt bei Prellungen, Zerrungen, Blutergüssen und Gelenkschmerzen; Allantoin fördert die Zellneubildung. Als Salbe, Wickel oder Umschlag.",
      "sammeltipp": "Wurzel im Spätherbst oder Vorfrühjahr graben, wenn die Pflanze eingezogen ist. Sie ist außen schwarz, innen weiß und sehr schleimig - schon beim Anschneiden merkt man, warum sie heilt. Beinwell wächst gern an Gräben und Ufern, die Wurzel sitzt tief und bricht leicht; ein Bruchstück genügt, aus dem Rest treibt die Pflanze wieder aus. Blätter im Sommer für Umschläge. Ausschließlich äußerlich und nicht auf offenen Wunden.",
      "verwechslung": "Beinwell hat einen kantigen, rau behaarten Stiel und die Blattbasis läuft am Stiel herab ('herablaufende Blätter') - das ist das entscheidende Merkmal. Verwechselbar mit dem giftigen Fingerhut (Digitalis purpurea) im Rosettenstadium, dessen Blätter aber weichfilzig, nicht rau und nicht herablaufend sind. Der Fingerhut ist lebensgefährlich - wer sich nicht sicher ist, lässt beide stehen.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält Pyrrolizidinalkaloide (PA) in erheblicher Menge, in der Wurzel deutlich mehr als im Blatt. INNERLICH NICHT ANWENDEN - Leberschäden sind dokumentiert. Äußerlich nur auf intakter Haut, nicht länger als vier bis sechs Wochen im Jahr, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht bei Kindern. Nicht auf offene Wunden auftragen.",
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "waldmeister",
      "name": "Waldmeister",
      "botanisch": "Galium odoratum",
      "familie": "Rötegewächse (Rubiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Maikraut",
        "Herzfreude",
        "Sternleberkraut",
        "Waldmeier"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          4,
          5
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Maibowle, Waldmeistersirup, Eis, Gelee - der typische Duft entsteht erst beim Welken, frisch riecht die Pflanze fast nicht. Heilkunde: traditionell beruhigend und krampflösend, wegen des Cumarins heute zurückhaltend verwendet.",
      "sammeltipp": "Nur VOR der Blüte ernten - danach steigt der Cumaringehalt und die Bowle macht Kopfschmerzen. Das Erntefenster ist knapp: sobald die weißen Sternblüten aufgehen, ist es vorbei. Der Duft entsteht erst durch Welken: das Kraut nach der Ernte ein bis zwei Stunden anwelken lassen oder kurz einfrieren, dann duftet es. Kopfüber in die Bowle hängen und nach 20 Minuten herausnehmen, nicht länger ziehen lassen. Faustregel: höchstens 3 Gramm frisches Kraut je Liter.",
      "verwechslung": "Die Labkräuter (Galium) sind untereinander unbedenklich. Waldmeister erkennt man an den 6-9 Blättern im Quirl, dem glatten, vierkantigen Stiel und dem Duft nach dem Welken. Das Kletten-Labkraut hat rückwärts gerichtete Klettborsten und bleibt haften. Verwechslungen sind nicht gefährlich.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Cumarin kann in größeren Mengen Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auslösen und ist bei Dauergebrauch leberbelastend. Der Gehalt steigt mit der Blüte stark an. Die alte Faustregel von höchstens 3 g frischem Kraut je Liter Bowle ernst nehmen. Nicht in der Schwangerschaft.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "klettenlabkraut",
      "name": "Kletten-Labkraut",
      "botanisch": "Galium aparine",
      "familie": "Rötegewächse (Rubiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Klebkraut",
        "Klettenkraut",
        "Zaunkleber",
        "Klebstengel"
      ],
      "teile": {
        "trieb": [
          3,
          4,
          5
        ],
        "frucht": [
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Acker & Garten",
        "Auwald & Ufer",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: die jungen Triebspitzen als Gemüse oder im Smoothie (die Klettborsten stören nur roh und in Menge); die gerösteten Früchte sind ein brauchbarer Kaffee-Ersatz - Labkraut ist mit dem Kaffeestrauch verwandt. Heilkunde: traditionell als Lymph- und Nierenmittel in der Frühjahrskur.",
      "sammeltipp": "Nur die obersten, hellgrünen 10-15 cm ernten, solange die Pflanze noch weich ist; später wird sie durch die Klettborsten unangenehm. Die reifen, kugeligen Früchtchen im Sommer abstreifen, rösten und mahlen - das ergibt tatsächlich ein kaffeeähnliches Getränk. Die Pflanze ist ein Massenkraut an Hecken und in Gärten, Bestandsschutz ist kein Thema.",
      "verwechslung": "Die Klettborsten und der vierkantige Stiel mit 6-9 Blättern im Quirl sind eindeutig. Alle heimischen Labkräuter sind unbedenklich. Wer eine kletternde Pflanze findet, die an der Kleidung haftet und quirlständige Blätter hat, liegt richtig.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "echtes-labkraut",
      "name": "Echtes Labkraut",
      "botanisch": "Galium verum",
      "familie": "Rötegewächse (Rubiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Gelbes Labkraut",
        "Liebfrauenbettstroh",
        "Käselab",
        "Honigkraut"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
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          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: die honigduftenden gelben Blüten enthalten labähnliche Enzyme und wurden traditionell zum Dicklegen von Milch beim Käsen verwendet (daher der Name); als Sirup und zum Aromatisieren. Heilkunde: traditionell krampflösend und harntreibend.",
      "sammeltipp": "Blütenrispen an einem warmen, trockenen Tag ernten, wenn sie intensiv nach Honig duften. Wächst auf mageren, sonnigen Böschungen und Trockenrasen - solche Standorte sind artenreich und oft schutzwürdig, also nur einzelne Rispen mitnehmen. Zügig trocknen, die Blüten bräunen sonst.",
      "verwechslung": "Das Echte Labkraut ist durch die leuchtend gelben Blütenrispen und die schmalen, nadelförmigen Blätter in Quirlen von 8-12 gut kenntlich. Alle Labkräuter sind unbedenklich.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "wegwarte",
      "name": "Gemeine Wegwarte",
      "botanisch": "Cichorium intybus",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Zichorie",
        "Sonnenwedel",
        "Wegleuchte",
        "Blaue Distel",
        "Verfluchte Jungfer"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          4,
          5
        ],
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          7,
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          9
        ],
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          9,
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          11
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Wiese & Weide"
      ],
      "verwendung": "Küche: die geröstete Wurzel ist der klassische 'Muckefuck'-Kaffee-Ersatz; junge Blätter als bitterer Salat (die Kulturform ist Chicoree und Radicchio); Blüten als Dekoration. Heilkunde: bittertonisch für Leber, Galle und Verdauung, eine der klassischen Bitterpflanzen.",
      "sammeltipp": "Wurzel im Herbst des ersten oder zweiten Jahres graben, wenn der Inulingehalt hoch ist; sie ist lang und pfahlförmig, ein Stechheber hilft. Waschen, in Scheiben schneiden, trocknen und dunkelbraun rösten - erst das Rösten macht den Kaffeegeschmack. Die leuchtend blauen Blüten öffnen sich nur am Vormittag und welken oft schon mittags; wer sie sammeln will, muss früh da sein.",
      "verwechslung": "Die sparrig verzweigten, fast blattlosen Stengel mit den himmelblauen Zungenblütenkörbchen sind unverwechselbar. Die Rosettenblätter ähneln dem Löwenzahn, die Wegwarte hat aber behaarte Blattnerven und einen deutlich verzweigten, beblätterten Stengel.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "grosse-klette",
      "name": "Große Klette",
      "botanisch": "Arctium lappa",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Kletterwurzel",
        "Bettlerläuse",
        "Klebnickel",
        "Grindwurz"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          6
        ],
        "wurzel": [
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          12,
          2,
          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Auwald & Ufer",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Wurzel ist in Japan als Gobo ein gängiges Gemüse - geschält, in Streifen, gebraten oder geschmort, nussig-erdig. Heilkunde: Klettenwurzelöl ist ein altes Haarwuchs- und Kopfhautmittel; innerlich traditionell blutreinigend und bei Hautproblemen.",
      "sammeltipp": "Entscheidend ist das Alter: nur die Wurzel der EINJäHRIGEN Pflanze, also einer Rosette ohne Blütenstengel, ist zart. Sobald die Pflanze im zweiten Jahr blüht, wird die Wurzel holzig und wertlos. Also im Herbst oder Vorfrühjahr nach Rosetten suchen. Die Wurzel geht bis 60 cm tief und ist eine echte Grabarbeit - Spaten mitbringen. Geschälte Wurzel sofort in Essigwasser legen, sie oxidiert in Minuten braun.",
      "verwechslung": "Die riesigen, herzförmigen, unterseits graufilzigen Rosettenblätter sind mit der Pestwurz (Petasites) verwechselbar, deren Blätter aber rundlicher und am Rand gleichmäßiger gezähnt sind und die an Ufern steht. Die kugeligen Klettfrüchte im zweiten Jahr sind eindeutig. Verwechslungen sind nicht lebensgefährlich.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "nachtkerze",
      "name": "Gemeine Nachtkerze",
      "botanisch": "Oenothera biennis",
      "familie": "Nachtkerzengewächse (Onagraceae)",
      "volksnamen": [
        "Schinkenwurz",
        "Rapontika",
        "Nachtschlüsselblume",
        "Gelber Nachtschatten"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
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          7,
          8,
          9
        ],
        "frucht": [
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          9
        ],
        "wurzel": [
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          11,
          12,
          2,
          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Wurzel des ersten Jahres gekocht als Gemüse - sie färbt sich beim Garen rosa, daher 'Schinkenwurz'; Blüten und junge Schoten roh. Heilkunde: Nachtkerzenöl aus den Samen (gamma-Linolensäure) wird bei Neurodermitis eingesetzt - das ist allerdings eine Kaltpressung im industriellen Maßstab, keine Hausmethode.",
      "sammeltipp": "Wie bei der Klette gilt: nur die Wurzel der einjährigen Rosette, im Spätherbst oder Vorfrühjahr. Im zweiten Jahr wird sie holzig. Ein guter Winterfund, weil die Rosetten auf Kiesflächen und Bahnbrachen auch im Dezember gut sichtbar sind. Die Blüten öffnen sich abends binnen Minuten - ein sehenswertes Schauspiel - und duften nachts für Schwärmer.",
      "verwechslung": "Die Rosettenblätter mit der auffallend WEISSEN oder rosa Mittelrippe sind ein gutes Erkennungsmerkmal. Verwechselbar mit den Rosetten des giftigen Natternkopfs oder von Kreuzkraut-Arten (Senecio, PA-haltig) - hier hilft, dass Nachtkerzenblätter kahl bis kurz behaart und ganzrandig bis schwach gezähnt sind, während Senecio-Blätter fiederteilig sind. Im Zweifel den Standort im Sommer merken, wenn die Pflanze blüht, und erst im Winter dort graben.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "wilde-moehre",
      "name": "Wilde Möhre",
      "botanisch": "Daucus carota",
      "familie": "Doldenblütler (Apiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Vogelnest",
        "Möhrle",
        "Rossmöhre",
        "Wilde Rübe"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          6,
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          8,
          9
        ],
        "frucht": [
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          9,
          10
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        "wurzel": [
          9,
          10,
          11
        ]
      },
      "standort": [
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Samen als kräftiges Gewürz mit Möhren-Anis-Note, die Blüten frittiert oder als Dekoration, die Wurzel des ersten Jahres als (zähes, aber aromatisches) Gemüse. Heilkunde: die Samen traditionell verdauungsfördernd und harntreibend.",
      "sammeltipp": "Wurzel nur im ersten Jahr, dann ist sie weißlich und noch nicht verholzt; im zweiten Jahr ist sie ungenießbar. Samen ernten, wenn sich die Dolde zum typischen 'Vogelnest' zusammengezogen hat und die Früchte braun sind. Der Duft der zerriebenen Blätter ist deutlich möhrenartig und die beste Sicherung. Diese Pflanze bitte nur ernten, wer die Schierling-Unterscheidung wirklich beherrscht.",
      "verwechslung": "LEBENSGEFäHRLICH bei Verwechslung. Die Wilde Möhre hat: einen rundum RAU BEHAARTEN, gerillten, VOLLEN Stiel; einen möhrenartigen Geruch beim Zerreiben; meist eine einzelne dunkelrote 'Möhrenblüte' im Zentrum der weißen Dolde; und deutlich gefiederte Hüllblätter unter der Dolde. Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) hat einen KAHLEN, blaugrün bereiften Stiel mit ROTBRAUNEN FLECKEN und riecht widerlich nach Mausurin - er ist tödlich giftig. Der Wasserschierling (Cicuta virosa) hat einen hohlen, gekammerten Wurzelstock und ist noch giftiger. Die Hundspetersilie (Aethusa cynapium) hat kahle, glänzende Blätter, riecht unangenehm und trägt drei lange, herabhängende Hüllblättchen unter jedem Döldchen. Faustregel: behaart und möhrig riechend = Wilde Möhre; kahl, gefleckt oder übel riechend = Finger weg.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Die Pflanze selbst ist essbar, enthält aber Furanocumarine: der Saft kann in Verbindung mit Sonnenlicht eine phototoxische Hautreaktion mit Blasen auslösen. Bei der Ernte im Sommer Handschuhe und lange Ärmel tragen. Die eigentliche Gefahr ist die Verwechslung, nicht die Pflanze.",
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "taubnessel-weiss",
      "name": "Weiße Taubnessel",
      "botanisch": "Lamium album",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Bienensaug",
        "Zuckerblume",
        "Honigblume",
        "Tote Nessel"
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        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Waldrand & Hecke",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: Blätter als mildes Gemüse wie Spinat, die Blüten als süße Nascherei - Kinder saugen traditionell den Nektar aus. Heilkunde: die Blüte ist eine alte Frauenheildroge, traditionell bei Weißfluss und Menstruationsbeschwerden, außerdem mild schleimlösend bei Katarrhen.",
      "sammeltipp": "Blüten einzeln aus den Blütenquirlen ziehen - nur die Kronen, keine Kelche, das ist die eigentliche Droge (Flores Lamii albi). Mühsame, aber lohnende Arbeit. Blätter jung ernten, sie sind milder als Brennnessel und ganz ohne Brennhaare. Die Pflanze blüht von April bis in den Herbst und liefert damit über Monate.",
      "verwechslung": "Von der Brennnessel nur durch das Fehlen der Brennhaare und den kantigen Stiel mit den Lippenblüten zu trennen - eine Verwechslung ist folgenlos, beide sind essbar. Die Purpurrote Taubnessel und die Gefleckte Taubnessel sind ebenfalls essbar.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "taubnessel-purpur",
      "name": "Purpurrote Taubnessel",
      "botanisch": "Lamium purpureum",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Rote Taubnessel",
        "Frauenkräutl",
        "Acker-Taubnessel"
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      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: mildes Blattgemüse und Salatzutat, leicht pilzig im Geschmack; Blüten als Dekoration. Heilkunde: wie die Weiße Taubnessel, aber weniger gebräuchlich.",
      "sammeltipp": "Eines der ersten essbaren Kräuter im Jahr - blüht in milden Wintern schon im Februar auf Äckern und Gartenbeeten und färbt ganze Felder rotviolett. Die oberen Blätter sind purpurn überlaufen, das ist normal. Ganze Triebspitzen abschneiden. Massenkraut ohne Bestandsprobleme.",
      "verwechslung": "Keine gefährliche Verwechslung. Alle Taubnesselarten sind essbar. Der kantige Stiel und die gegenständigen, gestielten, herzförmigen Blätter mit den Lippenblüten in den Achseln sind typisch für die Familie.",
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      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "braunelle",
      "name": "Kleine Braunelle",
      "botanisch": "Prunella vulgaris",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Brunelle",
        "Gottheil",
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        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: milde Blätter und Blüten im Salat. Heilkunde: die deutschen Namen Gottheil und Selbstheil verraten den traditionellen Ruf als Wundkraut; klassisch als Gurgelmittel bei Halsentzündungen.",
      "sammeltipp": "Wächst niedrig auf Rasen und Wegen und wird beim Mähen verschont, weil sie sich flach hält. Blühende Triebspitzen ernten. Unauffällig und leicht zu übersehen - wer sie einmal kennt, findet sie überall.",
      "verwechslung": "Keine gefährliche Verwechslung. Der dichte, walzenförmige Blütenstand mit den violetten Lippenblüten und den bräunlichen Deckblättern ist typisch.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "wiesensalbei",
      "name": "Wiesensalbei",
      "botanisch": "Salvia pratensis",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wiesen-Salbei",
        "Blaue Wiesenblume"
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        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: deutlich milder als der Echte Salbei, als Gewürz und Teezusatz verwendbar; Blüten als Dekoration. Heilkunde: traditionell wie Salbei bei Halsentzündungen und übermäßigem Schwitzen, aber wirkungsschwächer.",
      "sammeltipp": "Blätter vor der Blüte, blühende Ähren im Juni. Wiesensalbei ist eine Zeigerart magerer, artenreicher Wiesen - genau die Flächen, die selten geworden sind. Nur einzelne Triebe, nie ganze Pflanzen. Auf Halbtrockenrasen der Leipziger Umgebung noch zu finden.",
      "verwechslung": "Keine giftigen Doppelgänger. Der kantige Stiel, die gegenständigen, runzeligen, kerbig gezähnten Blätter und die typische Salbeiblüte mit dem Kippmechanismus sind eindeutig.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "dost",
      "name": "Wilder Dost",
      "botanisch": "Origanum vulgare",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wilder Majoran",
        "Oregano",
        "Wohlgemut",
        "Kostets"
      ],
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      "standort": [
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Waldrand & Hecke",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: der heimische Oregano - deutlich aromatischer als das meiste Supermarktprodukt, an Tomatengerichte, Pizza, in Kräutersalz. Heilkunde: traditionell verdauungsfördernd, krampflösend und bei Husten; das ätherische Öl wirkt antimikrobiell.",
      "sammeltipp": "Zu Beginn der Blüte an einem sonnigen, trockenen Nachmittag ernten - dann ist der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten. Ganze Triebspitzen abschneiden und kopfüber bündelweise trocknen. Der Duft entwickelt sich beim Trocknen sogar noch. Dost steht auf sonnigen, mageren Böschungen und Kalktrockenhängen; im Leipziger Raum an Bahndämmen und trockenen Waldsäumen.",
      "verwechslung": "Keine gefährliche Verwechslung. Der intensive Oregano-Duft beim Zerreiben, der kantige Stiel und die dichten, rosa Blütenrispen mit den purpurnen Deckblättern sind eindeutig.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
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    {
      "id": "feldthymian",
      "name": "Feld-Thymian",
      "botanisch": "Thymus pulegioides",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Quendel",
        "Wilder Thymian",
        "Kudelkraut",
        "Marienbettstroh"
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      "standort": [
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Wiese & Weide"
      ],
      "verwendung": "Küche: wie Gartenthymian, aber feiner und zitroniger. Heilkunde: eine der besten Hustenpflanzen - schleimlösend, krampflösend im Bronchialbereich und antibakteriell; als Tee, Sirup oder Inhalation.",
      "sammeltipp": "Zur Blüte an einem sonnigen Nachmittag ernten, wenn das Polster duftet. Nur mit der Schere die Triebspitzen scheren, nie ausreißen - der Wurzelstock treibt sonst nicht nach. Quendel wächst in flachen Polstern auf Magerrasen, Böschungen und Wegrändern; solche Standorte sind ökologisch wertvoll, also sparsam ernten. Nicht am Boden liegende Triebe nehmen (Fuchsbandwurm-Vorsicht, siehe Sicher-Sammeln-Seite).",
      "verwechslung": "Keine giftigen Doppelgänger. Der Thymianduft ist eindeutig. Die verschiedenen heimischen Thymus-Arten sind alle gleichwertig verwendbar - eine Bestimmung bis zur Art ist nicht nötig.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
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    {
      "id": "wasserminze",
      "name": "Wasserminze",
      "botanisch": "Mentha aquatica",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
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        "Wilde Minze"
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        "Auwald & Ufer",
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      ],
      "verwendung": "Küche: als Tee, in Sirup, zu Sommergetränken - kräftiger und etwas herber als Pfefferminze. Heilkunde: krampflösend und verdauungsfördernd wie alle Minzen.",
      "sammeltipp": "Vor oder zu Beginn der Blüte ernten, dann ist das Aroma am besten. Wächst mit den Füßen im Wasser an Gräben, Teichrändern und in Auwiesen. Genau deshalb Vorsicht: an stehenden Gewässern und Weiderändern ist das Fuchsbandwurm-Risiko real - Wasserminze für Tee immer trocknen oder gründlich erhitzen, nicht roh verwenden.",
      "verwechslung": "Alle heimischen Minzen sind unbedenklich und aromatisch. Der Minzduft beim Zerreiben ist das entscheidende Merkmal. Am selben Standort wächst der Wasserdost (Eupatorium cannabinum) - der riecht nicht nach Minze und enthält Pyrrolizidinalkaloide, also besser stehen lassen.",
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      "schwierigkeit": "Anfänger"
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    {
      "id": "melisse",
      "name": "Zitronenmelisse",
      "botanisch": "Melissa officinalis",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Bienenkraut",
        "Herzkraut",
        "Frauenkraut",
        "Zitronenkraut"
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      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
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      ],
      "verwendung": "Küche: Tee, Sirup, Sommerbowle, zu Obstsalat. Heilkunde: beruhigend und einschlaffördernd, traditionell bei nervösen Magenbeschwerden; der Extrakt wirkt außerdem nachweislich gegen Lippenherpes.",
      "sammeltipp": "Vor der Blüte ernten - danach verliert das Blatt sein Zitronenaroma fast vollständig und schmeckt nur noch krautig. Am besten am späten Vormittag. Melisse trocknet schlecht: das Aroma ist sehr flüchtig, frisch verwenden oder einfrieren ist deutlich besser als Trocknen. Bei uns nur verwildert aus Gärten, aber dann oft in größeren Beständen.",
      "verwechslung": "Der intensive Zitronenduft beim Zerreiben ist eindeutig. Ohne Duft ist es keine Melisse - möglicherweise die ähnlich aussehende, geruchlose Katzenminze oder ein Ziest, beides unbedenklich.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "herzgespann",
      "name": "Echtes Herzgespann",
      "botanisch": "Leonurus cardiaca",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Löwenschwanz",
        "Herzgold",
        "Wolfstrapp",
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      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: zu bitter für die Küche. Heilkunde: eine anerkannte Droge bei nervösen Herzbeschwerden und Herzklopfen im Zusammenhang mit Unruhe und Schilddrüsenüberfunktion; traditionell auch als Frauenkraut.",
      "sammeltipp": "Die oberen blühenden Triebteile zu Beginn der Blüte ernten, etwa die oberen 20-30 cm. Herzgespann war früher eine typische Dorfpflanze an Mauern und Misthaufen und ist mit dem Verschwinden dieser Standorte selten geworden - in Sachsen auf der Vorwarnliste. Nur einzelne Triebe von großen Beständen nehmen, oder besser im Garten ansiedeln.",
      "verwechslung": "Die tief handförmig eingeschnittenen unteren Blätter, der kantige Stiel und die stachelspitzigen Kelche in dichten Scheinquirlen sind typisch. Die Kelchzähne stechen spürbar - daran erkennt man die Pflanze auch im Winter am dürren Stengel. Keine gefährlichen Doppelgänger.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "guensel",
      "name": "Kriechender Günsel",
      "botanisch": "Ajuga reptans",
      "familie": "Lippenblütler (Lamiaceae)",
      "volksnamen": [
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        "Wiese & Weide",
        "Laubwald",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter und Blüten im Salat, leicht bitter - sparsam. Heilkunde: traditionell als Wundkraut und bei Halsentzündungen, heute wenig gebräuchlich.",
      "sammeltipp": "Auffällig durch die blauen Blütenkerzen über dunkelgrünen, oft bronzefarben überlaufenen Rosetten. Breitet sich über oberirdische Ausläufer aus und bildet dichte Teppiche auf Waldwiesen. Nur einzelne Blütentriebe, die Pflanze ist eine wichtige Frühjahrsnektarquelle.",
      "verwechslung": "Keine gefährliche Verwechslung. Der kantige Stiel und die blauen Lippenblüten ohne erkennbare Oberlippe sind typisch.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "odermennig",
      "name": "Kleiner Odermennig",
      "botanisch": "Agrimonia eupatoria",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Ackermennig",
        "Leberklette",
        "Königskraut",
        "Sängerkraut"
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      "standort": [
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: als Teekraut mit aprikosenartigem Aroma. Heilkunde: gerbstoffreich und adstringierend, traditionell als Gurgelmittel bei Heiserkeit (daher Sängerkraut) und bei leichten Durchfällen.",
      "sammeltipp": "Das blühende Kraut zu Beginn der Blüte ernten, die oberen Triebteile. Kopfüber bündeln und trocknen. Erkennbar an der langen, schlanken, gelben Blütenkerze über unterbrochen gefiederten Blättern - unterbrochen heißt: zwischen den großen Fiederblättchen sitzen jeweils kleinere.",
      "verwechslung": "Vom Großen Odermennig (A. procera) nicht sicher zu trennen, was aber folgenlos ist - beide werden gleich verwendet. Keine giftigen Doppelgänger.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "blutwurz",
      "name": "Blutwurz",
      "botanisch": "Potentilla erecta",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Tormentill",
        "Ruhrwurz",
        "Aufrechtes Fingerkraut",
        "Dilledapp"
      ],
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        "wurzel": [
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      },
      "standort": [
        "Moor & Heide",
        "Wiese & Weide",
        "Nadelwald"
      ],
      "verwendung": "Küche: Grundlage des Blutwurz-Schnapses. Heilkunde: eine der gerbstoffreichsten heimischen Wurzeln - traditionell bei akutem Durchfall (der Name Ruhrwurz sagt es) und als Gurgel- und Mundspülmittel bei Zahnfleischentzündung.",
      "sammeltipp": "Der Wurzelstock ist außen dunkelbraun und färbt sich beim Anschneiden binnen Minuten blutrot - daher der Name, und es ist die sicherste Bestätigung, dass man die richtige Pflanze hat. Im Herbst oder zeitigen Frühjahr graben. Die Pflanze wächst auf mageren, sauren Böden und Borstgrasrasen, die in Sachsen stark zurückgegangen sind. Sehr sparsam ernten oder in den Handel ausweichen.",
      "verwechslung": "Das entscheidende Merkmal in der Blüte: Blutwurz hat als einziges heimisches Fingerkraut VIER gelbe Blütenblätter, alle anderen Potentilla-Arten haben fünf. Dazu die dreiteiligen Blätter mit den zwei großen Nebenblättern, die wie fünf aussehen. Der rote Wurzelanschnitt bestätigt.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "gaensefingerkraut",
      "name": "Gänsefingerkraut",
      "botanisch": "Potentilla anserina",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Silberkraut",
        "Krampfkraut",
        "Gänserich",
        "Anserine"
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      "teile": {
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      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Wiese & Weide",
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Wurzeln waren ein altes Notnahrungsmittel, gekocht spargelähnlich; junge Blätter im Salat. Heilkunde: der Volksname Krampfkraut verweist auf die traditionelle Anwendung bei Menstruations- und Wadenkrämpfen.",
      "sammeltipp": "Wächst auf feuchten, verdichteten Böden an Wegen, Teichrändern und Viehtriften - erkennbar an den silbrig behaarten, gefiederten Blättern, die sich bei Wind wie ein Silberteppich wenden. Blätter vor der Blüte ernten, Wurzeln im Herbst. Bei Wegrändern und Weiden: an Hunde und Fuchsbandwurm denken.",
      "verwechslung": "Die unterbrochen gefiederten, unterseits silberweiß-seidigen Blätter und die kriechenden Ausläufer sind eindeutig. Keine giftigen Doppelgänger unter den Fingerkräutern.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "nelkenwurz",
      "name": "Echte Nelkenwurz",
      "botanisch": "Geum urbanum",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Benediktenkraut",
        "Märzwurzel",
        "Igelkraut",
        "Nelkenwurzel"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          4,
          5,
          6
        ],
        "wurzel": [
          10,
          11,
          12,
          1,
          2,
          3,
          4
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Laubwald",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Wurzel riecht und schmeckt nach Gewürznelke und ersetzt diese - im Glühwein, in Likör, an Wild; ein guter heimischer Gewürzersatz. Heilkunde: gerbstoffreich, traditionell bei Durchfall und als Mundspülung.",
      "sammeltipp": "Der beste Wurzelkandidat für den Winter: die Pflanze ist wintergrün, an Waldrändern und in Gärten praktisch überall, und die Wurzel lässt sich den ganzen Winter über graben, solange der Boden nicht gefroren ist. Frisch ausgegraben sofort riechen - der Nelkenduft ist unverkennbar und die Bestätigung. Zügig trocknen, das Eugenol verflüchtigt sich mit der Zeit; am besten frisch verwenden.",
      "verwechslung": "Die dreiteiligen Blätter mit dem großen Endblättchen und die kleinen, gelben Fünfblatt-Blüten sind typisch. Bestätigt wird die Bestimmung durch den Nelkengeruch der frisch angeschnittenen Wurzel - ohne diesen Duft ist es nicht die Nelkenwurz. Keine gefährlichen Doppelgänger.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "baldrian",
      "name": "Echter Baldrian",
      "botanisch": "Valeriana officinalis",
      "familie": "Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)",
      "volksnamen": [
        "Katzenkraut",
        "Stinkwurz",
        "Waldspeik",
        "Augenwurzel"
      ],
      "teile": {
        "wurzel": [
          9,
          10,
          11,
          2,
          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Wiese & Weide",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: keine. Heilkunde: die klassische Einschlaf- und Beruhigungsdroge, gut untersucht; wirkt nicht akut wie ein Schlafmittel, sondern braucht bei Teeanwendung meist ein bis zwei Wochen regelmäßiger Einnahme.",
      "sammeltipp": "Wurzelstock im Herbst nach dem Einziehen oder im Vorfrühjahr graben, gründlich waschen, längs teilen und schonend bei unter 40 Grad trocknen. Der typische Baldriangeruch entsteht ERST beim Trocknen durch die Bildung von Isovaleriansäure - frisch riecht die Wurzel deutlich milder. Katzen reagieren stark darauf, die Ernte also nicht offen liegen lassen. Zweijährige Pflanzen liefern die besten Wurzeln.",
      "verwechslung": "Baldrian steht auf Feuchtwiesen zwischen anderen hohen Doldenpflanzen - vor dem Graben unbedingt an der Pflanze bestimmen, nicht an der Wurzel: gegenständige, gefiederte Blätter, hohler, gefurchter Stiel und rosaweiße Doldenrispen. Die gefährliche Nachbarschaft sind die giftigen Doldenblütler am selben Standort, insbesondere der Wasserschierling. Am sichersten: den Standort im Sommer bei der Blüte markieren und im Herbst gezielt dorthin zurückkehren.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "eibisch",
      "name": "Echter Eibisch",
      "botanisch": "Althaea officinalis",
      "familie": "Malvengewächse (Malvaceae)",
      "volksnamen": [
        "Samtpappel",
        "Weiße Malve",
        "Ibischwurzel",
        "Heilwurz"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          8
        ],
        "wurzel": [
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          1,
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          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Wiese & Weide"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Wurzel war der ursprüngliche Marshmallow. Heilkunde: die schleimreichste heimische Droge - legt einen Schutzfilm auf gereizte Schleimhäute, klassisch bei trockenem Reizhusten und Magenschleimhautreizung.",
      "sammeltipp": "Wurzel im zweiten oder dritten Jahr im Spätherbst graben, schälen und in Stücke schneiden. Wie bei der Malve gilt: IMMER KALT ansetzen. Ein Eibischwurzel-Kaltauszug über Nacht liefert ein zähes, schleimiges Getränk - genau das ist die Wirkung. Kochen zerstört die Schleimstoffe und löst stattdessen Stärke. Bei uns wild selten, meist verwildert oder angebaut; die Salzstellen im mitteldeutschen Raum sind natürliche Standorte.",
      "verwechslung": "Von der Wilden Malve durch die samtig-weichfilzige Behaarung der ganzen Pflanze und die blassrosa Blüten zu trennen. Beide sind unbedenklich und wirken ähnlich, der Eibisch ist nur deutlich schleimreicher.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "alant",
      "name": "Echter Alant",
      "botanisch": "Inula helenium",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Helenenkraut",
        "Brustalant",
        "Odinskopf",
        "Großer Heinrich"
      ],
      "teile": {
        "wurzel": [
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          11
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Wurzel kandiert oder als Likörzutat, bitter-aromatisch. Heilkunde: eine alte Hustendroge mit schleimlösender Wirkung; das enthaltene Inulin macht sie außerdem zu einem präbiotischen Wurzelgemüse.",
      "sammeltipp": "Wurzeln zwei- bis dreijähriger Pflanzen im Herbst graben, sie sind groß und fleischig. In Stücke schneiden und zügig trocknen. Alant ist bei uns kein echtes Wildkraut, sondern eine alte Klostergartenpflanze, die verwildert - man findet ihn an Wegrändern, Böschungen und in aufgelassenen Gärten. Die Pflanze wird bis zu zwei Meter hoch mit riesigen Blättern und sonnenblumenähnlichen Blütenköpfen.",
      "verwechslung": "Kann bei Sensiblen Kontaktallergien auslösen (Alantolacton) - bei der Verarbeitung größerer Mengen Handschuhe tragen. Verwechselbar mit anderen großen Korbblütlern, gefährlich giftige Doppelgänger gibt es nicht.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "meerrettich",
      "name": "Meerrettich",
      "botanisch": "Armoracia rusticana",
      "familie": "Kreuzblütler (Brassicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Kren",
        "Bauernsenf",
        "Pfefferwurzel",
        "Waldrettich"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Auwald & Ufer",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: frisch gerieben zu Fisch, Fleisch, in Sahne; junge Blätter fein gehackt als scharfe Salatzutat. Heilkunde: die Senföle wirken stark antibakteriell - traditionell bei Harnwegs- und Atemwegsinfekten, äußerlich als durchblutungsfördernder Breiumschlag.",
      "sammeltipp": "Die klassische Faustregel: ernten in den Monaten mit R, also von September bis April - im Sommer ist die Wurzel holzig und schwach. Am besten nach dem ersten Frost. Meerrettich ist eine verwilderte Kulturpflanze und steht in Flussauen und an Wegrändern in großen Beständen; die Wurzel geht sehr tief, ein Spaten ist Pflicht. Immer frisch reiben, am besten im Freien oder mit offenem Fenster: die freigesetzten Senföle treiben zuverlässig Tränen in die Augen. Nach etwa 20 Minuten an der Luft verliert geriebener Meerrettich seine Schärfe.",
      "verwechslung": "Die großen, langgestielten, am Rand gekerbten Grundblätter sind auffällig. Verwechselbar mit dem giftigen Ampfer-Blättrigen Wasserdost oder mit Ampferarten - der Meerrettich verrät sich sofort durch den scharfen Geruch beim Anschneiden der Wurzel. Ohne Schärfe kein Meerrettich.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "topinambur",
      "name": "Topinambur",
      "botanisch": "Helianthus tuberosus",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Erdartischocke",
        "Jerusalem-Artischocke",
        "Erdbirne",
        "Rossknolle"
      ],
      "teile": {
        "wurzel": [
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        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Knollen roh im Salat, gebraten, als Suppe oder Puree - nussig-süß, artischockenähnlich. Heilkunde: sehr inulinreich und dadurch präbiotisch; traditionell als Diabetikergemüse, weil Inulin den Blutzucker kaum beeinflusst.",
      "sammeltipp": "Die beste Winterernte überhaupt: die Knollen bleiben frosthart im Boden und werden erst nach Frost richtig süß, weil Inulin dann teilweise zu Fructose abgebaut wird. Von Oktober bis März graben, immer nur so viel wie gebraucht - im Boden halten sie besser als im Kühlschrank. Ein invasiver Neophyt an Flussufern, der ganze Bestände bildet; Ernten hilft hier sogar. WICHTIG bei der ersten Mahlzeit: klein anfangen. Inulin führt bei vielen Menschen zu erheblichen Blähungen, bis sich die Darmflora angepasst hat.",
      "verwechslung": "Die hohen, rauhen Stengel mit den kleinen Sonnenblumenblüten im Herbst sind eindeutig; im Winter findet man die dürren Stengel als Wegweiser zur Knolle. Keine giftigen Doppelgänger - wichtig ist nur, den Standort im Herbst zu markieren, solange die Pflanze noch steht.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "brunnenkresse",
      "name": "Echte Brunnenkresse",
      "botanisch": "Nasturtium officinale",
      "familie": "Kreuzblütler (Brassicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Bachkresse",
        "Wasserkresse",
        "Bittersalat",
        "Bornkresse"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          10,
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          12,
          1,
          2,
          3,
          4
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: scharf und würzig, als Salat, Suppe, auf dem Brot - eine der besten Winterpflanzen überhaupt. Heilkunde: sehr vitamin- und senfölreich, traditionell als Frühjahrskur und bei Harnwegsinfekten.",
      "sammeltipp": "Wächst in und an sauberen, kalten, fließenden Quellbächen und bleibt den ganzen Winter grün. Genau daraus ergibt sich die Einschränkung: WILDE BRUNNENKRESSE ROH IST HEIKEL. Sie wächst häufig auf Viehweiden, und das Wasser kann Fuchs- und Hundebandwurmeier sowie den großen Leberegel tragen. Nur aus sauberen Quellbächen oberhalb jeder Beweidung ernten, nie aus stehendem oder trübem Wasser, und im Zweifel erhitzen - Kochen kostet zwar die Schärfe, aber die Sicherheit ist es wert. Nach der Blüte wird sie bitter und scharf.",
      "verwechslung": "Am gleichen Standort wächst die giftige Berle (Berula erecta), ein Doldenblütler mit gefiederten Blättern - die Brunnenkresse ist ein Kreuzblütler mit vier weißen Blütenblättern im Kreuz und rundlichen Fiederblättchen mit einem größeren Endblättchen. Auch das giftige Bittersüße Nachtschatten und der Schierling stehen an Bächen. Wer die Doldenblütler nicht sicher ausschließen kann, lässt es.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "hirtentaeschel",
      "name": "Hirtentäschel",
      "botanisch": "Capsella bursa-pastoris",
      "familie": "Kreuzblütler (Brassicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Täschelkraut",
        "Blutkraut",
        "Herzkraut",
        "Bauernsenf",
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      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          10,
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          12
        ],
        "frucht": [
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          7,
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Rosettenblätter kressig-scharf im Salat, die herzförmigen Schötchen als pfeffriges Streugewürz. Heilkunde: traditionell blutstillend bei starken Menstruationsblutungen und Nasenbluten - eines der wenigen Wildkräuter mit dieser Indikation.",
      "sammeltipp": "Nahezu ganzjährig verfügbar, auch mitten im Winter auf Äckern und in Beeten. Rosettenblätter vor der Blüte ernten, sie sind dann am mildesten. Die charakteristischen herzförmigen Schötchen kann man über Wochen abstreifen. Achtung: Hirtentäschel wird oft von einem Brandpilz befallen, der die Schötchen deformiert und schwarz färbt - solche Pflanzen stehen lassen.",
      "verwechslung": "Die dreieckig-herzförmigen Schötchen sind unverwechselbar und machen die Pflanze auch für Anfänger sicher bestimmbar. Vor der Blüte ähnelt die Rosette anderen Kreuzblütlern, die aber alle unbedenklich sind. Merke: solange die Schötchen da sind, ist die Bestimmung eindeutig.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "barbarakraut",
      "name": "Echtes Barbarakraut",
      "botanisch": "Barbarea vulgaris",
      "familie": "Kreuzblütler (Brassicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Winterkresse",
        "Barbenkraut",
        "Winterrauke",
        "Sankt-Barbara-Kraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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        ],
        "bluete": [
          5,
          6
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Auwald & Ufer",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: kräftig-scharfe Blätter als Wintersalat und Brotbelag; die Blütenknospen wie Brokkoli gedämpft. Heilkunde: vitamin-C-reich, traditionell als Frühjahrskur und wundheilend.",
      "sammeltipp": "Der Name sagt alles: Barbaratag ist der 4. Dezember, und genau dann steht die Pflanze in frischem, dunkelgrünem Laub da, wenn sonst wenig zu holen ist. Die glänzenden, leierförmig gefiederten Rosettenblätter den ganzen Winter über ernten. Nach dem Aufblühen im Mai werden sie bitter. Wächst gern an Gräben, Bahndämmen und Ufern.",
      "verwechslung": "Alle heimischen Kreuzblütler mit vier Blütenblättern im Kreuz sind ungiftig, eine Verwechslung ist damit unproblematisch. Das leierförmige Blatt mit dem großen, rundlichen Endlappen und den kleineren Seitenlappen ist typisch.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "feldsalat-wild",
      "name": "Gewöhnlicher Feldsalat",
      "botanisch": "Valerianella locusta",
      "familie": "Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)",
      "volksnamen": [
        "Rapunzel",
        "Ackersalat",
        "Nüsschen",
        "Vogerlsalat",
        "Mausohrsalat"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          12,
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          3,
          4
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: der wilde Vorfahr des Feldsalats - milder, nussiger und deutlich aromatischer als die Kulturform. Als Salat. Heilkunde: keine eigenständige Tradition, aber sehr vitaminreich.",
      "sammeltipp": "Die Wildform wächst als winzige, flache Rosette auf Äckern, Weinbergsbrachen und Trockenrasen und ist deutlich kleiner als das, was man aus dem Laden kennt - man muss sich bücken und wissen, wonach man sucht. Ganze Rosetten knapp über der Wurzel abschneiden. Beste Zeit ist der Winter und das Vorfrühjahr; nach der Blüte verschwindet die Pflanze. Große Bestände sind möglich, aber die Ernte ist zeitaufwendig.",
      "verwechslung": "Die kleinen, spatelförmigen, kahlen Blätter in flacher Rosette sind typisch. Verwechselbar mit Rosetten anderer kleiner Ackerkräuter, unter denen keine gefährlich giftigen sind. Im Zweifel probieren: Feldsalat schmeckt mild und nussig, nichts Bitteres oder Scharfes.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "winterportulak",
      "name": "Winterportulak",
      "botanisch": "Claytonia perfoliata",
      "familie": "Quellkrautgewächse (Montiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Kubaspinat",
        "Postelein",
        "Tellerkraut",
        "Gewöhnliches Tellerkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          4
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Waldrand & Hecke",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: saftig, mild und leicht säuerlich, als Wintersalat oder kurz gedämpft wie Spinat - eine der besten Salatpflanzen des Winters überhaupt. Heilkunde: sehr vitamin-C-reich, wurde von Goldgräbern in Kalifornien gegen Skorbut gegessen.",
      "sammeltipp": "Ein eingebürgerter Neophyt aus Nordamerika, der auf sandigen, humosen Böden verwildert und den Frost mühelos übersteht - unter Schnee bleibt er grün. Ganze Rosetten oder einzelne Blätter mit den charakteristischen tellerförmig verwachsenen Stengelblättern ernten, die Pflanze treibt nach. Nicht in großer Menge roh essen, siehe Hinweis.",
      "verwechslung": "Die runden, scheibenförmig um den Stengel verwachsenen Blätter, aus deren Mitte der Blütenstand wächst, sind vollkommen unverwechselbar. Es gibt keine ähnliche heimische Pflanze.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält wie Spinat und Mangold Oxalsäure. In den üblichen Salatmengen unbedenklich; bei Neigung zu Nierensteinen und bei täglichem Verzehr großer Mengen zurückhalten.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "gaensefuss-weiss",
      "name": "Weißer Gänsefuß",
      "botanisch": "Chenopodium album",
      "familie": "Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)",
      "volksnamen": [
        "Melde",
        "Wilder Spinat",
        "Schissmelde",
        "Mehlkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          5,
          6,
          7,
          8,
          9
        ],
        "frucht": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: eines der besten Wildgemüse - Blätter gedämpft wie Spinat, milder und feiner als dieser. Die Samen sind näher Verwandte der Quinoa und lassen sich nach Wässern wie Getreide kochen. Heilkunde: keine bedeutende Tradition, aber sehr nährstoffreich.",
      "sammeltipp": "Junge Triebspitzen und Blätter ernten, solange die Pflanze noch keine Samen ansetzt. Der mehlige, weißliche Belag auf den jungen Blättern ist typisch und harmlos - er ist sogar das beste Erkennungsmerkmal. Der Gänsefuß ist ein Massen-Ackerunkraut, es gibt keinen Bestandsschutzbedarf. Blätter besser garen als roh essen, siehe Hinweis.",
      "verwechslung": "Verwechselbar mit dem ebenfalls essbaren Gutem Heinrich und den Melden (Atriplex), was folgenlos ist. Kritischer ist der Standort: Gänsefuß reichert Nitrat aus gedüngten Äckern stark an. Deshalb lieber auf ungedüngten Brachen sammeln.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält Oxalsäure und Saponine und reichert auf gedüngten Böden viel Nitrat an. Deshalb nicht in großen Mengen roh essen - Garen und das Kochwasser weggießen reduziert beides deutlich. Als gelegentliches Gemüse unbedenklich.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "guter-heinrich",
      "name": "Guter Heinrich",
      "botanisch": "Blitum bonus-henricus",
      "familie": "Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wilder Spinat",
        "Dorfmelde",
        "Heinerle",
        "Stolzer Heinrich"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          4,
          5,
          6
        ],
        "trieb": [
          4,
          5
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Wiese & Weide"
      ],
      "verwendung": "Küche: das alte Dorfgemüse - Blätter wie Spinat, die jungen Blütentriebe wie Spargel gedämpft. Heilkunde: traditionell wundheilend, heute ohne Bedeutung.",
      "sammeltipp": "Eine typische Pflanze nährstoffreicher Dorfstandorte: an alten Mauern, Viehtriften und Misthaufen. Mit dem Verschwinden dieser Standorte ist der Gute Heinrich selten geworden und steht in einigen Bundesländern auf der Roten Liste. Deshalb: nur einzelne Blätter von großen Beständen nehmen, nie die Blütentriebe einer Einzelpflanze abernten. Wer ihn im Garten hat, hat ein mehrjähriges Dauergemüse.",
      "verwechslung": "Die spießförmigen bis dreieckigen, dunkelgrünen Blätter mit dem mehligen Belag auf der Unterseite sind typisch. Verwechselbar mit anderen Gänsefußarten, die alle essbar sind.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Wie alle Gänsefußgewächse oxalsäure- und saponinhaltig. Garen und nicht in großen Mengen roh essen.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "portulak-wild",
      "name": "Portulak",
      "botanisch": "Portulaca oleracea",
      "familie": "Portulakgewächse (Portulacaceae)",
      "volksnamen": [
        "Burzelkraut",
        "Postelein",
        "Fettkraut",
        "Saukraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          7,
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: dickfleischige, saftig-säuerliche Blätter als Salat oder kurz gebraten; in der türkischen und griechischen Küche ein gängiges Gemüse. Heilkunde: einer der höchsten Omega-3-Gehalte unter den Blattgemüsen.",
      "sammeltipp": "Wärmeliebend und in Sachsen erst durch die milderen Sommer häufiger geworden - man findet ihn auf warmen Sandböden, in Pflasterfugen und auf Gemüsebeeten. Ganze Triebe abschneiden, die Pflanze treibt nach. Die dicken Blätter halten sich mehrere Tage. Weil er flach am Boden wächst: nur von sauberen Flächen ernten.",
      "verwechslung": "Wichtig abzugrenzen ist die giftige Wolfsmilch (Euphorbia), die ähnlich niederliegend auf Beeten wächst - Wolfsmilch gibt beim Abbrechen sofort WEISSEN MILCHSAFT ab, Portulak nicht. Diese Probe ist eindeutig und sollte bei jeder niederliegenden Sukkulente auf dem Beet gemacht werden.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält Oxalsäure. Bei Neigung zu Nierensteinen zurückhaltend verwenden.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "franzosenkraut",
      "name": "Kleinblütiges Franzosenkraut",
      "botanisch": "Galinsoga parviflora",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Knopfkraut",
        "Franzosenkraut",
        "Wucherblume",
        "Soldatenkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          6,
          7,
          8,
          9,
          10
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: mildes, artischockenartiges Blattgemüse - in Kolumbien als 'Guascas' ein unverzichtbares Suppengewürz. Als Spinat, in Suppen, im Salat. Heilkunde: keine bedeutende Tradition in Europa.",
      "sammeltipp": "Das häufigste Gemüsebeet-Unkraut überhaupt und praktisch nie als Nahrung erkannt. Ganze junge Triebe ernten, solange sie zart sind. Wächst von Juni bis zum Frost immer wieder nach - wer es jätet, kann es genauso gut essen. Massenkraut ohne jedes Bestandsproblem.",
      "verwechslung": "Die winzigen Blütenköpfchen mit meist fünf kurzen, dreizähnigen weißen Zungenblüten um eine gelbe Mitte sind typisch. Verwechselbar mit dem Behaarten Franzosenkraut (G. quadriradiata), das ebenso essbar ist. Keine giftigen Doppelgänger von Belang.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "vogelknoeterich",
      "name": "Vogelknöterich",
      "botanisch": "Polygonum aviculare",
      "familie": "Knöterichgewächse (Polygonaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wegtritt",
        "Sauknöterich",
        "Ackerkraut",
        "Blutkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          6,
          7,
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Triebe mild und leicht schleimig, in Suppen und als Gemüse; die Samen sind essbar, aber winzig. Heilkunde: kieselsäurereich, traditionell bei Husten und zur Stärkung von Bindegewebe und Lunge.",
      "sammeltipp": "Wächst niederliegend auf verdichteten Wegen, Parkplätzen und Trampelpfaden - genau die Standorte, die man beim Sammeln eigentlich meidet. Deshalb lieber von Ackerrändern und Brachen ernten. Junge Triebspitzen vor der Blüte nehmen, später wird die Pflanze zäh.",
      "verwechslung": "Die häutige Tüte (Ochrea) an jedem Stengelknoten kennzeichnet die Knöterichgewächse eindeutig. Keine giftigen Doppelgänger unter den heimischen Arten.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "kleiner-wiesenknopf",
      "name": "Kleiner Wiesenknopf",
      "botanisch": "Sanguisorba minor",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Pimpinelle",
        "Bibernelle",
        "Gurkenkraut",
        "Nagelkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          3,
          4,
          5,
          6,
          7,
          8,
          9,
          10
        ]
      },
      "standort": [
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: schmeckt deutlich nach Gurke und ist eine der sieben Pflanzen der Frankfurter Grünen Soße; roh in Salat, Quark, Kräuterbutter. Heilkunde: gerbstoffreich, traditionell blutstillend (Sanguisorba = Blutsauger) und bei Durchfall.",
      "sammeltipp": "Die Grundrosette ist bei mildem Wetter fast ganzjährig grün und liefert auch im Vorfrühjahr Nachschub. Junge Blätter ernten, ältere werden bitter. Nie kochen - das Gurkenaroma verschwindet vollständig, immer erst am Ende zugeben oder roh verwenden.",
      "verwechslung": "Die unpaarig gefiederten Blätter mit den rundlich-gesägten Fiederblättchen und die kugeligen, grünlich-roten Blütenköpfchen sind typisch. Der Große Wiesenknopf (S. officinalis) ist ebenfalls essbar, aber deutlich herber. Achtung: Nicht mit der Bibernelle (Pimpinella) zu verwechseln - die Volksnamen überschneiden sich verwirrend, beide sind aber unbedenklich.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "ackerschachtelhalm",
      "name": "Acker-Schachtelhalm",
      "botanisch": "Equisetum arvense",
      "familie": "Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)",
      "volksnamen": [
        "Zinnkraut",
        "Katzenwedel",
        "Pferdeschwanz",
        "Scheuerkraut"
      ],
      "teile": {
        "trieb": [
          5,
          6,
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: keine. Heilkunde: eine der kieselsäurereichsten Pflanzen überhaupt - traditionell zur Durchspülung der Harnwege und zur Stärkung von Bindegewebe, Nägeln und Haaren. Äußerlich als Bad bei schlecht heilenden Wunden. Praktisch: der Kieselsäuregehalt macht ihn zum Scheuermittel für Zinn und Kupfer.",
      "sammeltipp": "Nur die grünen SOMMERTRIEBE ernten, nicht die bräunlichen Sporentriebe des Frühjahrs. Kieselsäure löst sich nur langsam: für Tee eine Abkochung machen - 20 bis 30 Minuten köcheln lassen, ein bloßer Aufguss reicht nicht. Zum Trocknen die Triebe zerkleinern.",
      "verwechslung": "WICHTIG: Der Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre) ist giftig (Palustrin) und sieht sehr ähnlich aus. Unterscheidung: Beim Acker-Schachtelhalm ist das UNTERSTE GLIED DER SEITENäSTE LäNGER als die zugehörige Stengelscheide; beim Sumpf-Schachtelhalm ist es kürzer. Außerdem hat der Acker-Schachtelhalm meist 6-16 Rippen am Stengel und aufwärts gerichtete Äste, der Sumpf-Schachtelhalm 4-8 Rippen und einen dickeren Stengel mit weiter Zentralhöhle. Der Standort hilft: Sumpf-Schachtelhalm braucht nasse Böden, wächst aber leider oft daneben. Wer die Scheiden-Regel nicht sicher anwenden kann, sollte diese Pflanze nicht sammeln.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "kalmus",
      "name": "Kalmus",
      "botanisch": "Acorus calamus",
      "familie": "Kalmusgewächse (Acoraceae)",
      "volksnamen": [
        "Deutscher Ingwer",
        "Magenwurz",
        "Ackerwurz",
        "Bajonettstange"
      ],
      "teile": {
        "wurzel": [
          9,
          10,
          11
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: der Wurzelstock als bitter-aromatisches Gewürz, kandiert oder in Likören (Boonekamp, Magenbitter). Heilkunde: bittertonisch, traditionell bei Appetitlosigkeit und Verdauungsschwäche.",
      "sammeltipp": "Der Wurzelstock wächst waagerecht im Uferschlamm und lässt sich im Herbst mit der Hand herausziehen. Beim Zerreiben der Blätter entsteht ein intensiver, zitronig-würziger Duft - das ist das beste Erkennungsmerkmal und zugleich die Absicherung gegen die gefährliche Verwechslung. Ein eingebürgerter Neophyt, der in Sachsen an Teichrändern und Altwassern vorkommt.",
      "verwechslung": "LEBENSGEFäHRLICH. Kalmusblätter sehen den Blättern der Schwertlilie (Iris pseudacorus, giftig) und besonders des Wasserschierlings (Cicuta virosa, tödlich giftig) ähnlich, die am gleichen Ufer wachsen. Sichere Merkmale des Kalmus: die Blätter riechen beim Zerreiben stark aromatisch-zitronig, sie haben eine deutlich erkennbare, erhabene MITTELRIPPE und einen leicht welligen Rand, und der Blütenstand ist ein schräg abstehender, grüner Kolben. Schwertlilie hat keine erhabene Mittelrippe und riecht nicht. Wasserschierling ist ein Doldenblütler mit gefiederten Blättern - im Zweifel niemals im Uferschlamm graben.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält beta-Asaron, das in höherer Dosis und bei Dauergebrauch als potenziell krebserregend gilt. Die europäische Unterart (var. calamus) ist deutlich asaronärmer als die asiatischen Varietäten, der Gehalt bei Wildsammlung aber unbekannt. Nur gelegentlich und in kleinen Mengen als Gewürz, nicht als Dauertee, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit.",
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "rohrkolben",
      "name": "Breitblättriger Rohrkolben",
      "botanisch": "Typha latifolia",
      "familie": "Rohrkolbengewächse (Typhaceae)",
      "volksnamen": [
        "Kanonenputzer",
        "Lampenputzer",
        "Schmackedutschen",
        "Bumskeule"
      ],
      "teile": {
        "trieb": [
          4,
          5
        ],
        "wurzel": [
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          11,
          12,
          1,
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          3
        ],
        "bluete": [
          6,
          7
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: das Wurzelstock-Mark ist sehr stärkereich und lässt sich zu Mehl verarbeiten; die jungen Triebe im Frühjahr roh oder gegart wie Palmherzen; der gelbe Blütenpollen als Mehlzusatz. Ein klassisches Survival-Nahrungsmittel. Heilkunde: keine bedeutende Tradition.",
      "sammeltipp": "Die weißen Ausläufer im Uferschlamm den Winter über ausgraben, waschen, zerquetschen und die Stärke in Wasser absetzen lassen. Die jungen Triebe im Frühjahr aus der Blattscheide ziehen - der weiße untere Teil ist zart und knackig. Wichtige Einschränkung: Rohrkolben reichert Schwermetalle aus dem Gewässer an und wird sogar zur Gewässerreinigung eingesetzt. Also nur an sauberen Gewässern ohne Einleitungen ernten, nie an Straßengräben oder Industrienähe. Schilfröhrichte sind außerdem gesetzlich geschützte Biotope und wichtige Vogelbrutplätze - in der Brutzeit (März bis Juli) nicht hineingehen.",
      "verwechslung": "Vor der Blüte den Blättern der Schwertlilie und des Kalmus ähnlich. Rohrkolbenblätter sind flach, bandförmig, graugrün, ohne erhabene Mittelrippe und ohne Geruch beim Zerreiben; sie stehen zweizeilig. Der braune Zigarrenkolben ist ab Sommer unverwechselbar - deshalb am besten den Standort im Sommer markieren.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "walderdbeere",
      "name": "Wald-Erdbeere",
      "botanisch": "Fragaria vesca",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Monatserdbeere",
        "Wildbeere",
        "Rührling",
        "Besinge"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          4,
          5,
          6,
          7,
          8,
          9
        ],
        "frucht": [
          6,
          7
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Laubwald",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: die kleinen Früchte sind aromatisch weit über jeder Gartenerdbeere - roh, als Konfitüre, in Essig. Blätter als milder Haustee. Heilkunde: das gerbstoffhaltige Blatt traditionell bei Durchfall; die Frucht galt als blutreinigend.",
      "sammeltipp": "Blätter jung und vor der Blüte ernten und wie Himbeerblätter fermentieren, das hebt sie geschmacklich enorm. WICHTIG: Erdbeerblätter müssen zügig und vollständig trocknen. Halb welke, feuchte Blätter können Schimmel ansetzen, dessen Gifte problematisch sind - entweder frisch verwenden oder sofort und richtig trocknen, nichts dazwischen. Früchte sind bodennah, deshalb Fuchsbandwurm-Hinweis beachten.",
      "verwechslung": "Der Indische Scheinerdbeere (Potentilla indica) sieht ähnlich, hat aber GELBE Blüten und aufrecht stehende, geschmacklose Früchte - ungiftig, nur wertlos. Die Wald-Erdbeere hat weiße Blüten und hängende, duftende Früchte. Beim Blattsammeln nicht mit Fingerkräutern verwechseln (auch ungiftig): Erdbeerblätter sind dreiteilig mit deutlich gesägtem Rand und seidig behaarter Unterseite.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "schwarze-johannisbeere",
      "name": "Schwarze Johannisbeere",
      "botanisch": "Ribes nigrum",
      "familie": "Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)",
      "volksnamen": [
        "Ahlbeere",
        "Gichtbeere",
        "Cassis",
        "Bocksbeere"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          5,
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          7
        ],
        "frucht": [
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Acker & Garten",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: Beeren als Konfitüre, Saft, Likör (Cassis); die Blätter als Tee und zum Aromatisieren von Essig und eingelegtem Gemüse. Heilkunde: sehr vitamin-C-reich; das Blatt traditionell bei rheumatischen Beschwerden und Gicht (daher Gichtbeere).",
      "sammeltipp": "Der Geruch entscheidet: schon ein leichtes Antippen der Blätter setzt den typischen, harzig-katzenartigen Cassis-Duft frei. Blätter vor oder während der Blüte ernten. Beeren pflücken, wenn sie tiefschwarz und matt sind. Bei uns wild in feuchten Auwäldern, öfter aber verwildert aus Gärten.",
      "verwechslung": "Von der Roten Johannisbeere und der Alpen-Johannisbeere durch den Duft der Blätter zu trennen; alle sind unbedenklich. Wichtiger: nicht mit dem giftigen Schwarzen Nachtschatten (Solanum nigrum) verwechseln, der krautig wächst und dessen Beeren in Doldentrauben stehen. Die Johannisbeere ist ein Strauch mit hängenden Trauben und ahornartig gelappten Blättern.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "stachelbeere-wild",
      "name": "Stachelbeere",
      "botanisch": "Ribes uva-crispa",
      "familie": "Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)",
      "volksnamen": [
        "Klosterbeere",
        "Krausbeere",
        "Grosselbeere",
        "Druschel"
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      "teile": {
        "frucht": [
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          7
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Laubwald",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: unreif-grün für Kompott und Kuchen, reif zum Rohessen; als Gelee und Chutney. Heilkunde: keine bedeutende Tradition, aber vitaminreich.",
      "sammeltipp": "Die Wildform trägt kleinere, oft behaarte Beeren mit intensiverem Aroma als die Gartensorten. Zwei Erntezeitpunkte: grün und hart im Juni für Backwerk, voll ausgereift und weich im Juli zum Rohessen. Feste Handschuhe, die dreiteiligen Dornen sind unangenehm. Wildstachelbeeren stehen zerstreut in Auwäldern und Hecken; die meisten Funde sind allerdings Gartenflüchtlinge.",
      "verwechslung": "Die gelappten Blätter und die dreiteiligen Dornen an den Knoten sind typisch. Keine gefährlichen Doppelgänger - Achtung nur bei der Stachelbeer-Verwandtschaft mit der Berberitze, die ähnliche Dornen hat, aber länglich-rote Beeren und ungelappte Blätter.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "aronia",
      "name": "Schwarze Apfelbeere",
      "botanisch": "Aronia melanocarpa",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Aronia",
        "Schwarze Eberesche",
        "Apfelbeere"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          8,
          9,
          10
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: sehr herb-adstringierend, deshalb fast nie roh - als Saft (meist mit Apfel gemischt), Gelee, getrocknet im Müsli. Heilkunde: sehr hoher Anthocyangehalt, gilt als starkes Antioxidans; keine lange europäische Tradition.",
      "sammeltipp": "Nach dem ersten Frost oder nach zwei Tagen im Gefrierfach werden die Beeren deutlich milder. Ganze Dolden abschneiden. In Sachsen als Kulturpflanze angebaut und häufig in Hecken- und Rekultivierungspflanzungen verwendet, von wo sie verwildert - eine der ergiebigsten und am wenigsten beachteten Herbstfrüchte.",
      "verwechslung": "Von der Eberesche durch einfache statt gefiederte Blätter zu trennen. Nicht mit den giftigen Beeren des Liguster (Ligustrum vulgare) verwechseln, die ebenfalls schwarz in Rispen stehen: Liguster hat gegenständige, schmal-ovale, ganzrandige und ledrige Blätter. Aronia hat wechselständige, gesägte Blätter und die Frucht trägt oben den typischen Kelchrest wie ein Miniaturapfel.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Die Samen enthalten wie bei allen Kernobstgewächsen cyanogene Glykoside. Bei den üblichen Verzehrmengen unproblematisch; nicht kiloweise roh mit zerkauten Kernen essen.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "maulbeere",
      "name": "Maulbeere",
      "botanisch": "Morus nigra / Morus alba",
      "familie": "Maulbeergewächse (Moraceae)",
      "volksnamen": [
        "Maulbeerbaum",
        "Seidenraupenbaum"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Früchte roh, als Konfitüre, Sirup oder getrocknet - süß mit einer feinen Säure. Heilkunde: in der traditionellen chinesischen Medizin gebräuchlich, in Europa ohne feste Tradition.",
      "sammeltipp": "Ein Stadtbaum, den fast niemand abearbeitet: Maulbeeren stehen in Parks und an Straßen, auch in Leipzig. Ernte am besten mit einem untergelegten Tuch und leichtem Schütteln - die reifen Früchte fallen von selbst. Sofort verarbeiten, sie halten kaum einen Tag. Der Saft färbt Kleidung dauerhaft, also nichts Helles anziehen. Bei Straßenbäumen an Abgase denken und lieber Parkexemplare nehmen.",
      "verwechslung": "Die Frucht sieht aus wie eine längliche Brombeere, sitzt aber an einem Baum mit oft unterschiedlich geformten (teils gelappten, teils ungelappten) Blättern am selben Zweig - das ist typisch. Keine gefährlichen Doppelgänger.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Unreife weiße und rote Früchte sowie der Milchsaft der Pflanze wirken abführend und können Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Nur voll ausgereifte Früchte verwenden.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "quitte",
      "name": "Quitte",
      "botanisch": "Cydonia oblonga",
      "familie": "Rosengewächse (Rosaceae)",
      "volksnamen": [
        "Küttenbaum",
        "Schmeckbirne",
        "Kittenbaum"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          10,
          11
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: roh ungenießbar hart, gekocht hervorragend - Gelee, Quittenbrot, Kompott, Likör; sehr pektinreich und deshalb ein natürliches Geliermittel. Die Samen liefern einen Schleim, der traditionell bei Husten und äußerlich bei wunder Haut verwendet wird. Heilkunde: der Samenschleim ist die eigentliche Droge.",
      "sammeltipp": "Ernten, wenn die Frucht von grün auf leuchtend gelb umgeschlagen ist und intensiv duftet, meist im Oktober. Den Flaum vor der Verarbeitung mit einem Tuch abreiben, er schmeckt bitter. Quitten reifen nach und duften wochenlang im Zimmer. Die Samen NICHT zerkleinern - sie enthalten wie alle Kernobstsamen cyanogene Glykoside; für Schleim werden sie ganz in kaltem Wasser angesetzt.",
      "verwechslung": "Die Zierquitte (Chaenomeles) hat kleinere, ebenfalls verwendbare Früchte an einem dornigen Strauch. Verwechslung mit anderen Früchten ist wegen des Duftes und des Flaums praktisch ausgeschlossen.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Die Samen enthalten Amygdalin. Ganz verwenden oder entfernen, nie zerkleinern oder mitmixen.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "weinbergslauch",
      "name": "Weinbergs-Lauch",
      "botanisch": "Allium vineale",
      "familie": "Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)",
      "volksnamen": [
        "Feldknoblauch",
        "Wilder Knoblauch",
        "Schlangenlauch"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          10,
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          12,
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          2,
          3,
          4,
          5
        ],
        "frucht": [
          6,
          7
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: die röhrigen Blätter wie Schnittlauch mit Knoblauchnote, die Brutzwiebeln im Blütenstand als Gewürz und zum Einlegen. Heilkunde: wie Knoblauch, aber ohne eigene Tradition.",
      "sammeltipp": "Der große Vorteil: die Blätter treiben im Herbst aus und stehen den ganzen Winter frisch auf Wiesen und Wegrändern - eine der wenigen frischen Würzpflanzen im Januar. Nur die Blätter schneiden, die Zwiebel bleibt im Boden und treibt nach. Der Knoblauchgeruch beim Zerreiben ist die Bestätigung. Im Blütenstand bildet die Pflanze statt Samen kleine Brutzwiebeln, die oft schon am Stengel austreiben.",
      "verwechslung": "Wie beim Bärlauch gilt: nur ernten, was beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch oder Zwiebel riecht. Ohne Lauchgeruch ist es kein Lauch. Verwechselbar mit Gras und mit den Blättern der giftigen Herbstzeitlose - die riecht aber nicht und hat flache, nicht röhrige Blätter. Weinbergs-Lauch hat im Querschnitt HOHLE, röhrige Blätter.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "rotklee",
      "name": "Rotklee",
      "botanisch": "Trifolium pratense",
      "familie": "Hülsenfrüchtler (Fabaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wiesenklee",
        "Futterklee",
        "Honigblume",
        "Zuckerbrot"
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      "teile": {
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          6,
          7,
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          9
        ],
        "bluete": [
          5,
          6,
          7,
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Blütenköpfchen roh als süße Salatdekoration, getrocknet als Tee, gemahlen im Brot; junge Blätter als Gemüse. Heilkunde: isoflavonreich, traditionell in den Wechseljahren angewendet und äußerlich bei Hautproblemen.",
      "sammeltipp": "Nur voll aufgeblühte, leuchtend rosa Köpfchen ernten - braune Blütenteile sind bereits verdorben und müssen aussortiert werden, sie verderben die ganze Trocknung. Am sonnigen Vormittag pflücken. Blätter vor der Blüte. Rotklee steht auf jeder Wiese; bei gemähten Futterwiesen aber an Gülle und Spritzmittel denken.",
      "verwechslung": "Die dreiteiligen Blätter mit dem typischen hellen Winkelfleck und die dichten, kugeligen Blütenköpfe sind eindeutig. Alle heimischen Klee-Arten sind essbar. Achtung nur bei den giftigen Schmetterlingsblütlern wie Goldregen und Besenginster - das sind aber Sträucher, keine Wiesenkräuter.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "steinklee",
      "name": "Echter Steinklee",
      "botanisch": "Melilotus officinalis",
      "familie": "Hülsenfrüchtler (Fabaceae)",
      "volksnamen": [
        "Honigklee",
        "Gelber Steinklee",
        "Mottenklee",
        "Schotenklee"
      ],
      "teile": {
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          8
        ],
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          6,
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: sparsam als Gewürz mit Waldmeister-Heunote, im Käse (Schabziger) und in Likören. Heilkunde: die Cumarinverbindungen wirken venenstärkend und lymphabflussfördernd - traditionell bei schweren Beinen und äußerlich bei Prellungen.",
      "sammeltipp": "Das blühende Kraut zur Blütezeit ernten. Wie beim Waldmeister entfaltet sich der typische Heu-Cumarin-Duft erst beim Trocknen. Wächst massenhaft auf Bahnschotter, Baustellenbrachen und Rohböden - im Leipziger Raum an alten Bahnanlagen sehr häufig, dort aber auf Altlasten achten.",
      "verwechslung": "Vom Weißen Steinklee (M. albus) nur durch die Blütenfarbe zu trennen, beide werden gleich verwendet. Die langen, schmalen, gelben Blütentrauben und die dreiteiligen Blätter mit dem länglichen Endblättchen sind typisch.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Cumarin: bei Überdosierung und Dauergebrauch Kopfschmerzen und Leberbelastung. Ganz wichtig: VERSCHIMMELTES oder falsch getrocknetes Steinkleeheu bildet Dicumarol, ein starkes Blutgerinnungsgift - deshalb nur einwandfrei getrocknetes Material verwenden und bei der geringsten Schimmelspur alles wegwerfen. Nicht bei Einnahme von Gerinnungshemmern.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "mariendistel",
      "name": "Mariendistel",
      "botanisch": "Silybum marianum",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Frauendistel",
        "Milchdistel",
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        "Christi Krone"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Samen geröstet, die jungen Blätter entstachelt als Gemüse, der Blütenboden wie Artischocke. Heilkunde: Silymarin aus den Früchten ist ein gut belegtes Leberschutzmittel und wird sogar klinisch bei Knollenblätterpilzvergiftung eingesetzt.",
      "sammeltipp": "Die Früchte ernten, wenn die Blütenköpfe braun werden und der weiße Pappus (Flugschirm) sich zeigt, aber bevor er wegfliegt - das Fenster ist knapp. Ganze Köpfe abschneiden, in einer Papiertüte nachtrocknen und ausklopfen. Feste Handschuhe, die Pflanze ist durchgehend bestachelt. Bei uns keine echte Wildpflanze, sondern verwildert aus Kultur - man findet sie an Wegrändern und auf Schuttplätzen.",
      "verwechslung": "Die großen, glänzenden, dunkelgrünen Blätter mit den auffallenden WEISSEN MARMORIERUNGEN entlang der Nerven sind unverwechselbar. Keine andere heimische Distel sieht so aus.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "wiesenbaerenklau",
      "name": "Wiesen-Bärenklau",
      "botanisch": "Heracleum sphondylium",
      "familie": "Doldenblütler (Apiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Bärenklau",
        "Bärentatze",
        "Herkuleskraut",
        "Gemeiner Bärenklau"
      ],
      "teile": {
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          5
        ],
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          4,
          5
        ],
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        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Waldrand & Hecke",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: die noch eingerollten jungen Blütenknospen in der Hüllhaut gedämpft sind ein Delikatessgemüse mit Nussnote; junge Blattstiele geschält wie Gemüse; die reifen Samen als intensives Gewürz mit Orangen-Kardamom-Note. Heilkunde: traditionell verdauungsfördernd, heute randständig.",
      "sammeltipp": "Die beste Ernte sind die noch geschlossenen, in ihrer Blatthülle steckenden Blütenknospen im April/Mai - kurz dämpfen oder braten. Samen im Spätsommer abstreifen, sie sind extrem aromatisch und ein unterschätztes heimisches Gewürz. UNBEDINGT Handschuhe und lange Ärmel tragen und nicht bei praller Sonne ernten: der Pflanzensaft ist phototoxisch.",
      "verwechslung": "Kritisch ist die Abgrenzung zum Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), dessen Saft schwere, verbrennungsähnliche Hautschäden verursacht. Der Riesen-Bärenklau wird 2-4 m hoch, hat einen rot gefleckten Stengel von 5-10 cm Durchmesser und Dolden bis 50 cm Breite. Der Wiesen-Bärenklau bleibt unter 1,5 m mit Dolden bis 20 cm. Im Zweifel gilt: alles, was größer ist als man selbst, wird nicht angefasst. Außerdem abzugrenzen von Schierling (kahler, gefleckter Stengel, Mausurin-Geruch) - der Wiesen-Bärenklau hat einen kantig gefurchten, deutlich rau behaarten Stengel und große, handförmig gelappte, raue Blätter.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält Furanocumarine. Der Saft löst in Verbindung mit Sonnenlicht phototoxische Hautreaktionen mit Rötung und Blasen aus (Wiesengräserdermatitis). Bei der Ernte immer Handschuhe und Armbedeckung, danach die Haut waschen und 48 Stunden vor Sonne schützen. Beim Riesen-Bärenklau ist die Reaktion um ein Vielfaches heftiger.",
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "wiesenkerbel",
      "name": "Wiesen-Kerbel",
      "botanisch": "Anthriscus sylvestris",
      "familie": "Doldenblütler (Apiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wilde Petersilie",
        "Kälberkropf",
        "Hexenkraut",
        "Pferdekümmel"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          3,
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          5
        ],
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          6,
          7
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Waldrand & Hecke",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter fein gehackt wie Kerbel - anisartig-petersilig, in Suppen, Kräuterquark, Salat; die unreifen grünen Samen sind ein intensives Gewürz. Heilkunde: traditionell blutreinigend, ohne moderne Bedeutung.",
      "sammeltipp": "Die erste hohe weiße Dolde des Jahres an den Wegrändern - im Mai ist ganz Sachsen davon gesäumt. Nur junge Blätter vor der Blüte ernten. Diese Pflanze steht bewusst als 'nur mit sicherer Bestimmung' im Kalender: sie ist harmlos, aber ihre Familie enthält die tödlichsten heimischen Pflanzen. Wer die Doldenblütler beherrscht, hat hier ein feines Gewürz; wer nicht, fängt bitte woanders an.",
      "verwechslung": "LEBENSGEFäHRLICHE Familie. Wiesen-Kerbel: Stengel gefurcht, im unteren Teil kurz behaart, VOLL bis schwach hohl, OHNE rote Flecken, Blätter mehrfach gefiedert und weich, Geruch beim Zerreiben angenehm petersilienartig. Gefleckter Schierling (Conium maculatum): kahler, blaugrün bereifter Stengel mit deutlichen ROTBRAUNEN FLECKEN, Geruch nach Mausurin - tödlich. Hundspetersilie (Aethusa cynapium): kahl, glänzende Blätter, unangenehmer Geruch, und unter jedem Döldchen hängen drei lange, schmale Hüllblättchen wie ein Bärtchen - das ist ihr eindeutiges Erkennungszeichen. Wasserschierling: an Ufern, gekammerter Wurzelstock, tödlich. Regel: rot gefleckt oder übel riechend heißt immer Finger weg.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "wald-engelwurz",
      "name": "Wald-Engelwurz",
      "botanisch": "Angelica sylvestris",
      "familie": "Doldenblütler (Apiaceae)",
      "volksnamen": [
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        "Heiligenwurz"
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      "teile": {
        "trieb": [
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        ],
        "frucht": [
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          9
        ],
        "wurzel": [
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        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Wiese & Weide",
        "Laubwald"
      ],
      "verwendung": "Küche: die geschälten jungen Stengel kandiert oder als Kompottzutat, die Samen als Gewürz mit Wacholder-Anis-Note, die Wurzel in Likören. Heilkunde: bittertonisch und verdauungsfördernd; die verwandte Echte Engelwurz (A. archangelica) ist die klassische Arzneipflanze.",
      "sammeltipp": "Junge Stengel im Mai ernten, solange sie noch weich sind, und schälen. Samen im Spätsommer abstreifen. Wurzel im Herbst des ersten oder zweiten Jahres. Handschuhe: wie viele Doldenblütler ist die Pflanze phototoxisch. Wächst in Feuchtwiesen und Auwäldern, im Leipziger Auengebiet häufig.",
      "verwechslung": "Wie bei allen großen Doldenblütlern ist die Verwechslung lebensgefährlich. Die Engelwurz hat einen HOHLEN, oft rotüberlaufenen, kahlen bis fein behaarten Stengel, eine stark aufgeblasene Blattscheide, aus der der Blütenstand hervortritt, halbkugelige Dolden und einen kräftigen, aromatischen Geruch. Der Gefleckte Schierling hat scharf abgegrenzte rotbraune Flecken und riecht nach Mausurin, der Wasserschierling einen quer gekammerten Wurzelstock. Wer nicht sicher bestimmen kann, lässt alle großen weißen Dolden stehen.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Furanocumarine machen die Haut lichtempfindlich; bei der Ernte Handschuhe tragen und die behandelte Haut vor Sonne schützen.",
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "kleine-bibernelle",
      "name": "Kleine Bibernelle",
      "botanisch": "Pimpinella saxifraga",
      "familie": "Doldenblütler (Apiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Steinpeterlein",
        "Pestwurzel",
        "Bockspeterle"
      ],
      "teile": {
        "wurzel": [
          9,
          10
        ],
        "blatt": [
          5,
          6
        ]
      },
      "standort": [
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter als Gewürz mit Petersilie-Note. Heilkunde: die Wurzel ist eine alte Erkältungsdroge - schleimlösend und auswurffördernd, in der Pestzeit hoch geschätzt (daher der Name Pestwurzel).",
      "sammeltipp": "Wurzel im Herbst graben, waschen und trocknen; sie riecht scharf-aromatisch, fast ziegenartig. Die Pflanze steht auf mageren, sonnigen Rasen - ein Standort, der ökologisch wertvoll und rückgängig ist, also sparsam ernten. Die unteren und oberen Blätter derselben Pflanze sehen völlig verschieden aus (unten einfach gefiedert, oben fein zerschlitzt); das verwirrt beim Bestimmen.",
      "verwechslung": "Doldenblütler-Familie, also grundsätzlich Vorsicht. Die Kleine Bibernelle hat einen feingerillten, im unteren Teil behaarten, VOLLEN Stengel ohne Flecken, kleine weiße Dolden OHNE Hüllblätter, und die Wurzel riecht scharf-aromatisch. Gefleckter Schierling: kahl, rot gefleckt, Mausurin-Geruch. Wer die Familie nicht sicher beherrscht, sammelt sie nicht.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "wiesenkuemmel",
      "name": "Wiesen-Kümmel",
      "botanisch": "Carum carvi",
      "familie": "Doldenblütler (Apiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Echter Kümmel",
        "Feldkümmel",
        "Karbe",
        "Wiesenkarve"
      ],
      "teile": {
        "frucht": [
          7,
          8
        ],
        "blatt": [
          4,
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        ],
        "wurzel": [
          10,
          11
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: das Gewürz schlechthin für Kohl, Brot und schwere Speisen - selbst gesammelter Kümmel ist deutlich aromatischer als gekaufter. Heilkunde: eines der besten Mittel gegen Blähungen und Krämpfe im Darm, auch für Säuglinge geeignet (als Bauchwickel oder im Tee der Mutter).",
      "sammeltipp": "Ernten, wenn die ersten Früchte braun werden, aber bevor die Dolde sich vollständig zerlegt - sonst fällt alles ab. Ganze Dolden abschneiden, kopfüber in eine Papiertüte hängen und nachtrocknen lassen; die reifen Früchte fallen von selbst in die Tüte. Wiesenkümmel steht auf extensiv genutzten Wiesen und geht durch die Intensivierung zurück.",
      "verwechslung": "Doldenblütler-Vorsicht gilt. Kümmel: Stengel kantig gefurcht und HOHL, Blätter doppelt bis dreifach fein gefiedert, die Dolde ohne oder mit wenigen Hüllblättern, und der Geruch beim Zerreiben ist unverkennbar Kümmel. Der Geruch ist hier die zuverlässigste Sicherung - kein Kümmelgeruch, kein Kümmel. Schierling riecht nach Mausurin.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "pastinak",
      "name": "Pastinak",
      "botanisch": "Pastinaca sativa",
      "familie": "Doldenblütler (Apiaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hammelmöhre",
        "Moorwurzel",
        "Hirschmöhre",
        "Welsche Petersilie"
      ],
      "teile": {
        "wurzel": [
          10,
          11,
          12,
          1,
          2,
          3
        ],
        "frucht": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Wiese & Weide",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Wurzel des ersten Jahres gekocht, gebraten oder als Suppe - süß-würzig, ein altes Grundnahrungsmittel vor der Kartoffel; die Samen als Gewürz. Heilkunde: keine bedeutende Tradition.",
      "sammeltipp": "Nur die Wurzel der EINJäHRIGEN Rosette, im Spätherbst bis Vorfrühjahr - im zweiten Jahr wird sie holzig. Nach dem ersten Frost ist sie deutlich süßer. Das Problem: im Winter steht keine Blüte mehr, an der man bestimmen könnte. Deshalb im Sommer die Bestände markieren, wenn die gelben Dolden gut sichtbar sind, und im Winter gezielt dorthin. UNBEDINGT Handschuhe, siehe Giftigkeit.",
      "verwechslung": "Pastinak ist der einzige häufige heimische Doldenblütler mit GELBEN Blüten und einfach gefiederten, glänzenden Blättern - das macht ihn im Sommer sehr gut kenntlich, deutlich besser als die weißblütigen Verwandten. Er riecht beim Zerreiben stark und angenehm würzig. Im Rosettenstadium sind die Blätter mit denen des Riesen-Bärenklaus verwechselbar, der aber viel größer und grober ist.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Stark phototoxisch: der Saft von Blättern und Stengeln verursacht in Verbindung mit Sonne schmerzhafte, verbrennungsähnliche Hautreaktionen mit Blasen, die wochenlang Pigmentflecken hinterlassen. Bei der Ernte lange Ärmel und Handschuhe, danach Haut waschen und 48 Stunden vor Sonne schützen. Die geschälte Wurzel ist ein unbedenkliches Gemüse.",
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "weidenroeschen-schmal",
      "name": "Schmalblättriges Weidenröschen",
      "botanisch": "Chamaenerion angustifolium",
      "familie": "Nachtkerzengewächse (Onagraceae)",
      "volksnamen": [
        "Waldweidenröschen",
        "Feuerkraut",
        "Staudenfeuerkraut",
        "Iwan-Tee"
      ],
      "teile": {
        "trieb": [
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          5
        ],
        "blatt": [
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          7,
          8
        ],
        "bluete": [
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Nadelwald"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Triebe wie Spargel, das Blatt fermentiert als 'Iwan-Tee' oder Koporje-Tee - in Russland ein traditioneller Schwarztee-Ersatz, überraschend gut. Blüten im Salat. Heilkunde: das verwandte Kleinblütige Weidenröschen ist die bekanntere Prostatapflanze; das Schmalblättrige wirkt ähnlich, aber schwächer.",
      "sammeltipp": "Für den Iwan-Tee die Blätter im Sommer abstreifen, ein bis zwei Tage anwelken lassen, kräftig zwischen den Handflächen rollen bis der Saft austritt und die Blätter dunkel werden, in einem geschlossenen Gefäß 24-36 Stunden fermentieren lassen bis sie fruchtig-blumig duften, dann bei 80-100 Grad im Ofen trocknen. Das Ergebnis ist ein echter Teeersatz ohne Koffein. Die Pflanze besiedelt Kahlschläge und Brandflächen in Massen - kein Bestandsproblem.",
      "verwechslung": "Die hohen, unverzweigten Stengel mit den schmalen, wechselständigen Blättern und der langen, leuchtend purpurrosa Blütentraube sind unverwechselbar. Der Blattnerv läuft am Rand entlang und bildet eine geschlossene Schlaufe - ein gutes Detailmerkmal. Keine giftigen Doppelgänger.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "weidenroeschen-klein",
      "name": "Kleinblütiges Weidenröschen",
      "botanisch": "Epilobium parviflorum",
      "familie": "Nachtkerzengewächse (Onagraceae)",
      "volksnamen": [
        "Weidenröschen",
        "Prostatakraut",
        "Zottiges Weidenröschen"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          8
        ],
        "bluete": [
          6,
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Wiese & Weide"
      ],
      "verwendung": "Küche: keine nennenswerte. Heilkunde: durch Maria Treben bekannt geworden als Tee bei gutartiger Prostatavergrößerung und Blasenbeschwerden; die Datenlage ist dünn, die traditionelle Verwendung aber verbreitet.",
      "sammeltipp": "Das blühende Kraut während der Blüte ernten, die oberen zwei Drittel. Kleinblütige Weidenröschen-Arten sind untereinander schwer zu unterscheiden und werden traditionell alle gleich verwendet - wichtig ist nur, sie vom großblütigen Schmalblättrigen abzugrenzen, dessen Blüten deutlich größer und in einer langen Traube stehen.",
      "verwechslung": "Die kleinen, blassrosa vierblättrigen Blüten sitzen auf einem langen, schmalen Fruchtknoten, der wie ein Stiel aussieht - dieses Merkmal (Blüte auf langer 'Schote') kennzeichnet alle Epilobium-Arten. Keine giftigen Doppelgänger. Am Standort wächst oft der Blutweiderich, der sechs Blütenblätter hat.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "blutweiderich",
      "name": "Blutweiderich",
      "botanisch": "Lythrum salicaria",
      "familie": "Blutweiderichgewächse (Lythraceae)",
      "volksnamen": [
        "Stolzer Heinrich",
        "Weiderich",
        "Rotes Weiderich",
        "Blutkraut"
      ],
      "teile": {
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        ],
        "bluete": [
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Wiese & Weide"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter gegart als Gemüse, unbedeutend. Heilkunde: sehr gerbstoffreich, traditionell bei Durchfall und als Wundwaschmittel - eine der wirksamsten heimischen Adstringentien.",
      "sammeltipp": "Das blühende Kraut zur Blütezeit ernten. Wächst auffällig in Gräben, an Teichrändern und in Feuchtwiesen; im Leipziger Auengebiet häufig. Eine wichtige Spätsommer-Nektarpflanze, daher nur einzelne Triebe schneiden.",
      "verwechslung": "Die auffallenden purpurroten Blütenähren, der vierkantige Stengel und die gegenständigen bis quirlständigen, sitzenden Blätter sind typisch. Verwechselbar mit dem Weidenröschen (Blüten mit vier Blütenblättern auf langem Fruchtknoten) - der Blutweiderich hat sechs Blütenblätter. Beide unbedenklich.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "ruprechtskraut",
      "name": "Ruprechtskraut",
      "botanisch": "Geranium robertianum",
      "familie": "Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)",
      "volksnamen": [
        "Stinkender Storchschnabel",
        "Rotlaufkraut",
        "Gottesgnadenkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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          6,
          7,
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Waldrand & Hecke",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: sehr sparsam, der Geruch ist gewöhnungsbedürftig. Heilkunde: traditionell als Wundkraut und bei Hautentzündungen, äußerlich als Waschung; volksmedizinisch breit verwendet.",
      "sammeltipp": "Das ganze blühende Kraut ernten. Erkennbar am charakteristischen, streng-herben Geruch beim Zerreiben - manche finden ihn unangenehm, er ist aber das sicherste Erkennungsmerkmal. Die Stengel und oft die ganze Pflanze färben sich leuchtend rot, besonders an trockenen Standorten. Wächst an schattigen Mauern, Waldwegen und in Gärten.",
      "verwechslung": "Die tief handförmig geteilten, fein zerschlitzten Blätter, die rosa Fünfblatt-Blüten und die schnabelförmigen Früchte sind typisch. Alle heimischen Storchschnabel-Arten sind unbedenklich.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "waldsauerklee",
      "name": "Wald-Sauerklee",
      "botanisch": "Oxalis acetosella",
      "familie": "Sauerkleegewächse (Oxalidaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hasenklee",
        "Kuckucksklee",
        "Sauerklee",
        "Buchbrotl"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          4,
          5,
          6,
          7,
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Nadelwald"
      ],
      "verwendung": "Küche: erfrischend zitronensauer - als Salatzutat, in Suppen, als Wildkräuter-Zitronenersatz. Sehr sparsam. Heilkunde: frühere Verwendung bei Skorbut, heute wegen der Oxalsäure nicht mehr empfohlen.",
      "sammeltipp": "Wächst auf saurem, humosem Waldboden, oft auf moosigen Baumstümpfen - ein zarter Bodendecker mit kleeartigen, herzförmigen Blättchen, die sich bei Sonne und nachts zusammenklappen. Nur eine kleine Handvoll als Würze, nie als Salatgrundlage. Die Blätter halten kaum eine Stunde, sofort verwenden.",
      "verwechslung": "Vom echten Klee (Trifolium) durch die herzförmigen, eingekerbten Blättchen und den sauren Geschmack zu trennen; Klee hat ovale, ganzrandige Blättchen. Beide unbedenklich, aber nur der Sauerklee schmeckt sauer.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Hoher Oxalsäuregehalt. Nur in kleinen Mengen als Würze, nicht als Gemüse. Nicht bei Neigung zu Nierensteinen, Gicht oder Rheuma, nicht für Kinder in Mengen und nicht täglich über längere Zeit.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "springkraut-druesig",
      "name": "Drüsiges Springkraut",
      "botanisch": "Impatiens glandulifera",
      "familie": "Balsaminengewächse (Balsaminaceae)",
      "volksnamen": [
        "Indisches Springkraut",
        "Bauernorchidee",
        "Emscher-Orchidee",
        "Riesenbalsamine"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
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          8,
          9
        ],
        "frucht": [
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Auwald & Ufer",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Samen schmecken wie Walnuss und sind eine echte Delikatesse - roh, geröstet, über Salat oder im Gebäck; die Blüten als Sirup oder Dekoration. Heilkunde: keine etablierte Tradition.",
      "sammeltipp": "Ein invasiver Neophyt, der ganze Uferzonen überwuchert - hier ist Ernten aktiver Naturschutz. Die Samenernte ist ein Spaß: die reifen Kapseln explodieren bei Berührung. Trick: eine Tüte oder die hohle Hand über die Kapsel stülpen und dann antippen, dann fängt man die Samen. Nicht in Massen roh essen, siehe Hinweis. Reste nicht auf dem Kompost entsorgen, sonst verbreitet man die Pflanze weiter.",
      "verwechslung": "Die bis 2,5 m hohen, rötlichen, hohlen Stengel mit den knotigen Gelenken, die großen rosa 'Orchideenblüten' und der intensiv süßliche Duft sind unverwechselbar. Das heimische Große Springkraut hat gelbe Blüten, das Kleine Springkraut kleinere gelbe - beide ebenfalls mit essbaren Samen.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Blätter und Stengel enthalten viel Oxalsäure und Glykoside und sind nicht zum Verzehr geeignet. Auch die Samen nur in maßvollen Mengen. Wer empfindlich reagiert, lässt das Rohessen sein und röstet sie.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "ehrenpreis",
      "name": "Echter Ehrenpreis",
      "botanisch": "Veronica officinalis",
      "familie": "Wegerichgewächse (Plantaginaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wald-Ehrenpreis",
        "Grindheil",
        "Allerweltsheil",
        "Männertreu"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          5,
          6,
          7,
          8
        ],
        "bluete": [
          5,
          6,
          7
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Nadelwald",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: als Teekraut, leicht bitter. Heilkunde: der Name Allerweltsheil sagt alles über den früheren Ruf - traditionell bei Husten, Hautproblemen und als Frühjahrskur; heute eher randständig.",
      "sammeltipp": "Das blühende Kraut ernten. Wächst kriechend in lichten Wäldern und auf Magerrasen und ist leicht zu übersehen: die hellblauen Blüten mit den dunkleren Adern sind winzig. Nur einzelne Triebe, die Pflanze ist nirgends häufig.",
      "verwechslung": "Es gibt zahlreiche Ehrenpreis-Arten, die alle unbedenklich, aber unterschiedlich wirksam sind. Der Echte Ehrenpreis hat behaarte, gekerbte, gegenständige Blätter und die Blütentraube entspringt seitlich in den Blattachseln. Keine giftigen Doppelgänger.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "lungenkraut",
      "name": "Echtes Lungenkraut",
      "botanisch": "Pulmonaria officinalis",
      "familie": "Raublattgewächse (Boraginaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hänsel und Gretel",
        "Fleckenkraut",
        "Bachblümchen",
        "Hosenknopf"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          3,
          4,
          5
        ],
        "bluete": [
          3,
          4
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter als Salat- und Suppenzutat, mild und leicht schleimig; Blüten als Dekoration. Heilkunde: nach der alten Signaturenlehre wegen der lungenförmig gefleckten Blätter bei Lungenleiden verwendet; die Schleimstoffe wirken tatsächlich reizlindernd bei Husten.",
      "sammeltipp": "Eine der ersten Waldblüten - die Blüten wechseln beim Aufblühen die Farbe von Rosa nach Blau, deshalb stehen beide Farben gleichzeitig an einer Pflanze (daher 'Hänsel und Gretel'). Junge Blätter vor und während der Blüte ernten. Wegen der Pyrrolizidinalkaloide nur gelegentlich verwenden.",
      "verwechslung": "Die weiß gefleckten, rau behaarten Blätter sind typisch. Verwechselbar mit anderen Raublattgewächsen wie dem Beinwell oder dem Borretsch - alle enthalten PA und sollten nur zurückhaltend verwendet werden. Der giftige Fingerhut hat ungefleckte, weichfilzige Blätter.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält wie alle Raublattgewächse Pyrrolizidinalkaloide, wenn auch in geringerer Menge als Beinwell. Nur gelegentlich und in kleinen Mengen, nicht als Dauertee, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "schluesselblume",
      "name": "Echte Schlüsselblume",
      "botanisch": "Primula veris",
      "familie": "Primelgewächse (Primulaceae)",
      "volksnamen": [
        "Himmelsschlüssel",
        "Wiesenprimel",
        "Petrischlüssel",
        "Gichtblume"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          4,
          5
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: die duftenden Blüten als Dekoration, im Sirup und als Tee. Heilkunde: Blüte und Wurzel sind saponinreiche, anerkannte schleimlösende Hustendrogen; die Wurzel ist deutlich stärker, ihre Ernte tötet aber die Pflanze.",
      "sammeltipp": "WICHTIG: Die Echte Schlüsselblume ist in Deutschland nach BArtSchV BESONDERS GESCHÜTZT. Blüten dürfen nach der Handstraußregel in geringer Menge für den Eigenbedarf gepflückt werden, die WURZEL DARF NICHT ausgegraben werden - das wäre eine Entnahme der ganzen Pflanze und ist verboten. Für Wurzeldrogen auf Apothekenware oder eigenen Anbau ausweichen. Blüten am sonnigen Vormittag pflücken, nur wenige je Bestand, und nur dort, wo die Art reichlich vorkommt.",
      "verwechslung": "Die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) hat blassere, kaum duftende Blüten in einer einseitigen Dolde und einen anliegenden, nicht aufgeblasenen Kelch; die Echte Schlüsselblume hat dottergelbe, duftende Blüten mit orangen Flecken im Schlund und einen bauchig aufgeblasenen Kelch. Beide sind geschützt. Nicht mit dem giftigen Fingerhut verwechseln, dessen Rosette ähnlich aussieht - Fingerhutblätter sind länglicher und weichfilzig, Schlüsselblumenblätter runzelig und plötzlich in den Stiel verschmälert.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "rainfarn",
      "name": "Rainfarn",
      "botanisch": "Tanacetum vulgare",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Wurmkraut",
        "Milchkraut",
        "Knopfkraut",
        "Westenknopf"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          7,
          8,
          9
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Wiese & Weide",
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: NICHT verwenden. Heilkunde: traditionell als Wurmmittel - eine Anwendung, von der heute dringend abgeraten wird, weil die wirksame Dosis nahe an der giftigen liegt. Praktisch: als Kaltwasserauszug ein bewährtes Pflanzenschutzmittel im Garten gegen Blattläuse und Milben, und getrocknet als Mottenschutz im Kleiderschrank.",
      "sammeltipp": "Diese Pflanze steht als Warnung und als Gartenhelfer im Kalender, nicht als Nahrung. Blütenköpfchen zur Blüte ernten und trocknen. Für die Brühe 300 g frisches Kraut auf 10 Liter kaltes Wasser, 24 Stunden ziehen lassen, abseihen und unverdünnt spritzen. Handschuhe tragen, der Saft reizt die Haut.",
      "verwechslung": "Die flachen, gelben, knopfförmigen Blütenköpfchen OHNE Zungenblüten in dichten Doldenrispen sind unverwechselbar. Die fein gefiederten Blätter riechen beim Zerreiben kräftig kampferartig. Nicht mit der Schafgarbe verwechseln (weiße Doldenrispen mit Zungenblüten, essbar).",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält viel Thujon und ist deutlich giftig. Innerliche Anwendung ist gefährlich: schon wenige Gramm des ätherischen Öls können zu Krämpfen, Leber- und Nierenschäden führen, Todesfälle sind dokumentiert. Nicht als Tee, nicht als Wurmmittel, nicht in der Schwangerschaft. Nur äußerlich als Pflanzenschutz- und Mottenmittel.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "wermut",
      "name": "Wermut",
      "botanisch": "Artemisia absinthium",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Bitterer Beifuß",
        "Absinth",
        "Alsem",
        "Wermutkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          6,
          7,
          8
        ],
        "bluete": [
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Grundlage von Absinth und Wermutwein; als Gewürz nur in winzigen Mengen zu fettem Fleisch. Heilkunde: eine der bittersten heimischen Pflanzen - klassisch als Magenbitter bei Appetitlosigkeit und Verdauungsschwäche, in kleinsten Dosen.",
      "sammeltipp": "Die oberen Triebspitzen zu Beginn der Blüte ernten. Der Geruch ist intensiv und bleibt an den Händen. Wermut wirkt schon in kleinsten Mengen: für einen Tee genügt ein knapper Teelöffel getrocknetes Kraut auf einen Liter, alles darüber ist kaum trinkbar. Bei uns keine echte Wildpflanze, sondern verwildert aus alten Bäuerngärten, an Mauern und auf Schuttplätzen.",
      "verwechslung": "Vom Beifuß durch die beidseitig silbrig-graue, seidige Behaarung zu trennen - Beifuß ist oberseits grün und nur unterseits weißfilzig. Der Wermut riecht außerdem viel intensiver und ist deutlich bitterer.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Enthält Thujon, ein Nervengift. In Teemengen und als gelegentlicher Magenbitter unbedenklich, bei Überdosierung oder Dauergebrauch drohen Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und in schweren Fällen Krämpfe. Nicht länger als drei bis vier Wochen am Stück, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht bei Magen- und Darmgeschwüren.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "schoellkraut",
      "name": "Schöllkraut",
      "botanisch": "Chelidonium majus",
      "familie": "Mohngewächse (Papaveraceae)",
      "volksnamen": [
        "Warzenkraut",
        "Goldwurz",
        "Schwalbenkraut",
        "Blutkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          5,
          6,
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Waldrand & Hecke",
        "Acker & Garten"
      ],
      "verwendung": "Küche: NICHT essbar. Heilkunde: die einzige sinnvolle Hausanwendung ist der frische orangegelbe Milchsaft, tropfenweise äußerlich auf Warzen betupft - eine der wenigen Volksanwendungen, die zuverlässig funktioniert. Innerliche Anwendung ist Ärzten und Apothekern vorbehalten.",
      "sammeltipp": "Steht als Warnung und als Warzenmittel im Kalender. Einen Stengel abbrechen und den austretenden orangegelben Saft direkt auf die Warze tupfen, über mehrere Wochen täglich. Nur auf die Warze, nicht auf die umliegende Haut - der Saft ist stark reizend und färbt braun. Wächst an Mauern, Zäunen und Schuttplätzen, praktisch in jedem Hinterhof.",
      "verwechslung": "Der ORANGEGELBE MILCHSAFT beim Abbrechen ist unverwechselbar - keine andere heimische Pflanze hat ihn. Die buchtig gelappten, blaugrünen Blätter und die vierblättrigen gelben Blüten sind typisch. Vor der Blüte mit dem Erdrauch verwechselbar, der aber keinen Milchsaft hat.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Alle Teile sind giftig (Isochinolinalkaloide). Innerlich eingenommen kann Schöllkraut schwere Leberschäden bis zum Leberversagen auslösen - es gab deshalb Rückrufe von Fertigarzneien. Niemals selbst als Tee oder Tinktur einnehmen. Der Milchsaft reizt Haut und besonders die Augen stark: nach dem Umgang Hände waschen und nicht ins Gesicht fassen.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "mistel",
      "name": "Weißbeerige Mistel",
      "botanisch": "Viscum album",
      "familie": "Sandelholzgewächse (Santalaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hexenbesen",
        "Donnerbesen",
        "Vogelleim",
        "Heiligkreuzholz"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          11,
          12,
          1,
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          3
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Auwald & Ufer",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: NICHT essbar. Heilkunde: Misteltee wird traditionell bei leicht erhöhtem Blutdruck verwendet - als KALTAUSZUG, weil die Wirkstoffe hitzeempfindlich sind. Injektionspräparate in der Krebsbegleittherapie sind ausschließlich ärztliche Anwendung.",
      "sammeltipp": "Ein echtes Winterkraut: die Mistel ist immergrün und im entlaubten Baum ab November gut sichtbar - im Leipziger Auwald sitzen ganze Kugeln in Pappeln und Weiden. Geerntet werden junge Blätter und Zweigspitzen, traditionell im Winter. Praktisches Problem: die Mistel sitzt hoch im Baum, die Ernte ist ohne Leiter oder Astsäge schwierig; nach Sturm findet man abgebrochene Äste am Boden. Immer KALT ansetzen, 8-12 Stunden in kaltem Wasser, danach nur leicht erwärmen.",
      "verwechslung": "Der gabelig verzweigte, immergrüne Kugelbusch mit gegenständigen, ledrigen Blättern hoch im entlaubten Laubbaum ist unverwechselbar. Wichtig ist die Wirtsbaumart: traditionell werden Misteln von Apfelbaum, Pappel und Weide verwendet; Misteln von Tanne und Kiefer gelten als anders wirkend.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Die weißen Beeren sind giftig und dürfen nicht mitverwendet werden - besonders Kinder sind gefährdet. Die Blätter enthalten Viscotoxine; als Kaltauszug in Teemengen traditionell verwendet, aber nicht in der Schwangerschaft und nicht bei Einnahme von Blutdruckmedikamenten ohne ärztliche Rücksprache. Nie heiß aufgießen und nie hoch dosieren.",
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "schlangenknoeterich",
      "name": "Schlangen-Knöterich",
      "botanisch": "Bistorta officinalis",
      "familie": "Knöterichgewächse (Polygonaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wiesenknöterich",
        "Natterwurz",
        "Krebswurz",
        "Otterzunge"
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      "teile": {
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        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Auwald & Ufer"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter als Gemüse, die Wurzel nach Wässern als stärkereiches Notnahrungsmittel. Heilkunde: eine der gerbstoffreichsten heimischen Wurzeln - traditionell bei Durchfall und als Gurgelmittel bei Mund- und Rachenentzündungen.",
      "sammeltipp": "Der Wurzelstock ist charakteristisch S-förmig gekrümmt wie eine Schlange, daher der Name - beim Ausgraben ist das die Bestätigung. Im Herbst oder Vorfrühjahr graben. Der Schlangen-Knöterich ist eine Zeigerart nasser, extensiver Bergwiesen und geht durch Entwässerung stark zurück; im Erzgebirge noch verbreitet, im Tiefland selten. Sehr sparsam ernten.",
      "verwechslung": "Die walzenförmigen, rosa Blütenähren auf unverzweigten Stengeln über länglichen, am Grund herzförmigen Blättern sind typisch. Die häutige Tüte (Ochrea) an den Stengelknoten weist die Familie aus. Keine giftigen Doppelgänger.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "wiesenbocksbart",
      "name": "Wiesen-Bocksbart",
      "botanisch": "Tragopogon pratensis",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Habermark",
        "Gelbe Wiesenblume",
        "Josefsblume",
        "Kuhblume"
      ],
      "teile": {
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        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Wurzel des ersten Jahres gekocht wie Schwarzwurzel (mit der er verwandt ist), die jungen Blütentriebe wie Spargel, die Blätter im Salat. Heilkunde: keine bedeutende Tradition.",
      "sammeltipp": "Die Blüten öffnen sich nur am Vormittag und schließen sich gegen Mittag - der englische Name 'Jack-go-to-bed-at-noon' beschreibt es. Wurzel im Herbst des ersten Jahres graben, sie ist pfahlförmig und gibt beim Anschnitt weißen Milchsaft ab. Die grasartigen Blätter machen die Pflanze außerhalb der Blüte schwer auffindbar - im Sommer markieren.",
      "verwechslung": "Die grasartigen, halbstengelumfassenden Blätter mit weißem Milchsaft und die einzelnen gelben Zungenblütenkörbchen mit den weit überstehenden Hüllblättern sind typisch. Vor der Blüte ist die Pflanze mit Gras verwechselbar - der Milchsaft entscheidet. Keine giftigen Doppelgänger.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "wilde-rauke",
      "name": "Schmalblättriger Doppelsame",
      "botanisch": "Diplotaxis tenuifolia",
      "familie": "Kreuzblütler (Brassicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wilde Rauke",
        "Ruccola",
        "Stinkrauke",
        "Mauerrauke"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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        "bluete": [
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        ]
      },
      "standort": [
        "Ruderalfläche & Wegrand",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: der wilde Ruccola - deutlich schärfer und aromatischer als die Kulturform, im Salat, als Pesto, auf Pizza. Blüten ebenfalls scharf und essbar. Heilkunde: keine bedeutende Tradition, aber senfölreich.",
      "sammeltipp": "Wächst ausdauernd auf Bahnschotter, Mauerkronen, Kiesflächen und in Pflasterfugen - im Leipziger Raum an alten Bahnanlagen und auf Industriebrachen in Massen, und praktisch nie geerntet. Blätter das ganze Jahr über außer bei Dauerfrost. Junge Blätter sind milder, alte sehr scharf. Auf Bahn- und Industriebrachen an Altlasten und Herbizideinsatz denken - lieber von Mauern in Wohngebieten.",
      "verwechslung": "Vier gelbe Blütenblätter im Kreuz weisen den Kreuzblütler aus, und alle heimischen Kreuzblütler sind ungiftig. Der scharfe Ruccola-Geschmack und der beim Zerreiben strenge Geruch bestätigen. Verwechselbar mit Ackersenf und Hederich, die ebenfalls essbar sind.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "ackersenf",
      "name": "Acker-Senf",
      "botanisch": "Sinapis arvensis",
      "familie": "Kreuzblütler (Brassicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hederich",
        "Wilder Senf",
        "Ackerkohl",
        "Falscher Hederich"
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        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Blätter als scharfes Gemüse oder im Salat, die Blütenknospen wie Brokkoli, die Samen als selbst gemachter Senf. Heilkunde: äußerlich als durchblutungsfördernder Senfwickel, traditionell bei Bronchitis.",
      "sammeltipp": "Junge Blätter vor der Blüte, danach werden sie zu scharf und bitter. Die geschlossenen Blütenknospen sind das Beste an der Pflanze - kurz gedämpft ein feines Gemüse. Samen aus den reifen Schoten ausklopfen, mahlen und mit Essig und Salz zu Senf anrühren. Achtung: Ackersenf steht meist auf bewirtschafteten Äckern und Rapsfeldern, wo Spritzmittel wahrscheinlich sind - lieber Brachen und Wegränder.",
      "verwechslung": "Alle heimischen Kreuzblütler mit vier Blütenblättern im Kreuz sind ungiftig, eine Verwechslung ist also unbedenklich. Ackersenf hat rau behaarte, buchtig gezähnte untere Blätter und aufrecht abstehende Schoten mit einem langen Schnabel.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "echte-goldrute",
      "name": "Echte Goldrute",
      "botanisch": "Solidago virgaurea",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Gemeine Goldrute",
        "Heidnisch Wundkraut",
        "Petrusstab",
        "Goldwundkraut"
      ],
      "teile": {
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      "standort": [
        "Waldrand & Hecke",
        "Laubwald",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: keine nennenswerte. Heilkunde: eine anerkannte Durchspülungsdroge bei Harnwegsinfekten und zur Vorbeugung von Nierengrieß; wirkt entzündungshemmend und krampflösend im Harntrakt. Traditionell auch als Wundkraut.",
      "sammeltipp": "Die blühenden Triebspitzen zu Beginn der Blüte ernten. Wichtig: die HEIMISCHE Echte Goldrute verwenden, nicht die eingebürgerten Kanadische und Riesen-Goldrute - die sind zwar ähnlich, aber pharmazeutisch nicht gleichwertig. Unterschied: die Echte Goldrute hat einen schlanken, wenig verzweigten Blütenstand mit relativ großen Körbchen und wird selten über einen Meter hoch; die Neophyten bilden breite, einseitswendige Rispen mit vielen kleinen Körbchen und werden bis zwei Meter hoch, oft in dichten Massenbeständen.",
      "verwechslung": "Wie oben beschrieben vor allem von den nordamerikanischen Goldruten zu trennen - keine davon ist giftig, sie sind nur nicht die Arzneipflanze. Wie bei allen Korbblütlern können Allergien gegen Beifußpollen kreuzreagieren.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "flockenblume",
      "name": "Wiesen-Flockenblume",
      "botanisch": "Centaurea jacea",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Wiesenkopf",
        "Kornblumenähnliche",
        "Bettlerblume"
      ],
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        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: die purpurnen Zungenblüten als essbare Dekoration in Salat und auf Kuchen, leicht bitter. Heilkunde: traditionell als mildes bitteres Tonikum und äußerlich bei Hautproblemen, heute ohne Bedeutung.",
      "sammeltipp": "Nur die Blütenblätter aus dem Körbchen zupfen, der harte Blütenboden ist nicht verwendbar. Eine der wichtigsten Nektarpflanzen des Hochsommers auf Magerwiesen - hier gilt besonders, nur wenige Blüten je Bestand zu nehmen und den Rest den Insekten zu lassen.",
      "verwechslung": "Die harten, braunhäutigen Hüllblätter am Körbchen sind typisch für die Flockenblumen. Die Kornblume (C. cyanus) ist blau und auf Äckern selten geworden. Keine giftigen Doppelgänger; wie bei allen Korbblütlern Vorsicht bei Korbblütler-Allergie.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "margerite",
      "name": "Wiesen-Margerite",
      "botanisch": "Leucanthemum vulgare",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Gänseblümchen groß",
        "Johannisblume",
        "Weiße Wucherblume"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
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        "knospe": [
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        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Magerrasen & Trockenhang",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: junge Rosettenblätter im Salat, kräftig-würzig; die noch geschlossenen Blütenknospen in Essig eingelegt wie Kapern - eine der besten heimischen Kapern-Alternativen. Heilkunde: traditionell wie Kamille bei Krampfbeschwerden, heute ohne Bedeutung.",
      "sammeltipp": "Die Rosettenblätter im Vorfrühjahr ernten, sie schmecken würzig-scharf und sind eine gute Salatzutat, wenn sonst wenig da ist. Für Kapern die noch fest geschlossenen, grünen Knospen im Mai pflücken, über Nacht in Salzlake legen und dann in Essig einlegen. Margeriten sind Zeigerarten magerer Wiesen - sparsam ernten.",
      "verwechslung": "Die großen weißen Körbchen mit gelber Mitte auf unverzweigten Stengeln und die spatelförmigen, gekerbten Rosettenblätter sind typisch. Verwechselbar mit der Geruchlosen Kamille (fein gefiederte Blätter) - beide unbedenklich. Wie bei allen Korbblütlern Vorsicht bei entsprechender Allergie.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "weisstanne",
      "name": "Weiß-Tanne",
      "botanisch": "Abies alba",
      "familie": "Kieferngewächse (Pinaceae)",
      "volksnamen": [
        "Edeltanne",
        "Silbertanne",
        "Christbaum"
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        "blatt": [
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          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Nadelwald",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Maitriebe wie bei der Fichte als Sirup, Honig, Pesto oder Salz - das Aroma ist feiner und zitroniger als bei der Fichte. Nadeln als Tee. Heilkunde: wie Fichte und Kiefer schleimlösend bei Erkältungen; Tannennadelöl für Inhalation und Bad.",
      "sammeltipp": "Die Weißtanne ist im Erzgebirge und in gemischten Beständen zu finden, im Leipziger Tiefland selten - dort trifft man eher auf angepflanzte Nordmanntannen in Parks. Maitriebe wie bei der Fichte nur einzeln und nie den Gipfeltrieb. Waldbesitzer fragen.",
      "verwechslung": "Von der Fichte gut zu unterscheiden: Tannennadeln sind flach, vorn stumpf oder ausgerandet, unterseits mit zwei deutlichen WEISSEN STREIFEN, sitzen zweizeilig gescheitelt und stechen nicht; sie hinterlassen beim Abziehen einen runden, glatten Ansatz am Zweig. Fichtennadeln sind vierkantig, spitz und stechend. Die Tannenzapfen stehen AUFRECHT auf dem Zweig und zerfallen dort, Fichtenzapfen hängen und fallen ganz ab. Kritisch bleibt die Abgrenzung zur giftigen Eibe: deren Nadeln sind unterseits MATTGRÜN ohne weiße Streifen, weich und biegsam, und sie trägt rote Beeren statt Zapfen.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "laerche",
      "name": "Europäische Lärche",
      "botanisch": "Larix decidua",
      "familie": "Kieferngewächse (Pinaceae)",
      "volksnamen": [
        "Lerchenbaum",
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        "Terpentinbaum"
      ],
      "teile": {
        "trieb": [
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        ]
      },
      "standort": [
        "Nadelwald",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: die hellgrünen, weichen Frühjahrstriebe als Sirup, in Essig oder als Würze - zitronig-harzig und deutlich milder als Fichte. Heilkunde: Lärchenterpentin ist ein traditionelles Mittel für Zugsalben und Erkältungsbäder.",
      "sammeltipp": "Die Lärche ist der einzige heimische Nadelbaum, der im Winter seine Nadeln abwirft - im April treiben die Nadelbüschel in einem auffallend hellen, fast leuchtenden Grün aus. Genau dann sind sie zart und aromatisch, das Fenster ist etwa drei Wochen. Nur einzelne Büschel abzwicken. Wie bei allen Nadelbäumen: der Wald hat einen Besitzer.",
      "verwechslung": "Unverwechselbar durch die weichen Nadelbüschel an Kurztrieben und den Nadelabwurf im Herbst. Die Eibe, der wichtige giftige Doppelgänger bei Nadelbäumen, ist immergrün und hat einzeln stehende, flache Nadeln - keine Büschel.",
      "schutzstatus": "Handstraußregel beachten",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Fortgeschritten"
    },
    {
      "id": "arnika",
      "name": "Echte Arnika",
      "botanisch": "Arnica montana",
      "familie": "Korbblütler (Asteraceae)",
      "volksnamen": [
        "Bergwohlverleih",
        "Fallkraut",
        "Wolfsblume",
        "Engelkraut"
      ],
      "teile": {
        "bluete": [
          6,
          7
        ]
      },
      "standort": [
        "Wiese & Weide",
        "Moor & Heide",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: NICHT essbar. Heilkunde: Arnikatinktur ist ein hervorragendes äußerliches Mittel bei Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen - aber ausschließlich aus Apotheken- oder Anbauware.",
      "sammeltipp": "DIESE PFLANZE STEHT HIER ALS WARNUNG, NICHT ALS SAMMELTIPP. Die Echte Arnika ist in Deutschland nach BArtSchV BESONDERS GESCHÜTZT und darf nicht gepflückt, ausgegraben oder beschädigt werden. Sie ist durch Düngung und Nutzungsaufgabe der Magerrasen stark zurückgegangen und in Sachsen selten geworden; im Erzgebirge gibt es Restvorkommen. Wer sie findet: fotografieren, sich freuen, stehen lassen. Für die Hausapotheke gibt es Arnika aus kontrolliertem Anbau in jeder Apotheke.",
      "verwechslung": "Verwechselbar mit anderen gelben Korbblütlern wie Habichtskraut und Kreuzkraut. Arnika hat gegenständige, ungestielte Rosettenblätter mit fünf deutlichen Längsnerven und meist nur ein bis drei große Körbchen je Stengel. Da sie ohnehin nicht gesammelt werden darf, ist die Unterscheidung vor allem für die Freude am Fund wichtig.",
      "schutzstatus": "geschützt - nicht sammeln",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Innerlich giftig: Herzrhythmusstörungen und Magen-Darm-Reizungen. Arnika wird ausschließlich äußerlich angewendet und auch dann verdünnt - unverdünnte Tinktur reizt die Haut. Nicht auf offene Wunden.",
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "baerentraube",
      "name": "Echte Bärentraube",
      "botanisch": "Arctostaphylos uva-ursi",
      "familie": "Heidekrautgewächse (Ericaceae)",
      "volksnamen": [
        "Wolfsbeere",
        "Sandbeere",
        "Moosbeere",
        "Bärenbeere"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          1,
          2,
          3,
          4,
          5,
          6,
          7,
          8,
          9,
          10,
          11,
          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Moor & Heide",
        "Nadelwald",
        "Magerrasen & Trockenhang"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Beeren sind mehlig und fad, praktisch ohne Wert. Heilkunde: Bärentraubenblätter sind eine anerkannte Droge bei unkomplizierten Blasenentzündungen - das Arbutin wirkt im Harn antibakteriell. Nur aus Apothekenware.",
      "sammeltipp": "AUCH DIESE PFLANZE STEHT ALS WARNUNG IM KALENDER. Die Echte Bärentraube ist nach BArtSchV BESONDERS GESCHÜTZT und darf nicht gesammelt werden. In Sachsen ist sie ausgesprochen selten. Die Droge gibt es günstig in jeder Apotheke - es gibt keinen Grund, ein Restvorkommen zu plündern. Der Tee wird übrigens als Kaltauszug angesetzt, das reduziert die Gerbstoffe und macht ihn magenverträglicher.",
      "verwechslung": "Sehr ähnlich der Preiselbeere, die gesammelt werden darf. Unterschied: Bärentraubenblätter sind unterseits NETZNERVIG und ohne dunkle Punkte, der Rand ist flach; Preiselbeerblätter sind unterseits dunkel punktiert und der Rand ist leicht nach unten umgerollt. Wer sich nicht sicher ist, lässt beide stehen - das ist bei einer geschützten Art die einzig richtige Entscheidung.",
      "schutzstatus": "geschützt - nicht sammeln",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Der hohe Gerbstoffgehalt reizt bei empfindlichen Menschen den Magen. Nicht länger als eine Woche und höchstens fünfmal im Jahr anwenden, nicht in Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern unter 12 Jahren. Bei Fieber oder Blut im Urin gehört eine Blasenentzündung ohnehin zum Arzt.",
      "schwierigkeit": "Nur mit sicherer Bestimmung"
    },
    {
      "id": "ackerhellerkraut",
      "name": "Acker-Hellerkraut",
      "botanisch": "Thlaspi arvense",
      "familie": "Kreuzblütler (Brassicaceae)",
      "volksnamen": [
        "Pfennigkraut",
        "Bauernsenf",
        "Täschelkraut",
        "Ackerpfennigkraut"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          10,
          11,
          12,
          1,
          2,
          3,
          4
        ],
        "frucht": [
          6,
          7,
          8
        ]
      },
      "standort": [
        "Acker & Garten",
        "Ruderalfläche & Wegrand"
      ],
      "verwendung": "Küche: die Rosettenblätter schmecken deutlich nach Knoblauch und Senf - roh im Salat, in Kräuterquark; die reifen Samen als scharfes Gewürz. Heilkunde: keine bedeutende eigenständige Tradition, wird wie andere Senfölpflanzen verwendet.",
      "sammeltipp": "Eine gute Winterpflanze: die Rosetten stehen von Oktober bis ins Frühjahr frisch auf Äckern, Brachen und Gartenbeeten. Immer roh verwenden, Erhitzen zerstört die Senföle und damit den Geschmack. Nach der Blüte wird das Kraut streng und bitter, dann nur noch die Samen nutzen. Die flachen, breit geflügelten Schötchen sehen aus wie kleine Münzen - daher Pfennigkraut.",
      "verwechslung": "Vom Hirtentäschel durch die runden, flachen, breit geflügelten Schötchen zu trennen (Hirtentäschel hat dreieckig-herzförmige). Beide sind essbar, eine Verwechslung ist folgenlos. Alle heimischen Kreuzblütler mit vier Blütenblättern im Kreuz sind ungiftig.",
      "schutzstatus": "frei",
      "giftig": false,
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    },
    {
      "id": "stechpalme",
      "name": "Europäische Stechpalme",
      "botanisch": "Ilex aquifolium",
      "familie": "Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae)",
      "volksnamen": [
        "Hülse",
        "Christdorn",
        "Winterbeere",
        "Waldistel"
      ],
      "teile": {
        "blatt": [
          1,
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          10,
          11,
          12
        ]
      },
      "standort": [
        "Laubwald",
        "Waldrand & Hecke"
      ],
      "verwendung": "Küche: NICHT essbar. Heilkunde: die Blätter wurden traditionell als fiebersenkender Tee verwendet - davon wird heute abgeraten. Die Art steht hier als Warnung und als Bestimmungshilfe, nicht als Sammelpflanze.",
      "sammeltipp": "DIESE PFLANZE DARF NICHT GESAMMELT WERDEN. Die Stechpalme ist in Deutschland nach BArtSchV BESONDERS GESCHÜTZT - das Abschneiden von Zweigen, auch für die Weihnachtsdekoration, ist verboten und wird geahndet. Sie ist eine der wenigen immergrünen heimischen Laubgehölze und im Winter auffällig. Wer sie im Wald findet: stehen lassen und sich freuen. Für Dekoration gibt es Gärtnereiware aus Kultur.",
      "verwechslung": "Die ledrigen, glänzenden, dornig gezähnten immergrünen Blätter und die roten Beeren sind unverwechselbar. Verwechselbar allenfalls mit der Mahonie, deren Blätter aber gefiedert sind und die blaue Beeren trägt - die Mahonie darf gesammelt werden.",
      "schutzstatus": "geschützt - nicht sammeln",
      "giftig": true,
      "giftHinweis": "Die roten Beeren sind giftig; bereits 20 bis 30 Beeren gelten für Erwachsene als kritisch, für Kinder deutlich weniger - Erbrechen, Durchfall, Kreislaufstörungen. Auch die Blätter enthalten Saponine und Ilicin. Nicht verwenden.",
      "schwierigkeit": "Anfänger"
    }
  ]
}
